DEATH TO ALL – “Symbolic Healing” Tour, Essen

DEATH TO ALL –  CRYPTIC SHIFT

Turock Essen

20 Juni 2026

 

Wäre das hier die Bildzeitung würde die Überschrift wohl “Die Hitzeschlacht von Essen- Selbst die Hallendecke konnte nicht mehr!“ heißen. Sind wir aber nicht. also etwas weniger reißerisch und der Reihe nach. DEATH TO ALL hatten sich angekündigt, um  ihre “Symbolic Healing” Show , also eine Mischung aus “Spiritual Healing“ , das in diesem Jahr sein 35. Jubiläum feiert und dem 30 jährigen “Symbolic“ Album auf die Bretter zu bringen. Und schon lange vor dem Gig meldete das Essener Turock “ausverkauft“! Bei weit über 30 Grad Außentemperatur herrschte in der vollgestopften Halle, ein Klima, das  einer Sauna alle Ehre gemacht hätte und so ran der Schweiß durch hunderte von Old School Shirts und Kutten, der alten Recken und Nachwuchsmetaller und zwar schon lange bevor auch nur der erste Ton Musik erklungen war.

 

CRYPTIC SHIFT

Eröffnet wurde die heiße Chuck Schuldiner Feier durch die junge Truppe CRYPTIC SHIFT aus Leeds, die zuletzt im Februar, mit ihrem zweiten Longplayer “Overspace & Supertime“ aufgefallen waren. Kommt doch die Scheibe, mit gerade mal fünf überlangen Songs auf knappe 80 Minuten Spielzeit. Stilistisch waren Gitarrist und Vocalist Xander Bradley mit seiner Band hier auf jeden Fall genau richtig, denn ihre Mixtur aus technischem Death Metal und progressiven, zum Teil auch sphärischen Parts erinnerte phasenweise schon ziemlich an DEATH in späten Jahren. Zumal die Jungs das komplexe Material anständig brutal in die Halle bliesen und damit das ohnehin schon verschwitzte Publikum noch mehr anheizten. Obwohl die meisten Zuschauer hier die Tracks zuvor nicht kannten, konnte das Quartett den Gig sicher als Erfolg für sich verbuchen.

 

DEATH TO ALL

Schon bevor Max Phelps, Steve DiGiorgio, Gene Hoglan und Bobby Koelble überhaupt die Bühne betreten hatten, hallten immer wieder “Death“ Rufe durch den Club. Und mit den ersten Tönen des `Infernal Death` Intros gab es buchstäblich kein Halten mehr und die ersten Moshpits gingen los. Die beiden “Spiritual Healing“ Tracks `Living Monstrosity` und `Defensive Personalities` zeigten die noch recht rohe Seite von Death zum Einstieg, bevor das beide DEATH-Welten verbindende `Lack of Comprehension` (vom “Human“ Album) das erste mal vom Tourtitel abwich und die Verschmelzung von Komplexität und gnadenloser  Brutalität in Szene setzte.

Inzwischen, temperaturtechnisch im absoluten Sauna Bereich angekommen, stellte Sprachrohr Steve DiGiorgio schlicht fest “We’re all gonna die!“ , bevor er an das Vermächtnis von Chuck Schuldiner erinnerte, das von DEATH TO ALL weitergetragen wird, was natürlich mit großen Jubelstürmen quittiert wurde bevor die Show  mit `Altering the Future` und dem gefeierten Debutrack `Zombie Ritual` ein absolutes Highlight erlebte.

Das mitgegröhlte `Spiritual Healing` beendete den ersten Teil der Show, denn von nun an kam das “Symbolic“ Album zum Zuge. Track für Track, in technischer Perfektion und in der bekannten Reihenfolge.

Ach ja, da war ja noch was mit der Decke, denn mitten im Set musste dann eine Pause eingelegt werden, da sich Teile der Deckenverkleidung verabschiedeten. Gene Hoglan kommentierte das später so: „Essen, things got so heavy that even the building needed a break. Oh, skies are falling down…“  

So schlimm war es aber dann doch nicht, und der Auftritt konnte nach kurzem Leiter- und Technikereinsatz ohne weitere Probleme fortgesetzt werden. Gut so, denn sonst hätten die Fans auf Death Metal Perlen wie `1,000 Eyes`, ` Crystal Mountain` oder den Abschluss des regulären Sets ` Perennial Quest` verzichten müssen. Ganz, geschweige von den beiden Zugaben `Spirit Crusher` (von “The Sound of Perseverance“) und dem grandiosen, endgültigen Schlusspunkt und Übersong ` Pull the Plug`, der wirklich Allen noch den Rest gab!

Was bleibt dem Chronisten nach der besagten „Hitzeschlacht“ noch zu sagen? Dieser Abend hat gezeigt, dass die  Musik von DEATH  bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat und wohl noch über Jahre ihren verdienten Stellenwert im Death Metal behalten wird . Und ja, die alten und neuen Fans haben sich mittlerweile auch an Max Phelps gewöhnt, der seine Sache verdammt gut macht. Ebenso wie seine Mitstreiter, die mit Herzblut und höchstem musikalischen Können die Legende weitertragen.

DEATH TO ALL Setliste

Intro: Infernal Death

Living Monstrosity

Defensive Personalities

Lack of Comprehension

Altering the Future

Zombie Ritual

Within the Mind

The Philosopher

Spiritual Healing

Symbolic

Zero Tolerance

Empty Words

Sacred Serenity

1,000 Eyes

Without Judgement

Crystal Mountain

Misanthrope

Perennial Quest

Spirit Crusher

Pull the Plug

 

Text und Photo Credits: Sven Bernhardt