BURNING WITCHES – Oberhausen

BURNING WITCHES, THE DIRTY DENIMS, WILD HEART

23.07.2021 Resonanzwerk, Oberhausen

 

Das erste Indoorkonzert seit gefühlten Ewigkeiten stand an und mit BURNING WITCHES, THE DIRTY DENIMS und WILD HEART stand einem gelungenen Wiedereinstieg in das Konzertleben 2021 nichts im mehr im Weg. Nach der reibungslosen Coronakonformen Klärung der Formalia, begrüßte uns eine leider nur teilweise gefüllte Location mit erstaunlich gutem Sound, einer von Beginn an anständigen Lightshow, den notwendigen Annehmlichkeiten und allgemein gut gelaunten Gästen, die in weiten Teilen mit BURNING WITCHES T-Shirts den ersten Livetönen seit Monaten entgegenfieberten.

 

Als erster Opening Act für die Hexen, war die belgische Sleazetruppe WILD HEART verpflichtet, deren Songs, Auftreten und Sound konsequent in den 80ern verhaftet sind. Fast eine dreiviertel Stunde, spielten die Fünf engagiert ansprechende Classic Hard Rock Songs ihrer beiden, in Eigenregie veröffentlichten, CDs. Trotz der Tatsache, dass wohl die wenigsten Anwesenden das Material kannten, rockte die Show mehr als nur anständig und sorgte mit eingängig rockenden Tracks wie ‘Lovehunter‘ oder ‘On Way Ticket To Paradise‘ für Aufmerksamkeit und einen unterhaltsamen Auftakt.

 

Zum ersten mal Frauenpower an diesem Abend, gab es mit Special Guest Nummer zwei. Die niederländischen THE DIRTY DENIMS waren über die gesamte Spielzeit ein Garant für gute Laune, denn die AC/DC meets Ramones Mischung, von der Band selbst als „Happy Hardrock“ bezeichnet wird, kann bei keinem Metal und Rockfan seine Wirkung auf Dauer verfehlen. Insbesondere die quirlig, agile Frontfrau Mirjam Sieben strotzte nur so vor sichtbarem Spaß und konnte das Publikum für sich und ihre Band vollends einnehmen. Ob mit Gitarre oder ohne, sie war der ständige hoch sympathische Action-Mittelpunkt der Show. Dass die Songs wie ‘Ready, Steady, Go‘, ‘Roll the Dice‘ oder ‘Loud Stuff’ musikalisch nicht unbedingt von wahnsinnigem Einfallsreichtum zeugen, ist schlichtweg egal, denn einfacher gute Laune Schweinerock, kann richtig geil sein, wenn er so voller Power und Spaß von der Bühne kommt. Mission Completed!

 

 

 

Den unangefochtenen Höhepunkt des Abends boten natürlich die Schweizerinnen BURNING WITCHES, die gerade erst ihre vierte Platte “The Witch Of The North“ veröffentlicht haben. Entsprechend boten die Ladies eine reinrassige traditionelle Heavy Metal Show, mit den WITCHEStypischen, teils eigenwilligen Gesangslinien und Brüchen aber gespickt mit allem was das Metallerherz begehrt. Stampfer wie das neue ‘We Stand As One‘ regten zum mitsingen an, mit Tempowechseln gespickte Nummern zum bangen, was im Verlauf des Gigs dann auch passierte.

Fronterin Laura ist mittlerweile der etablierte Blickfang geworden und fuhr, gerade im Vergleich zu den beiden vorhergegangen Bands eine deutliche aggressivere Show auf. Dreckiger, härter und erwachsener wirkte auch das Songmaterial der Band. Egal, ob nun ältere Stücke wie ‘Dance With The Devil‘, ‘Hexenhammer‘ oder ‘Black Widow‘ oder eben das Material der neuen Scheibe, an Druck und Einsatzbereitschaft der Hexen mangelte es bestimmt nicht. ‘Sei es das balladeske ‘Lady Of The Woods‘ oder der aktuelle Titeltrack. Alles wurde sehr intensiv, wenn auch nicht immer 100%ig sauber vorgetragen aber das interessiert bei einem Metalkonzert ja auch nur begrenzt. Alle, inklusive der neuen Gitarristin Larissa waren ständig in Bewegung und sorgten dafür, dass es zumindest Teile des Publikums nicht mehr auf den Stühlen hielt. Mit den Zugaben ’Burning Witches‘ und ‘Six Feet Underground‘ ging dann der kraftvolle Auftakt der “Resonanzwerk Goes Rock“ Reihe zu Ende. Mehr davon bitte.

 

Sven Bernhardt

Fotografie: Sven Bernhardt