FATEFUL FINALITY melden sich mit “Desolation” zurück und liefern damit den Nachfolger zu ihrem 2022er Album “Emperor Of The Weak”, das nicht nur bei Fans, sondern auch bei uns für ordentlich Eindruck gesorgt hat. Schon damals haben wir die Band im Rahmen eines Interviews begleitet und konnten einen Blick hinter die Kulissen werfen – umso spannender ist es jetzt zu sehen, wie sich die Schwaben weiterentwickelt haben.
Mit “Desolation” schlagen FATEFUL FINALITY das nächste Kapitel auf: musikalisch gereift, thematisch noch einmal ein gutes Stück tiefergehend und mit der gleichen Energie, die sie schon zuvor ausgezeichnet hat. Grund genug also, erneut nachzuhaken, wie die Platte entstanden ist, was sich seit dem letzten Release getan hat und wohin die Reise für die Band geht.
Tobias:
Wie geht’s euch aktuell im Schwabenländle – persönlich und im Hinblick auf die anstehende VÖ von “Desolation”?
Simon:
Ja hier bei uns ist alles sehr aufregend. Wir können es kaum erwarten zu veröffentlichen und sind schon mega gespannt auf die Reaktionen zum neuen Album! Es ist immer wieder was Besonderes! Vor allem weil wir bei Desolation wieder ohne Kompromiss neue Einflüsse zugelassen haben.Aktuell stecken wir mitten in den Vorbereitungen zur Release Show am 08.05.2026 in der Seminarturnhalle Nagold.
Tobias:
Wenn ihr auf “Emperor Of The Weak” zurückblickt: Was hat sich seitdem bei euch verändert? Und hattet ihr beim Schreiben von “Desolation” im Hinterkopf, an dieses starke Album anknüpfen zu müssen – oder blendet ihr sowas eher aus?
Simon:
Die Basis ist beim Schreiben gleich geblieben. Paddy hat die Texte geschrieben und vorab hab ich die Musik komponiert. Anders als bei “Emperor Of The Weak” hatten wir keinen Co-Songwriter und haben auf unsere eigenen Erfahrungen gesetzt. Mit zum Beispiel Listening-Sessions im Bandbus haben wir mehr miteinander die Songs besprochen, Parts verschoben, gekürzt, Soli angepasst etc. Zudem haben wir das Album zum Mix/Mastering nach Hamburg gegeben – zu Eike Freese, der schon die BATTERY Scheiben produziert hat.
Auf die Frage, ob wir anknüpfen oder eher ausblenden, würde ich sagen, dass wir eher ausblenden. So ein Album zu schreiben ist immer wieder eine neue musikalische Reise, bei der man eigentlich erst am Ende sieht, wo es wirklich hingeht. Und auf diesem Weg immer wieder zurückzuschauen, würde bremsen.
Tobias:
Wo lagen für euch die größten Unterschiede zwischen “Emperor Of The Weak” und “Desolation”? Gab es Dinge, die ihr bewusst anders angegangen seid?
Simon:
Die größten Unterschiede waren beim Arrangieren der Songs, weil wirklich jeder in der Band mehr Input gegeben hat als beim Emperor. Es heißt zwar, viele Köche verderben den Brei, aber wir finden, dass das einen weiteren Schub nach vorne gegeben hat.
Tobias:
Thematisch greift ihr auf “Desolation” Themen wie Machtmissbrauch, gesellschaftliche Ungleichgewichte und Alltagsfrust auf. Wie entstehen solche Themen bei euch? Kommt das eher aus persönlichen Erfahrungen oder aus Beobachtungen?
Simon:
Das sind hauptsächlich Beobachtungen, die uns die Welt liefert. Man muss ja nur Nachrichten schauen und bekommt die Verwüstung durch die Menschen auf der Erde und in der Gesellschaft direkt vor den Latz geknallt. Den Alltagsfrust kennen wir alle nur zu gut und jeder hat seine Erfahrungen damit gemacht. Da kommt so eine Ladung brutaler Musik gerade recht, um den Kopf frei zu kriegen.
Tobias:
Wie viel von euren Erlebnissen – privat oder als Band – steckt in ‘Routine Killer’?
Simon:
Leider konnten wir nur einen Bruchteil von dem, was wir alles schon erlebt haben, reinpacken. Inspiriert hat uns in ‘Routine Killer’ z. B. Geschichten vom Metal Battle Deutschland Finale auf dem Rockharz Open Air, Wacken Open Air, Erlebnisse auf Tour mit DEATH ANGEL und BATTLECREEK. Es wurde Spaghetti aus halben Gläsern gegessen, der Bandbus ist liegen geblieben, es wurde gekotzt von schlechtem Essen etc. Das ist noch lange nicht alles. Für das nächste Album haben wir da noch Stoff 😉
Tobias:
Tracks wie ‘Spread My Spell’ und ‘All Of Us Lost’ gehen ja deutlich in eine düstere Richtung. Wie wichtig ist euch dieser Kontrast innerhalb eines Albums? Gerade ‘Spread My Spell’ ist inhaltlich ziemlich heftig – ist es euch wichtig, solche Perspektiven bewusst provokant darzustellen, um zum Nachdenken anzuregen? Und wie steht ihr generell dazu, politische oder gesellschaftliche Themen, wie in ‘All Of Us Lost’, in eure Musik einfließen zu lassen?
Simon:
“Spread My Spell” ist eine fiktive Geschichte, die als harmloser Western beginnt und im Jetzt im Blutrausch endet. Ein “Lonesome Rider”, getrieben von Rachegelüsten, der sich damit immer weiter auflädt, bis es letztendlich zum Kollaps kommt. In “All Of Us Lost” stellt sich die Frage: “Für was Krieg führen? Am Ende haben sowieso alle verloren!”
Grundsätzlich sind wir keine politische Band und lassen da wenig einfließen. Dieses Mal konnten wir es allerdings nicht ganz lassen. Ein Punkt ist die Tatsache, dass rechtspopulistische Parteien immer legitimer werden und ihre Meinungen in Landtagen, im Bundestag etc. vertreten können. Das geht uns massiv gegen den Strich und hat uns zum Schreiben von ‘Impending War’ bewegt. Aber auch ein wichtiger positiver Punkt hat zum Inhalt beigetragen: dass es zum Glück viele Menschen gibt, die gegen Rechts demonstrieren und für Demokratie und Vielfalt auf die Straße gehen.
Tobias:
Ihr habt erneut mit Eike Freese gearbeitet. Was macht die Zusammenarbeit mit ihm für euch so besonders?
Simon:
Er hat ein besonders gutes Feingefühl für die richtige Positionierung der Instrumente und Vocals im Mix, sodass es auf jedem Endgerät geil klingt. Außerdem sind es die analogen Geräte, die er beim Mix/Mastering mit einbezieht – im digitalen Zeitalter ist das etwas Besonderes. Zudem ist er sehr sympathisch und man kann super mit ihm arbeiten.
Tobias:
Auch das Thema Live zieht sich durch das Album. Wenn ihr an eure bisherigen Shows denkt – was waren für euch die Momente, bei denen ihr dachtet: “Genau dafür machen wir das Ganze”?
Simon:
Du stehst auf der Bühne, rockst dir einen ab, komplett durchnässt mit Bier und Schweiß. Die Leute feiern deine Musik, rasten völlig aus. Aktuelles Beispiel war der Gig auf dem Metal Hammer Paradise 2025. Eine Menge Crowd-Surfer, fliegende Bierbecher, Circle Pit, Wall of Death – und das alles an einem Abend. Genau für so etwas!
Tobias:
Zwischenfrage: Habt ihr schon Titel aus “Desolation” auf dem Zettel für zukünftige Gigs?
Simon:
Die vier Single-Auskopplungen haben wir schon live gezockt und machen richtig Bock. Die werden bestimmt eine Rolle spielen bei den nächsten Setlists. Ich bekomme jetzt schon Angst, Songs auswählen zu müssen bzw. alte aus dem Set zu schmeißen.
Tobias:
Und andersrum: Was waren die absurdesten oder härtesten Erfahrungen, die ihr auf Tour gemacht habt?
Simon:
So spontan… der Heimweg von Wien, als die Kupplung des Vans den Geist aufgegeben hat und wir 10–15 Stunden in Melk festgesessen sind. Das war zermürbend… wir konnten uns trotzdem mit Geschwätz und Bier bei Laune halten 😉
Tobias:
Ein besonderes Gimmick ist ja der Comic im Booklet. Wie kam es zu der Idee und wo ist er überall Teil des Pakets?
Simon:
Wir haben Frederik Hornung, dem Zeichner, ein Skript angefertigt, an dem er sich orientieren konnte. Das hat er gleich super umgesetzt. Da gab es nichts zu meckern. Super Typ! Der Comic ist im Video zu ‘Routine Killer’ involviert, im Booklet der CD und Vinyl sowie auf unserem Album-Shirt “Desolation”, das ab dem 08.05.2026 erhältlich ist.
Tobias:
Wenn ihr “Desolation” mit etwas Abstand betrachtet: Wo steht das Album für euch in eurer Diskografie?
Simon:
Ganz oben natürlich 😉

Tobias:
Wie geht’s für euch jetzt weiter – stehen Shows, Festivals oder vielleicht sogar eine Tour an?
Simon:
08.05.2026 – CD Release Show, Nagold
09.05.2026 – Skullcrusher Festival Freiburg
12.06.2026 – Chronical Moshers Open Air Hauptmannsgrün
13.06.2026 – Metal Frenzy Open Air Gardelegen
04.07.2026 – Harrys Full Metal Party Besenfeld
11.07.2026 – MUR Open Air Garsitz
17.07.2026 – Baden In Blut Open Air Weil am Rhein
…Weitere Shows folgen…
Tobias:
Zum Schluss: Ein paar Worte an eure Fans und an alle, die euch vielleicht gerade erst entdecken?
Simon:
Stay fuckin Heavy!
Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Lucas Cascio

