Dass Simon „Totleben“ Bossert in der internationalen Extrem-Metal-Szene seit vielen Jahren prägende Spuren hinterlässt, ist längst kein Geheimnis mehr. Wer als bildender Künstler, Konzeptdenker und Visual Artist die bildgewaltigen Welten von Schwergewichten wie Powerwolf, Night In Gales, Fleshcrawl oder Nyktophobia mitgestaltet hat, weiß exakt, wie man düstere Visionen in eine fesselnde Ästhetik übersetzt. Doch das rein Visuelle reichte für den Rottweiler Allrounder längst nicht mehr aus, um seinen schöpferischen Drang vollkommen zu stillen. Bereits während seiner Zeit als Kopf der Symphonic-Black-Metal-Formation TOTENGEFLÜSTER reiften musikalische und erzählerische Ideen heran, die nach einem noch freieren, kompromissloseren Rahmen verlangten. Mit seiner Band FADING LIGHT gießt Simon seine tief sitzenden musikalischen, literarischen und visuellen Visionen nun in sein Herzensprojekt.Das Debütalbum „The Spell Of A New Dawn“ (Release: 13. November 2026 via Apostasy Records) ist dabei weit mehr als eine gewöhnliche Tonträger-Veröffentlichung – es ist ein audiovisueller Blockbuster des Undergrounds. Flankiert von einem opulenten, auf 500 Exemplare limitierten Earbook im Format 28 × 28 cm mit einer 60-seitigen, zweisprachigen Romanfassung zu den einzelnen Albumkapiteln, eigens entworfenen Artworks sowie aufwendigen Musikvideos setzt er mit FADING LIGHT neue Maßstäbe für die Szene.
Musikalisch verschmelzen Symphonic Black Metal, Tragik und dunkle Romantik zu einer Einheit. Um dieser Mammutaufgabe den perfekten klanglichen Anstrich zu verleihen, sicherte sich Bossert nicht nur die Dienste von Drummer Michiel van der Plicht sowie Gastbeiträge von Sophie Müller und Christian Kupczyk (Aeonyzhar), sondern vertraute den Mix auch den erfahrenen Händen von Renommier-Produzent Joost van den Broek (Sandlane Recording Facilities) an. Wir haben mit Simon „Totleben“ Bossert ein ausführliches, tiefgründiges Gespräch geführt, um die Anatomie dieses epischen Epos von Grund auf zu sezieren.

Tobias:
Hallo Simon! Viele Metalheads kennen deinen Namen und deine Handschrift vor allem durch deine herausragenden visuellen Arbeiten für Bands wie Powerwolf, Night In Gales oder Fleshcrawl. Welches kreative Bedürfnis erfüllt FADING LIGHT für dich, das sich durch reine Bildkunst allein nicht erfüllen lässt?
Simon „Totleben“ Bossert:
Hi Tobi, schön, mit dir zu sprechen! Ich würde sagen, dass es dabei vor allem um die Möglichkeit geht, mich auf mehreren Ebenen auszudrücken. Bildkunst kann unglaublich viel transportieren, aber Musik besitzt noch einmal eine ganz eigene emotionale Dimension. Sie kann einen unmittelbar an einem Ort abholen, einen durch verschiedene Gefühlszustände führen und Dinge erfahrbar machen, für die man vielleicht gar keine Worte findet. Mit FADING LIGHT kann ich diese Welten miteinander verbinden. Ich erschaffe nicht nur ein Bild, sondern einen Klangraum, eine Geschichte und eine Atmosphäre, in die man eintauchen kann. Und natürlich ermöglicht mir das Projekt auch, meine musikalischen Vorstellungen umzusetzen, ohne mich dabei an den Erwartungshaltungen einer Band orientieren zu müssen.
Ich habe schon während meiner Zeit mit TOTENGEFLÜSTER, insbesondere 2018 und 2019, immer stärkere Impulse gespürt, dass ich mehr Freiraum für meine Ideen benötige. TOTENGEFLÜSTER war eine wichtige Spielwiese, auf der ich viele Erfahrungen sammeln durfte, die ich keinesfalls missen möchte. Irgendwann wurde mir aber klar, dass ich einen eigenen Rahmen brauche, in dem ich authentischer und uneingeschränkter arbeiten kann. FADING LIGHT ist für mich deshalb nicht einfach ein musikalisches Nebenprojekt, sondern eine weitere Ausdrucksform meiner eigenen Gedanken, Gefühle und Erfahrungen. Und wenn ich dabei Musik, Bildkunst und Geschichten zusammenführen kann, entsteht etwas, das über die einzelnen Bestandteile hinausgeht.
Tobias:
In deinen Arbeiten findet sich der prägnante Satz: „Es gibt keine Kunst ohne Leid, ohne Widersprüche, ohne den Abgrund und ohne die Angst vor dem Unfassbaren.“ Wie genau manifestiert sich diese Philosophie auf „The Spell Of A New Dawn“?
Simon „Totleben“ Bossert:
Ich glaube, dass Kunst gerade dort interessant wird, wo Dinge nicht mehr eindeutig sind und man sich mit Fragen auseinandersetzen muss, auf die es vielleicht keine angenehmen Antworten gibt. Mich interessiert nicht unbedingt, etwas möglichst Schönes oder Gefälliges zu erschaffen. Mich interessiert vielmehr, was passiert, wenn man sich mit den eigenen Widersprüchen, Ängsten und dunklen Orten beschäftigt. Auf „The Spell Of A New Dawn“ begegnen wir deshalb falschen Göttern, Machtmissbrauch, Verführung, Verrat, Rastlosigkeit, Tod und Vergänglichkeit. Das sind teilweise sehr düstere Themen, aber für mich sind sie keine Selbstzwecke. Sie ermöglichen es mir, bestimmte Mechanismen und Verhaltensweisen in überspitzten Geschichten darzustellen.
Ich bewege mich dabei eher auf einer anthropologischen Ebene. Mich interessiert, warum Figuren, Gesellschaften oder ganze Glaubenssysteme auf bestimmte Weise funktionieren und was geschieht, wenn gewisse Kräfte überhandnehmen oder andere Dinge zu lange vernachlässigt werden. Die Dunkelheit ist für mich auch nicht einfach das Gegenteil von Licht. Sie besitzt eine eigene Ehrlichkeit und ist etwas, das man erkunden muss. Wenn wir ständig versuchen, unsere dunklen Seiten zu vermeiden, verleugnen wir möglicherweise auch einen Teil unserer eigenen Identität. Das Album ist für mich deshalb eine Form der Selbstreflexion. Ich sortiere meine Erfahrungen und Gedanken, übersetze sie in Geschichten und Klangwelten und mache sie dadurch auch anderen zugänglich. Was jeder Einzelne darin erkennt, bleibt letztlich ihm selbst überlassen.
Tobias:
Nach deinen Erfolgen mit TOTENGEFLÜSTER schlägst du nun mit FADING LIGHT ein neues musikalisches Kapitel auf. Wie entstand die ursprüngliche Vision für dieses Projekt und ab welchem Punkt war dir klar, dass hier Musik, Literatur und Bildkunst zu einer Einheit verschmelzen müssen?
Simon „Totleben“ Bossert:
Die ursprüngliche Idee ist eigentlich schon einige Jahre alt. Ich würde die Geburtsstunde von FADING LIGHT gedanklich auf 2018 oder 2019 datieren, als ich noch mit TOTENGEFLÜSTER aktiv war. Damals entstanden bereits Stücke, bei denen ich wusste, dass sie nicht wirklich in den musikalischen Rahmen der Band passten. Ein gutes Beispiel dafür ist ‚Seeds of Death‘, das ich schon sehr früh geschrieben hatte. Es entsprach einfach nicht den typischen Kriterien von TOTENGEFLÜSTER und fand deshalb damals auch keinen Platz auf einem Album. Rückblickend ist das ganz interessant, weil sich darin bereits ein Teil dessen befand, was später FADING LIGHT werden sollte.
Der Wunsch nach mehr kreativer Freiheit wurde mit der Zeit immer stärkere Realität. Ich wollte nicht nur musikalisch andere Wege einschlagen, sondern auch die visuellen und erzählerischen Möglichkeiten konsequenter miteinander verbinden.
Dass ich dabei nicht einfach nur Musik veröffentlichen wollte, sondern ein umfassenderes künstlerisches Werk erschaffen möchte, ergibt sich für mich eigentlich ganz natürlich aus meiner bisherigen Arbeit. Ich beschäftige mich schon lange mit Artworks, Animationen und visueller Dramaturgie. Gleichzeitig denke ich bei Musik gerne in Bildern und Geschichten. Es geht mir dabei nicht darum, möglichst viele Medien miteinander zu kombinieren, nur weil man es kann. Vielmehr soll jedes Medium etwas beitragen, das die anderen ergänzt. Die Musik erzeugt eine bestimmte Stimmung, die Bilder geben ihr eine visuelle Gestalt und die Geschichten eröffnen weitere Ebenen. So entsteht ein Gesamtkunstwerk, in dem sich die einzelnen Bestandteile gegenseitig erweitern.
Tobias:
Das Album erzählt sieben Kurzgeschichten. Was war beim Songwriting zuerst da – die lyrischen und literarischen Konzepte der Welt oder die musikalischen Riffs und Orchestrierungen?
Simon „Totleben“ Bossert:
Bei mir gibt es dafür keinen vollkommen starren Ablauf. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass die Musik zuerst entsteht und ich mich dann zunehmend mit der inhaltlichen und visuellen Ebene beschäftige. Ich schraube teilweise sehr lange an einer Komposition herum, bis sie für mich funktioniert. Manchmal beginnt ein Stück als kleines Solo-Piano-Thema, das eigentlich einmal ein Outro werden sollte, und entwickelt sich dann zu einem völlig anderen Song. Am Ende bleiben vielleicht zehn Prozent des ursprünglichen Materials übrig, die dafür aber die melodische Essenz des fertigen Stücks bilden. Solche Prozesse finde ich spannend, weil man zu Beginn häufig noch gar nicht weiß, wohin einen eine musikalische Idee führen wird.
Wenn ein Song für mich abgeschlossen ist, entsteht häufig auch ein klareres Bild davon, welche Atmosphäre er transportiert und welche Geschichte dazu passen könnte. Daraus entwickeln sich dann die Texte, die visuellen Motive und die weiteren erzählerischen Zusammenhänge. Natürlich beeinflussen sich diese Ebenen anschließend gegenseitig. Sobald eine Geschichte konkreter wird, kann sie wiederum meine Wahrnehmung eines Songs verändern oder neue Ideen für die visuelle Umsetzung hervorbringen. Die Geschichten sind also nicht einfach nachträglich auf die Musik geklebt worden. Sie sind Teil eines fortlaufenden kreativen Prozesses, in dem sich Musik, Text und Bild zunehmend zu einer gemeinsamen Welt verbinden.

Tobias:
Mit dem auf 500 Stück limitierten, 28 × 28 cm großen Earbook inklusive 60-seitiger Romanfassung auf Deutsch und Englisch setzt du physisch enorme Maßstäbe. Wie aufwendig war es, diese Kurzgeschichten literarisch auszuarbeiten und visuell im Buch zu gestalten?
Simon „Totleben“ Bossert:
Ursprünglich war für mich immer klar, dass ich zu jedem Song ein eigenes Artwork gestalten würde, ähnlich wie bei klassischen Single-Covern. Allerdings wurde mir schnell bewusst, dass ich mit sieben oder acht Covern noch lange kein Buch füllen würde (lacht). Zunächst kam mir die Idee, die Songs und ihre Lyrics wie eine Art Comic visuell zu begleiten – also den Verlauf vom Anfang bis zum Ende eines Songs in Bildern darzustellen. Dabei merkte ich aber schnell, dass sich viele ähnliche Motive ergeben würden. Ich wollte deutlich mehr Vielfalt und gestalterische Freiheit.
So entstand schließlich das Konzept des Earbooks: Zu jedem Song gibt es eine eigene Vorgeschichte, die ich literarisch und visuell ausgestalten konnte. Dadurch hatte ich selbst in der Hand, welche Figuren, Schauplätze und Ereignisse ich erzählen und darstellen wollte. Das Schöne daran ist, dass jeder Song nun den Höhepunkt beziehungsweise das Finale seines jeweiligen Kapitels bildet. Kapitel zwei, „The Scorn of Stone“, erzählt beispielsweise die Vorgeschichte zu ‚On Wings of Vengeance‘, dessen Song dann das Finale dieser Erzählung darstellt. So wurde aus der ursprünglichen Idee einzelner Artworks eine zusammenhängende Welt aus Musik, Literatur und Bildkunst. Genau diese Verbindung macht für mich den Reiz des gesamten Projekts aus.
Tobias:
Für dein Herzensprojekt FADING LIGHT arbeitest du eng mit Apostasy Records zusammen, für die du seit Jahren Artworks entwirfst. Für das Label ist dieses Earbook eine Premiere. Wie hat sich diese enge Vertrauensbasis entwickelt und wie wichtig war ein Partner, der den Grundsatz „Music Is Not Just A Product But A Passion“ lebt?
Simon „Totleben“ Bossert:
Die Zusammenarbeit mit Apostasy Records besteht bereits seit Jahren, unter anderem durch meine Arbeit an Artworks für verschiedene Veröffentlichungen. Dadurch kennt man sich natürlich schon sehr gut und bekommt ein Gefühl dafür, wie der jeweils andere arbeitet und welche Ansprüche er an seine Projekte stellt. Ich finde es sehr wertvoll, wenn eine Zusammenarbeit nicht nur auf einer einzelnen Veröffentlichung beruht, sondern über längere Zeit wachsen kann. Es ist eindeutig mehr als ein weiterer Auftrag oder Job, den man erledigt, denn ich weiß, wie sehr das Label mit Tomasz und Kerstin Wert auf ehrliche und bodenständige Arbeit legt. Man entwickelt ein gegenseitiges Verständnis und kann sich bei neuen Projekten auf einer sehr wertvollen Grundlage begegnen.
Gerade bei FADING LIGHT war mir wichtig, einen Partner zu haben, der versteht, dass hinter dem Album mehr steckt als die reine Produktion und Veröffentlichung von Musik. Ich investiere sehr viel Zeit und Energie in die verschiedenen Ebenen des Projekts. Da geht es um Kompositionen, Geschichten, Artworks, Animationen und viele weitere Details, die am Ende zusammenwirken sollen.
Wie bereits erwähnt, habe ich bei Apostasy stets einen sehr hohen Qualitäts- und Produktionsanspruch gespürt, den ich vollkommen unterstütze. Das Earbook ist in dieser Hinsicht eine fantastische Erweiterung. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal ganz herzlich bei Apostasy Records für all das bedanken! Das Leitmotto „Music Is Not Just A Product But A Passion“ passt für mich sehr gut zu diesem Vorhaben. Ich möchte ein Werk erschaffen, mit dem man sich beschäftigen kann und das vielleicht auch nach vielen Durchläufen noch neue Eindrücke vermittelt.
Tobias:
Gitarren, Bässe, Orchestrierungen, Lyrics, Artworks, Buchgestaltung und Videoproduktion stammen komplett aus deiner eigenen Feder. Wie behältst du bei einem derartig riesigen Arbeitspensum den Fokus, ohne dich in den unzähligen Details zu verlieren?
Simon „Totleben“ Bossert:
Ich glaube, das hängt vor allem damit zusammen, dass ich die verschiedenen Bereiche nicht als voneinander getrennte Aufgaben empfinde. Sie gehören für mich alle zu demselben kreativen Prozess. Ich sehe mich da eher als einen Handwerker beziehungsweise Künstler, der eben die Elemente oder Materialien verwendet, die für das angestrebte Endergebnis benötigt werden.
Wenn ich mich mit einer bestimmten Sache noch nicht auskenne, sind mein Entdeckergeist und meine Neugier oft so groß, dass ich mich damit beschäftige und es mir selbst beibringe oder mir für die Umsetzung zusätzliche Hilfe hole. Man beschäftigt sich dann mit musikalischen Arrangements, Klangfarben, Texten, Bildkompositionen und technischen Fragen. Das kann durchaus sehr umfangreich werden, aber es hat mich bisher immer weitergebracht. Ich bin jemand, der sehr gerne beobachtet, hinterfragt und sich intensiv mit Dingen auseinandersetzt. Diese Eigenschaft kann bei der künstlerischen Arbeit hilfreich sein, weil man nicht unbedingt mit der erstbesten Lösung zufrieden ist.
Aber – und das ist sehr wichtig – wenn für mich einmal dieser eine Moment gekommen ist, in dem ich spüre, dass ein Song oder ein Artwork fertig ist, bleibt es in der Regel für immer unverändert und kommt genau so auf die CD beziehungsweise als Artwork ins Booklet. Sonst würde ich auch nie vorankommen oder ein Ende finden. Ich finde, es ist sehr wichtig, auch als Künstler zu akzeptieren, dass das eben der aktuelle Könnens- und Wissensstand ist. Natürlich ist man in ein paar Jahren weiter und schaut dann alte Arbeiten mit einem Zwinkern an. Aber genau diese Werke waren eben die treibenden Kräfte, die einen geschliffen und genau dorthin gebracht haben. Daher muss man es zulassen, nicht heute schon im Übermorgen zu leben.
Tobias:
Für die Drums konntest du Michiel van der Plicht (u. a. Pestilence, Nyktophobia) gewinnen, während Christian Kupczyk (Aeonyzhar) ein Gastsolo in ‚Crowned with Might‘ beisteuert. Wie kam die Zusammenarbeit mit den beiden zustande und welchen Einfluss hatten sie auf das klangliche Gefüge?

Simon „Totleben“ Bossert:
Für die Drums und das Gitarrensolo habe ich mir Musiker an Bord geholt, die ihre jeweiligen Instrumente überzeugend beherrschen und dem Album an den entsprechenden Stellen etwas Eigenes mitgeben können, wozu ich selbst nicht imstande wäre. Ich kann gut Gitarre spielen, aber bei Soli bin ich einfach komplett talentfrei – genauso wie beim Einspielen des Schlagzeugs.
Michiel van der Plicht hat die Schlagzeugparts so eingespielt, wie ich sie vorher geschrieben hatte. Es war ein interessanter Prozess: Ich hatte ihm alle Songs in einer Art Demoversion geschickt. Er gab mir damals schon das Feedback, dass die Drums recht sinnvoll geschrieben seien. Wir haben es dann so gemacht, dass er mir auf Basis meiner Demos zu jedem Song drei bis vier komplette Durchläufe mit seinen eigenen Ideen und Takes geschickt hat. Aus diesen Takes habe ich mir das herausgesucht, was mir gefallen hat, und daraus eine „finale Version“ für ihn zusammengeschnitten. Also so ein richtig schönes Frankenstein-Monster! 😉
Diesen finalen Gesamtdurchlauf des Songs hat er dann geübt und aufgenommen. Genau so ist er auf dem Album zu hören. Es ist also eine Mischung aus meiner Vision und Michiels Genialität, Dinge einzubauen, auf die ich selbst nie gekommen wäre und die ich jetzt niemals missen möchte. Ich kann und habe schon einiges vorgegeben, aber der Profi am Schlagzeug ist Michiel. Guter Kerl!
Christian Kupczyk steuerte das Solo zu ‚Crowned with Might‘ bei, genau. Als ich mit Christian an seinem Video „Divine Hybrid Euphoria“ arbeitete, begann auch abseits der zu besprechenden Arbeitsdetails ein reger Austausch über das Symphonic-Black-Metal-Genre und viele Gespräche über das Leiden und Leben als schaffender Künstler beziehungsweise Musiker. Wir haben recht viele Gemeinsamkeiten und stehen auch so in einem sehr guten Kontakt. Als ich dann über unser gemeinsames Label das Album „The Profane Era“ von Aeonyzhar hörte, war mir klar: Dieser Mann versteht ganz genau, was er da tut. Es wäre doch super, wenn er gerade in der Gitarrenabteilung noch die fehlenden Prozent dazu beisteuern könnte, die mir einfach nicht möglich sind. Ich liebe das Solo jedes Mal, wenn ich es höre. Es verbessert den Song unglaublich beziehungsweise fügt einige Pinselstriche hinzu, zu denen ich nicht fähig gewesen wäre. Ich mag vieles können, aber das macht Christian ausgezeichnet! Auch an dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön!
Tobias:
Für den Mix und das Mastering konntest du Joost van den Broek (Sandlane Recording Facilities) gewinnen, der bereits für den Bombastsound von Powerwolf, Epica oder Blind Guardian gesorgt hat. Wie lief die Arbeit mit Joost ab, um die Balance zwischen roher Schwarzmetall-Härte und opulenter Symphonik perfekt auszusteuern?
Simon „Totleben“ Bossert:
Ich meine, es ist ja schon erst einmal kurios: Warum sollte man sich einen „Powermetal“-Produzenten ins Boot holen, wenn es da draußen doch die Fredrik Nordströms und Jens Bogrens gibt? Und genau das habe ich sehr bewusst entschieden! Schau, für mich ist die musikalische Anatomie von FADING LIGHT wie ein sehr gut gekochtes Essen oder eine komplexe Bildkomposition. Sie besteht aus sehr vielen klanglichen Ebenen, Dynamiken, Stimmungen und vielem mehr. Das alles unter einen Hut zu bekommen, bedarf schon eines ganz besonderen Händchens. Ich wollte einfach nicht, dass das Album in einem Haufen „Metalgeballer“ sich selbst erstickt.
Es war interessant, den Prozess zu verfolgen, denn genau das hat Joost am Anfang auch mit der ersten Mixversion gemacht. Die war brutal und auch sehr gut, aber einfach zu heftig und zu rabiat. Wenn man beispielsweise bei manchen Songs das Orchester komplett weglassen würde, wäre man erstaunt, wie rau und heftig das Riffing eigentlich ist. Das Orchester bettet aber alles ein.
Um nun wieder anzuknüpfen: Ich wusste, dass Joost gerade dort ein sehr geniales Gespür hat. Durch Powerwolf oder Epica ist er ein Meister im Umgang mit vielen Details und Spuren und schafft es trotzdem, die gewünschte Härte nicht zu verlieren. Genau dort haben wir dann mit der zweiten Version des Mixes angesetzt. Er wusste nun also, dass es mir nicht nur um maximal plakatives Geballer ging, sondern darum, dass er sensibel alle Zutaten im Raum verteilen sollte.
Und genau das hat er fantastisch umgesetzt. Ich denke, das ist ein Niveau, das für andere Produzenten und Studios nur sehr schwer zu erreichen ist, da meine Musik schon auch einen recht großen Maßstab hat und sich durch ihre Masse schnell selbst erdrücken könnte. Auch an dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön und meinen Respekt für seine Feinfühligkeit an Joost.
Tobias:
Der Opener ‚A Gathering of Souls‘ geht nahtlos in ‚Crowned with Might‘ über, wo es lyrisch um die Versammlung der „Kinder des Todes“ vor dem Thron des Todes geht. In ‚On Wings of Vengeance‘ wiederum geht es um den Verrat der Menschen an den Drachen. Welche mythologischen oder gesellschaftlichen Einflüsse inspirieren dich zu diesen düsteren Gleichnissen?
Simon „Totleben“ Bossert:
Ich denke, dass ich grundsätzlich gerne hinterfrage, warum Dinge so sind, wie sie sind, und weshalb bestimmte Verhaltensweisen immer wieder auftreten. Dabei interessieren mich nicht nur konkrete historische oder gesellschaftliche Situationen, sondern vor allem die Mechanismen dahinter. Für FADING LIGHT nutze ich gerne archetypische Figuren und überspitzte Szenarien. Götter, übermächtige Herrscher, Drachen oder andere Wesen aus einer fantastischen Welt können bestimmte Eigenschaften und Konflikte verkörpern, ohne dass man sie unmittelbar einer konkreten Person oder Situation zuordnen muss. ‚Crowned with Might‘ beschäftigt sich beispielsweise mit der Frage, was geschieht, wenn eine übermächtige Kraft absolute Herrschaft ausübt und gnadenlos regiert. Ursprünglich hatte ich den Song stärkere mit der Unterdrückung von Bedürfnissen verbunden. Im Laufe der Entwicklung verlagerte sich der Schwerpunkt dann auf die Frage nach Macht und Kontrolle.
Bei ‚On Wings of Vengeance‘ interessiert mich wiederum der Verrat. Die Drachen stehen in der Geschichte für Beschützer, denen die Menschen Vertrauen entgegenbringen könnten. Wenn diese Menschen sich schließlich falschen Göttern zuwenden und ihre bisherigen Verbündeten verraten, entsteht daraus ein Konflikt, der weit über eine klassische Fantasy-Geschichte hinausweist. Solche Erzählungen können natürlich Assoziationen zur heutigen Welt wecken. Man kann darin Fragen nach Machtmissbrauch, Manipulation, Abhängigkeit oder dem Umgang miteinander erkennen. Mir geht es allerdings nicht darum, konkrete politische Aussagen in fantastische Kostüme zu kleiden. Ich sehe meine Texte eher als anthropologische Betrachtungen mit einem Klecks Dark Fantasy. Die Geschichten sollen bestimmte Mechanismen sichtbar machen. Was man daraus für sich selbst ableitet, bleibt dem jeweiligen Hörer überlassen.
Tobias:
In der Vorabsingle ‚Seeds of Death‘ übernimmt Sophie Müller als Gast eine prägnante Rolle. Wie kam es zu der Entscheidung, bei der Geschichte über den gierigen Machthaber auf feminine Vocals zu setzen, und was verleiht ihrer Stimme diese besondere Schauer-Atmosphäre?
Simon „Totleben“ Bossert:
Da kommt jetzt der Tolkien- beziehungsweise „Herr der Ringe“-Filmfan ans Tageslicht… hehe. Also, um es kurz zu machen: Ich kenne Sophie schon eine Weile, und als wir eines Abends gemütlich zusammensaßen und ich genauer auf ihre Stimme hörte, habe ich eine Art „Galadriel“-Klangfarbe in ihrer Stimme herausgehört. Also, es soll jetzt nicht so klingen, als hätte Sophie die Aufgabe gehabt, Cate Blanchett zu imitieren. Es war eher genau das, wie bei den Soli von Christian auch: Sie war exakt die eine besondere Zutat, die genau an diese Stelle musste. Ich hätte sie selbst nicht eingesprochen. Nicht, weil ich nicht wie Cate Blanchett klinge, sondern weil ich mir nur genau diese Klangfarbe an dieser Stelle für diesen Part vorstellen kann. Es gibt ja diese eine prägnante Stelle in „Die Gefährten“, als Galadriel der Versuchung durch den Ring in Lothlórien widersteht und kurz zu ihrem dunklen Spiegelbild wird. Genau dieses Bild hatte ich dort vor Augen. Es ging mir nicht darum, den Stil irgendwie kopieren zu wollen, sondern vielmehr um die Inspiration, die davon ausging. Und genau das hat Julie, die den Part dann im Musikvideo super umgesetzt hat, ebenfalls aufgegriffen. Auch sie ist ein riesiger „Herr der Ringe“-Fan!
Tobias:
Das Video zu ‚Seeds of Death‘ mit Julie Houssin basiert unter anderem auf Hintergründen, die mit der Unreal Engine gerendert wurden. Wie siehst du als klassischer Künstler den Einsatz moderner 3D-Engines und Animationstechniken im Visual Design von Metal-Videos?
Simon „Totleben“ Bossert:
Ach! Wenn man vom Teufel spricht! Nein – haha, keinesfalls! Julie war die erste Wahl für die Darstellung der „Dark Galadriel“. Und sind wir mal ehrlich: Es geht ja gar nicht um Galadriel oder ähnliche Tolkien-Referenzen. Es geht vielmehr darum, auf einer Metaebene genau das Gefühl ausdrücken, das beispielsweise auch Athene verkörpert: Weisheit, Klugheit – wie eine Botin. Und genau das sagt ja auch der Text: „Diving through the Unknown. My Flesh shall be forgotten. All ends. Endless Freedom at last.“ Das liest sich ja schon wie eine Prophezeiung, dass durch den vergänglichen und materiellen Körper ein Ende unvermeidlich ist und ewiger Frieden nur im Tode gefunden werden kann. Genau das ist für mich eine enorm wichtige Weisheit. Und genau das verkörpert Galadriel in ihrer Erkenntnis im Spiegel ebenso wie Athene, die Weisheit verkörpert und überbringt.
Nun aber zur Produktionsebene des Videos: Ich wollte ein solches Video schon immer einmal machen. Aber so, wie der Alltag nun mal läuft, kann man ein Video solchen Maßstabs nicht mal eben an einem Nachmittag fertigstellen. Auch für Bands wäre es, denke ich, schwierig, so viel Arbeitszeit und Aufwand für ein Video zu betreiben – vom Finanziellen einmal abgesehen. Ich sage das deshalb, weil es bisher nie eine solche Anfrage einer Band an mich gegeben hat, aber stets der Wunsch meinerseits bestand, so etwas zu machen.
Daher ergab sich nun die perfekte Gelegenheit, diesen Wahnsinnsaufwand zu betreiben und auch selbst Fehler machen zu dürfen, weil es ja mein eigenes Projekt ist. Ein Kunde würde ein schnell geliefertes und perfektes Endprodukt erwarten. Aber irgendwann muss man das ja auch erst einmal lernen. Daher baute ich mir mithilfe von 3D-Renderings eigene Hintergründe zusammen, lernte den Umgang mit Greenscreen, das Compositing für Videos mit Bewegungsverfolgung („Cameratracking“) und hangelte mich so von „Kann ich noch nicht – brauche ich aber“ über „Aha, so funktioniert das also“ und „Okay, das funktioniert also, dann weiter so“ bis hin zu „Okay – Video ist fertig!“.
Es war schon eine ordentlich anstrengende Harakiri-Aktion, aber nun weiß ich, was ich bei einem nächsten Video dieses Maßstabs direkt von Anfang an besser machen kann, und habe dabei ordentlich Erfahrungen gesammelt. So läuft eben ein künstlerischer Entwicklungsprozess und keine Ein-Klick-Lösung via KI-Tools usw. Eine Animation sollte nicht bloß zeigen, dass man eine Animation erstellen kann. Sie sollte etwas zur Geschichte, zur Stimmung oder zur Wahrnehmung der Musik beitragen. Wenn das gelingt, ist die Technik für mich sinnvoll eingesetzt.
Tobias:
Ein emotionaler Ausreißer ist ‚Far Away from the Stars‘ – ein wuchtiger, verletzlicher und fast schon tragischer Song mit spürbarer Leichtigkeit in der Schwere. Wie schwer fiel es dir im Entstehungsprozess, diese traurige Endgültigkeit musikalisch einzufangen?
Simon „Totleben“ Bossert:
Hm, für mich ist das keineswegs ein schwerer Prozess. Ich mag das sogar. Ich finde, dass Traurigkeit eine unglaubliche Qualität besitzt. Uff – also bitte verstehe mich nicht falsch: Es gibt ja auch diese Art von Leuten, die sagen, sie könnten nur kreativ sein, wenn sie sich schlecht fühlen. Zu dieser Kategorie gehöre ich eher weniger. Was ich damit meine, ist, dass Traurigkeit über etwas ja auch eine Auseinandersetzung beziehungsweise eine innere Reflexion bedeutet. Man ist beispielsweise erschüttert über den Verlust eines wichtigen Angehörigen oder trauert über unermessliches Leid. Sind diese Gründe denn falsch? Ich denke nicht. Trauer bedeutet, dass einem etwas enorm wichtig gewesen ist beziehungsweise immer noch ist und man sich mit der bitteren Wahrheit der Trennung oder unwiederbringlichen Vergänglichkeit konfrontiert sieht.
Wenn ich über mein künstlerisches Schaffen spreche, geht es mir darum, genau darüber zu reflektieren und es anschließend künstlerisch auszudrücken. Daher denke ich, dass ich oft auf einer Metaebene über der Thematik stehe und Freude daran habe, damit zu arbeiten. Bei den anderen Themen ist das genauso. Es ist eben das Einfärben und Aneinanderreihen von Klängen, um daraus ein bestimmtes Gefühl zu erzeugen, das wiederum eine bestimmte Emotion oder ein bestimmtes Bild im Herzen auslöst. Schon cool, so etwas. Das finde ich total magisch und übernatürlich!
Tobias:
Aus einer Romanze wird in ‚Necromance‘ eine okkulte Geschichte über Verlust, Krankheit und Verfall. Wie schwer ist es, die harten Gegensätze von Liebe, Wärme, Kälte und Tod in einem einzigen Song spürbar zu machen?
Simon „Totleben“ Bossert:
Och joah, ich glaube, dass Gegensätze gerade deshalb so interessant sind, weil sie sich gegenseitig verstärken können. Wärme wird anders wahrgenommen, wenn man zuvor Kälte erlebt hat. Und Liebe bekommt eine andere Bedeutung, wenn man sich gleichzeitig mit Verlust oder Vergänglichkeit auseinandersetzen muss.
‚Necromance‘ verbindet diese Gegensätze in einer Geschichte, in der der Protagonist seine Liebe durch eine Krankheit verliert und sich daraus eine okkulte Entwicklung ergibt. Der Titel spielt natürlich auch mit der Nähe zwischen Romanze und Nekromantie. Mich interessiert dabei weniger der reine Schockeffekt als die emotionale Verschiebung, die innerhalb einer solchen Geschichte stattfindet. Etwas, das ursprünglich mit Nähe, Zuneigung und Leben verbunden war, wird zunehmend von Verlust und Verfall überschattet. Genau das macht ja auch die Musik des Songs: Man hat dieses verspielte Klavier und dann wieder die schneidenden Gitarren und das hämmernde Schlagzeug, das einen aus dieser Romantik gänzlich hinab ins Grab zieht. Ich mag so etwas, wie man merkt.
Tobias:
Das Album endet mit der Single ‚Poltergeist‘ und hinterlässt beim Hörer einen schaurig-schönen Eindruck. Warum war genau diese Spukgeschichte der richtige Schlusspunkt für das Gesamtwerk „The Spell Of A New Dawn“?
Simon „Totleben“ Bossert:
Ich finde es grundsätzlich wichtig, dass ein Album nicht einfach nur aus einer Aneinanderreihung von Songs besteht, sondern einen gewissen Spannungsbogen besitzt. Gerade ein Opener und ein Abschluss haben dabei eine besondere Funktion. Sie eröffnen einen Raum und führen einen anschließend wieder aus diesem Raum heraus – oder zumindest in einen anderen Zustand.
‚A Gathering of Souls‘ eröffnet das Album mit sinfonischen Klängen, die eine bestimmte Welt andeuten und den Hörer auf das vorbereiten, was folgt. ‚Poltergeist‘ bildet den Abschluss und setzt mit seinen majestätischen, teilweise verträumten Keyboardmelodien noch einmal einen anderen Akzent.
Ich fand zusätzlich – wenn man jetzt nur vom Musikalischen ausgeht –, dass der lange ausklingende Klavierpart am Ende von ‚Poltergeist‘ schon wie ein Outro funktioniert. Deshalb gibt es auf diesem Album kein für mich typisches Klavieroutro. Auf allen meinen vorherigen Alben gab es eines. „Requiem“ von Totengeflüster hat sogar ein Video bekommen, das ich heute noch sehr mag, das aber nie wirklich viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Und noch einmal zu ‚Poltergeist‘: Es ist doch auch schön, in so einem unwirklichen Geisternebelgeschwaber aufzuhören, denn danach ist ja alles möglich!
Tobias:
Ist FADING LIGHT als einmaliges Projekt angelegt oder hast du fest vor, diesem Epos in Zukunft weitere Alben und Kapitel folgen zu lassen?
Simon „Totleben“ Bossert:
Huch! Diese Frage passt ja perfekt zu dem, was ich gerade noch sagte. Also, wie man ja herauslesen kann, bin ich ein recht fleißiges Bienchen, aber ich habe noch nie etwas für die Quantität oder das Prestige gemacht. Natürlich geistern in meinem Kopf viele Ideen herum, manche konkreter, manche noch komplett offen. Ich freue mich im Moment erst einmal unglaublich darüber, diesen unglaublich komplexen Berg aus Durchkämpfen, Freude an der Arbeit, Fehlern machen, daraus lernen und Weitergehen geschafft zu haben. Daher will ich nicht morgen schon wieder in den Ring steigen und den nächsten Kampf bestreiten. Klar ist das nicht nur Kampf, denn es ist ja auch ein Teil meiner Bedürfnisse und Identität. Aber es verlangt einem schon einiges ab. Also, wenn es nach mir geht, kommen natürlich noch weitere Sachen. Aber wie, was, wann und wo – das kann ich heute noch nicht abschätzen.
Tobias:
Bevor wir zum Ende kommen: Haben wir aus deiner Sicht alles Wichtige rund um „The Spell Of A New Dawn“, dein visuelles Konzept und die Entstehung des Albums abgedeckt?
Simon „Totleben“ Bossert:

Natürlich eröffnen moderne digitale Technologien viele neue Möglichkeiten. Dennoch stellt sich die Frage, welchen Stellenwert wir der menschlichen Arbeit und dem kreativen Prozess weiterhin geben möchten. Es ist ja schon auch so, dass ich sehr viel Photoshop oder 3D-Editoren für die Erstellung der Artworks nutze und das Album digital aufgenommen wurde. Trotzdem ist nicht zu vergessen, was es bedeutet zu erleben, wie ein Pinselstrich, auch wenn er digital aus Pixeln besteht, ein Bild zum Leben erweckt, oder zu wissen, mit welcher Energie Michiel seine Drums eingespielt hat, um genau diesen Sound zu erzeugen?
Tobias:
Dankeschön für deine Zeit, Simon. Die letzten Worte gehören natürlich dir!
Simon „Totleben“ Bossert:
Ich möchte mich bei dir und beim OBLIVEON für das Interesse an FADING LIGHT und die Möglichkeit bedanken, so ausführlich über das Projekt und die Gedanken dahinter sprechen zu dürfen. Gerne wieder!
Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Simon Bossert

