
ALLEGAEON
Titel: THE OSSUARY LENS
Label: Metal Blade Records
Spieldauer: 44:44 Minuten
VÖ: 04. April 2025
Aus Fort Collins/USA kommen ALLEGAEON, die für ihren technischen (Melodic) Death Metal bekannt sind. Die Band um Rückkehrer Ezra Haynes (Vocals), Greg Burgess (Guitar), Michael Stancel (Guitar/Vocals), Brandon Michael (Bass/Vocals) und Jeff Saltzman (Drums) veröffentlicht am 04. April 2025 ihr neuestes Todesblei-Album “The Ossuary Lens”, insgesamt ihr siebtes Studiowerk seit Gründung 2008. Wie oben erwähnt, kehrt ihr ursprünglicher Sänger Ezra Haynes zurück und ist seit seinem Ausstieg 2015 und dem Album “Elements of the Infinite” zum ersten Mal wieder an Bord des US-Death Metal Dampfers.
Thematisch betrachten ALLEGAEON auf “The Ossuary Lens” mehrere Sichtweisen auf den Tod – als übergreifende Thematik, denn “The Ossuary Lens” ist kein Konzeptalbum. Haynes sagt über das “TOL”:
Jedes Lied behandelt im Wesentlichen ein anderes Thema, jedoch ist mit jedem Thema immer eine andere Perspektive auf den Tod verbunden. Da sich das gesamte Album um dieses übergreifende Thema Tod und die damit verbundenen verschiedenen Sichtweisen dreht, fühlten wir uns sehr mit dem Wort ‘Ossuary’ verbunden, und da das Album den Tod aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, fanden wir, dass “The Ossuary Lens” sehr gut zum Albumtitel passt.
Mit dem 61 Sekunden Intro ‘Refraction’ starten ALLEGAEON instrumental und mit südländischen Vibes, die es so im Melo Death Banger ‘Chaos Theory’ nicht gibt. In ruhigen Gewässern startet auch der Wutfetzen ‘Driftwood’, um dann in einen Mix aus Highspeed Death Metal mit knackigen Growls und Mid Tempo Todesblei mit Clearvocals überzugehen, die von druckvollem Schlagzeug-Gewitter und bockstarken Twin-Gitarren begleitet werden. ‘Dies Irae’ glänzt vor allem durch die wechselseitigen bösen Growls und der heftigen Melodien, die sicherlich jedem Fan eines gepflegten Circle Pits gefallen wird. Der Hassfetzen ‘The Swarm’ bringt ebenfalls Mosh-Potential mit, aber vor allem einen druckvollen Gesang, dass man sich den Fön morgens eigentlich sparen kann – bei dem Druck wird auch die Glatze trocken! ‘Carried by Delusion’ kommt langsam in Fahrt, was Abwechslung ins ohnehin schon ziemlich vielseitige Album bringt, besonderen Gefallen finde ich an den kurzen ruhigen Momenten nach denen die Hölle losbricht – sehr stark! ‘Dark Matter Dynamics’ beinhaltet ein Gitarrensolo der anspruchsvollen Art und kann als “akustische Insel” im stürmischen Melotech-Meer gesehen werden. Nach dem Neckbreaker ‘Imperial’ servieren ALLEGAEON das sieben Minuten Highlight ‘Wake Circling Above’, welches mit einer Wucht in die Synapsen geblasen wird die ihresgleichen sucht. Dabei ist der Song nicht mal irre schnell oder extrem brachial, eher sehr intensiv und tiefgängig. ‘Wake Circling Above’ geht nahtlos in den finalen Track ‘Scythe’ über, der in seiner Stimmung ähnlich intensiv ist und unter die Haut geht.
Mit “The Ossuary Lens” und der Rückkehr von Ezra Haynes verliert sich der klare Teil der letzten Alben, denn die Throat des “verlorenen” Frontmannes braucht Platz um sich und ihre rohe, raue, brutale und technisch umwerfende Art zu entfalten und das ist gut so. In lyrischer Hinsicht bleiben die Jungs ihren wissenschaftlich fundierten Texten treu – hier lohnt es sich das Lyric Sheet beim anhören zu studieren! Haynes spricht beim Sound des Albums von “Melotech”, einem Mix aus melodisch-technischem Death Metal und kreiert damit definitiv eine sinnvolle Abkürzung – wobei man hier den progressiven Ansatz nicht unerwähnt lassen darf. Auch nicht unerwähnt lassen kann ich die fantastischen Gitarrenperfomances, die technisch sauberen Riffs, die bockstarken und blitzschnellen Drums und die wuchtigen Vocals, Clean wie Growl – “The Ossuary Lens”: ein absolut großartiges und gutklassiges Hörvergnügen über 44 kurzweilige Minuten.
Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten