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NIGHT IN GALES – Hoffnung, Verfall und die bittere Wahrheit des Lebenszyklus

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Man erntet, was man sät: Hinter dem Titel „Bitter Harvest“ verbirgt sich nicht nur eine zeitlose Lebensweisheit, sondern das lyrische und visuelle Fundament des zehnten NIGHT IN GALES-Albums. In Kombination mit dem wieder einmal beeindruckenden Cover-Artwork von Paolo Girardi spinnt die Band die ästhetische und inhaltliche Kontinuität ihrer Historie konsequent weiter. Themen wie Verfall, Vergänglichkeit und die existenziellen Fragen des Lebenszyklus treffen auf messerscharfe Göteborg-Riffs und düster-poetische Melodien. Jens Basten gibt im OBLIVEON-Talk tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der Band, die Entwicklung des Songwritings und die unersetzliche Bedeutung von physischen Tonträgern in einer sich wandelnden Musiklandschaft.

Tobias:
Ich habe in meinen bisherigen Reviews eure Entwicklung von „Towards The Twilight“ und „Thunderbeast“ über „The Black Stream“ und „Shadowreaper“ bis hin zum „Sylphlike (Re-Recording 2025)“ verfolgt. Mit „Bitter Harvest“ habe ich jetzt allerdings erstmals das Gefühl, dass ihr euer bisheriges Opus Magnum vorlegt. Wie siehst du das selbst – ist dieses Album auch für dich der bisherige Höhepunkt eurer Alben?

Jens:
Freut mich sehr dass Du „Bitter Harvest“ so gut findest! Tasächlich war es bei diesem Album ein Ziel, ein ganz besonderes, nach Möglichkeit perfektes Night In Gales Album abzuliefern, das jedem der bisher ein Album von uns mochte, gefallen würde. Der Grund dafür war, da es jetzt das zehnte Album unserer Karriere ist und wir auch nicht sicher sein können, wie lange wir noch weitermachen werden. Wir gehören einer Generation von Bands an, wo die ersten Mitglieder einfach wegsterben, schlimme Krankheiten kriegen, oder ganz einfach die Lust an der Sache verlieren, wie ich finde auch nachvollziehbar nach 30 Jahren und einem heute anderen Lebensstil. Es sollte also ein Album werden, das mühelos als das letzte NiG Album stehen bleiben könnte. Und was zeichnet ein solches Album aus? Natürlich die guten Kompositionen darauf. Also lag der Fokus mehr denn je auf guten, schlüssigen Songs, die notwendige Abwechslung, und nicht etwa den Versuch das schnellste, komplexeste oder härteste Album zu schreiben, sondern einfach mal das Beste :). Und ich denke das hat schon ganz gut geklappt.

Tobias:
Auf „Bitter Harvest“ holt ihr die raueren Rock-Einflüsse von „Towards The Twilight“ und „Thunderbeast“ wieder stärker nach vorne. Was hat in euch den Wunsch ausgelöst, diese frühe Seite von NIGHT IN GALES erneut stärker auszuleben?

Jens:
Die Idee, ein eher midtempo-lastiges Album zu schreiben, kam durch den Rückblick auf „Shadowreaper“, da dieses Album, denke ich, sehr hart, schnell, und für unsere Verhältnisse recht evil daherkam und auch etwas eindimensional, was das Songwriting betrifft. Und da es aus meiner Sicht einfacher ist, schnelle Songs zu schreiben, da bei Midtempo-Songs die Riffs mehr im Fokus stehen, war damit die Herausforderung da, die einen dann schließlich auch antreibt weiterzumachen und einem Ziel zu folgen. Wir ändern ja immer ein wenig von Album zu Album, damit es bei dem recht hohen Veröffentlichungstempo nicht so langweilig wird. Und die Frühwerke „Towards The Twilight“ und „Thunderbeast“ gelten bei sehr vielen noch als unsere wichtigsten Alben, daher war es schon auch sinnig, deren Charakteristik wieder etwas deutlicher in den neuen Songs abzubilden. Und außerdem kommen die rockigeren Midtempo-Songs live immer am besten an, also noch ein Argument mehr.

Tobias:
Für mich klingt diese Rückbesinnung überhaupt nicht nach einer Nostalgie-Nummer, sondern erstaunlich frisch. Wie schafft ihr es, alte Trademarks aufzugreifen, ohne euch dabei selbst zu kopieren?

Jens:
Das liegt sicher daran, dass wir natürlich nach dieser langen Zeit das Metal-Handwerk etwas besser verstehen, also etwas ausgefeiltere Sachen spielen, vor allem was die Akkordwahl und Harmonien anbetrifft. Und dann ist da natürlich auch das etwas modernere, kraftvollere Soundgewand, was vielleicht ähnliche Parts doch recht anders transportiert als 1997/98. Es gibt schon ein paar eindeutige Zitate, aber kein stumpfes Riff-Recycling oder so. Die Devise lautet: Es ist erlaubt, was dem Song gut tut und rockt – fertig aus.

Tobias:
Mit Fredrik Nordström und dem Studio Fredman habt ihr euch erneut einen Produzenten ins Boot geholt, der mit „Shadowreaper“ bereits eng mit eurer Bandgeschichte verbunden ist. Was macht die Zusammenarbeit mit ihm für NIGHT IN GALES so besonders und was wolltet ihr diesmal klanglich aus ihm und dem Studio herauskitzeln?

Jens:
Genau, und da er auch das „Sylphlike“-Rerecording sehr gut abgemischt hatte, war klar, dass wir nochmal zu ihm gehen werden. Er bevorzugt einen für heutige Produktionen verhältnismäßig rauhen, echten Gitarrensound und macht das Endergebnis nicht zu glatt – das war uns sehr wichtig. Und man muss ihm so gut wie nichts sagen – er macht einfach und dann ist es plötzlich fertig. Wir nehmen uns da auch gerne sehr zurück, denn wir kaufen ja schließlich nicht so eine Kompetenz ein, um ihm dann zu erklären, wie er es verschlimmbessern soll, nee nee – das haben wir inzwischen gerafft.

Tobias:
‚The Great Abyss‘ eröffnet „Bitter Harvest“ mit einem stimmungsvollen Intro, bevor die Gitarren einen direkt in den Mahlstrom ziehen. Wie wichtig ist euch dieses Kopfkino – also Musik, die beim Hörer nicht nur Nackenschmerzen, sondern auch Bilder erzeugt?

Jens:
Total wichtig! Diese ganz besondere Stimmung verstärken auf „Bitter Harvest“ eine Reihe von Intros/Outros, die als spannende Übergänge zwischen den Songs funktionieren. Die Festlegung der Song-Reihenfolge war hierdurch auch recht stark beeinflusst diesmal, da es nur so, wie es jetzt ist, eine sinnvolle Story ergibt, wenn auch nur eine musikalische. Klar sind die Lyrics auch wieder voll von Bildern, was die Musik natürlich an vielen Stellen zusätzlich pusht.

Tobias:
‚A Void Devours‘ beginnt mit ruhigen Passagen und Flüstern, bevor sich der Song in euren typischen melodischen Härtegrad verwandelt. Was reizt euch an solchen Kontrasten zwischen Ruhe und brutaler Härte?

Jens:
Eben genau das, was Du beschreibst – die Dynamik. Dynamik ist nun mal eines der wichtigsten Werkzeuge beim Komponieren bzw. Produzieren – das kann man gerade im Metal schon mal schnell vergessen, ist uns sicher auch schon mal auf kompletter Albumlänge passiert, aber eben nicht diesmal. Manche Sachen, wie das von Dir angesprochene geflüsterte Intro bei ‚Void Devours‘, entstehen aber tatsächlich erst bei den Gesangsaufnahmen. Wir haben auch keine Vorproduktion gemacht, also Gesang direkt final aufgenommen. Und als der Chorus zum Song im Kasten war, kam dann rasch die Idee, das schon im Intro geflüstert auszuprobieren, da es da schon die Akkorde des Chorus sind und es so die Hookline schon vorwegnimmt. Wir nennen es auch „Bon-Jovi-Schema“. Es macht catchy.

Tobias:
Auch ‚Emberfield Veil‘ lebt von diesem Wechsel zwischen aggressiven Growls und fast schon gespenstischen Flüsterpassagen. Wie entstehen solche atmosphärischen Momente bei euch – sind sie bereits beim ersten Songwriting da oder entwickeln sie sich erst im Studio?

Jens:
Und auch hier war es ein spontaner Versuch bei den Vocal-Aufnahmen, eine bis dato leere Stelle im Song mit etwas möglichst Sinnvollem zu füllen. Man hat dann auch immer im Hinterkopf, was schon alles auf dem Album drauf ist, wo man sich also unnötig wiederholen würde, und was vielleicht eher spannend ist. Im Endeffekt bleibt dann drauf, was am besten funktioniert, und was auch ohne größere „Schwierigkeiten“ ins Ohr geht, haha.

Tobias:
‚Hollow Ember‘ beschäftigt sich mit Verfall und Vergänglichkeit, während ‚Wake To Cease‘ den menschlichen Lebenszyklus thematisiert. Warum beschäftigen euch gerade diese existenziellen Themen so stark und welche Rolle spielen dabei persönliche Erfahrungen?

Jens:
Im Prinzip hast Du die Antwort schon in der Frage erwähnt: weil diese Themen existenziell für alle Menschen sind, und natürlich vor allem für welche, die eher 50 als 20 sind. Haha, ist ja logisch irgendwie, denke ich. Geburt, Leben, Sterben sind ja allgegenwärtig, und jeden Tag irgendwie ein Thema und niemals unwichtig. Das macht sie zu potenziellen Themen für unsere Lyrics. Und natürlich nutze ich diese Themen, weil ich ein von den 90er Jahren geprägter Death-Metal-Traditionalist bin und mir das Verfassen einfach leicht fällt.

Tobias:
Bei ‚Seas Of Red‘ hat mich besonders die Spoken-Word-Passage gepackt, bevor der Song wieder mit voller Gewalt losbricht. Wie ist dieser Moment entstanden und was verändert er für dich an der Wirkung des Songs?

Jens:
Der Spoken-Word-Part war zwar schon eingeplant, aber Fredrik hat den Teil dann komplett oben drauf gemischt, sprich viel, viel lauter, als wir das in unserem eigenen Roughmix gesetzt hatten. Und genau durch diese Fredman-Decision bekam diese Stelle dann die richtige Power, also diesen krassen Effekt, den Du hier ansprichst. Ich finde den Song auch richtig spannend, da er die größten Kontraste zeigt. Der experimentellste Song des Albums – ganz klar.

Tobias:
Der Titel „Bitter Harvest“ steht sinngemäß für die alte Weisheit, dass man erntet, was man sät. Wie sehr ist dieses Bild für dich eine Metapher für menschliches Handeln und die Welt, in der wir heute leben?

Jens:
Es passt halt auf so ziemlich alles. Also auf sein eigenes Tun im privaten Umfeld, aber auch als eine Art Hoffnung auf Gerechtigkeit mit Blick auf die Welt, und nicht nur auf die heutige. Ich bin aber eigentlich kein abergläubischer Mensch, darum spreche ich bei solchen Zusammenhängen auch generell lieber von Hoffnung im Sinne einer Lebensstrategie (siehe auch Religion, Philosophie) statt von Gewissheit. Ich hatte den Titel über den Startpunkt „Shadowreaper“ in den Sinn bekommen, und einmal drin im Schädel wurde ich den dann nicht mehr los, weil es ja auch eine starke Bedeutung hat und es einfach wie Arsch auf Eimer als Konzept passte.

Tobias:
‚Dying Dawn‘ ist für mich einer der Songs, bei denen Musik und Text besonders stark miteinander verschmelzen. Wie wichtig ist es euch, dass lyrische Aussage und musikalische Atmosphäre am Ende wirklich dieselbe Sprache sprechen?

Jens:
Das ist tatsächlich eher ein glücklicher Zufall, wenn sich das so ergibt. Das Erste, was passen muss, ist, dass ein Text überhaupt auf einen Song passt, ohne dass man lange daran herumfummeln muss. Es muss schnell sitzen, denn das zeigt dann auch, dass es zusammengehört. Wenn das dann auch inhaltlich an den richtigen Stellen knallt – umso besser.

Tobias:
Mit ‚Where Silhouettes Burn‘ und ‚Sirens Fade‘ zeigt ihr erneut, wie wichtig große Melodien für euren Sound sind. Wie entsteht bei NIGHT IN GALES dieses Zusammenspiel aus messerscharfen Riffs, Growls und diesen teilweise fast schon hymnischen Melodien?

Jens:
Im Zuge einer Songwriting-Phase kommt immer eines zum anderen. Bei „Bitter Harvest“ war ‚Sirens Fade‘ zum Beispiel der erste Song, der entstand. Er war völlig anders als alles auf „Shadowreaper“, weil das Ziel eben war, diesmal wieder stärker einen anderen musikalischen Bereich von NiG zu zeigen, und zwar den mehr hymnischen, eingängigeren. Und wenn der erste Song steht, geht es mit dem zweiten dann auch niemals in die exakt gleiche Richtung. Und so geht es dann weiter. Man hat beim nächsten Song immer im Hinterkopf, was alles schon im Köcher ist, und denkt dann automatisch daran, sich nicht zu wiederholen, und was vielleicht für das Album die beste Bereicherung wäre. Es kann aber genauso gut auch was Ungeplantes „passieren“, also dass man eher zufällig was aufnimmt, mit dem man so gar nicht gerechnet hat. Es ist eine Mischung aus Beidem.

Tobias:
Wenn du „Bitter Harvest“ neben „Towards The Twilight“, „Thunderbeast“, „The Black Stream“, „Shadowreaper“ und dem „Sylphlike (Re-Recording 2025)“ hörst: Wo erkennst du die größte Entwicklung von NIGHT IN GALES und wo steckt für dich noch ganz eindeutig die DNA der frühen Tage?

Jens:
Das ist nicht so einfach zu beantworten, da wir ja nicht nur von uns selbst beeinflusst sind, sondern vielmehr von der frühen Melodic-Death-Bewegung insgesamt, wenn ich das so nennen darf. Und die hat ja auch wiederum ein paar Facetten bzw. geht auf ein paar stilprägende Bands zurück, und damit meine ich jetzt nicht nur die Göteborg-Abteilung, sondern nehme unbedingt auch die Vorreiter des Stils, also Amorphis, Desultory, Edge Of Sanity, Tiamat, Therion, Xysma, Paradise Lost, Pyogenesis, Cemetary, My Dying Bride, Cradle Of Filth und Anathema mit dazu.

Bei uns liegen die Schwerpunkte je Album mal mehr in der einen, mal mehr in der anderen Ecke, je nachdem, wohin die Reise gehen sollte. Vor dem Hintergrund kann ich aber auf Deine Frage bezogen sagen, dass der Fokus bei „Shadowreaper“ z.B. eher radikal auf eine eher Göteborg-typische Spielart begrenzt war, „Bitter Harvest“ hingegen so gut wie sonst keines unserer Alben die gesamte Melodic-Death-Landschaft von ca. 1993 wiederbelebt. Anders kann ich das nicht beschreiben, wir haben hier wirklich versucht, das quasi als Melodic-Death-Aufarbeitung anzugehen. Wenn man es mit Haribo vergleichen möchte, so wäre „Shadowreaper“ Lakritzschnecken und „Bitter Harvest“ Colorado.

Tobias:
Nach zehn Studioalben, Reissues und einem Re-Recording habt ihr schon verdammt viele musikalische Wege beschritten. Gibt es trotzdem noch eine Richtung oder Idee, die du mit NIGHT IN GALES unbedingt ausprobieren möchtest und die bisher keinen Platz auf einem Album gefunden hat?

Jens:
Ich könnte mir vorstellen, ein durchweg seichteres Album zu machen, das eher ins Vorprogramm von Moonspell als von Black Dahlia Murder passen würde, aber da hätte dann Adriano sicher was dagegen, das wäre ihm zu wenig Sport, schätze ich…

Tobias:
Auch bei euren Artworks gibt es eine spannende Kontinuität: Auf jedem neuen Cover finden sich Elemente des Vorgängeralbums wieder, die visuell weitergeführt und neu interpretiert werden. Wie habt ihr diese Verbindung von „The Black Stream“ über „Shadowreaper“ bis hin zu „Bitter Harvest“ gemeinsam mit Paolo Girardi entwickelt und wie viel steckt davon bereits in euren ursprünglichen Ideen? Und ganz ehrlich: Paolo Girardi liefert hier wieder ein verdammt starkes Artwork ab!

Jens:
Ja genau, die Album-Artworks hängen fast alle zusammen. Der erste Spagat war 2018 mit „The Last Sunsets“ geschafft, als wir durch die Farben des Horizonts eine Brücke zu „Sylphlike“ und „Towards The Twilight“ geschlagen haben. „The Black Stream“ (Zeichner war hier noch Costin Chioreanu) wurde dann auf unseren Wunsch von Paolo Girardi auf dem „Shadowreaper“-Cover weitergeführt, hier tauchen ebenso die Türme von „Towards The Twilight“ (als Relikte einer zerstörten Zivilisation, Zeichner war damals Andreas Marshall) wieder auf. Sowohl Türme als auch der Shadowreaper sind dann wiederum auch auf dem „Bitter Harvest“-Artwork zu finden. Wir wollten damit die stilistische Kontinuität optisch zusätzlich unterstreichen, vor allem beim Wiedereinstieg von Christian schon mit einem Blick aufs Cover klar machen, dass wir zu den Wurzeln zurückgekehrt sind.

Tobias:
Der Musikmarkt wirkt gerade ziemlich angeschlagen: Selbst etablierte Magazine wie das Rock Hard geraten massiv unter Druck, Konzerte werden nicht ausverkauft, komplette Shows oder Tourneen abgesagt und viele Veranstalter kämpfen ums Überleben. Wie nimmst du diese Entwicklung als Musiker wahr und wie glaubst du, wird sich die Metal- und Konzertlandschaft in den nächsten Jahren verändern?

Jens:
Uns betrifft das bislang nicht so sehr, bzw. wir haben darunter jetzt noch nicht gelitten oder so. Aber man bekommt es natürlich mit und versteht auch die Treiber dahinter. Ich bin da aber eher emotionslos unterwegs, da wir erstens null von der finanziellen Seite abhängig sind, es nie waren und ganz sicher auch nicht anstreben es in Zukunft zu sein. Darüber hinaus sollten sich Märkte selbst regulieren und momentan gibt es nun mal ganz offensichtlich sehr viele drastische Veränderungen aufgrund der Digitalisierung, die noch lange nicht am Ende sind. Ich muss aber auch sagen, dass es mir persönlich in einer Zukunft ohne Vinyl, Digipacks und Wooden Boxsets und ohne ein Label wie Apostasy Records auch keinen Spaß mehr machen würde.

Tobias:
Auch wenn ich weiß, dass NIGHT IN GALES nicht gerade für ausgedehnte Tourneen bekannt sind, werde ich nicht müde zu fragen: Wie sieht es 2027 bei euch live aus? Gibt es bereits konkrete Pläne für Shows, Festivals oder vielleicht sogar eine Tour rund um „Bitter Harvest“?

Jens:
Wir hatten ja in unserer Frühphase durch den Deal mit Nuclear Blast und da wir zu der Zeit auch noch die nötige Freizeit hatten, sehr viel getourt. Das passt so heute einfach nicht mehr rein – und das ist auch völlig ok so wie es ist. Klar würden wir mehr verkaufen und das Label würde sich dann auch sehr freuen, weil es nach wie vor die beste Promo ist, aber es passt nicht mehr rein als das, was wir seit ein paar Jahren so spielen. Angebote kommen genügend, und es macht auch nicht wirklich Spaß, davon so viel absagen zu müssen, aber dafür machen wir halt mehr und schneller Alben, und damit erreichen wir schließlich regelmäßig viel mehr Leute weltweit mit unserer Musik.

Tobias:
Haben wir aus deiner Sicht alles Wichtige rund um „Bitter Harvest“ angesprochen oder gibt es noch etwas, das dir besonders am Herzen liegt und das du unseren Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Jens:
Oh ja, das Wichtigste hätte ich beinahe vergessen zu sagen: Kauft das Album – Es ist sehr gut – Es wird Euch gefallen! Und ganz im Ernst: Es ist wirklich immer noch die beste Möglichkeit, Band und Label zu unterstützen.

Tobias:
Vielen Dank für deine Zeit und das Interview! Alles Gute für „Bitter Harvest“ und die nächsten Kapitel von NIGHT IN GALES. Die letzten Worte gehören natürlich dir.

Jens:
Danke Dir, Tobias, war mir ein Vergnügen! Schaut mal auf unserer Bandcamp-Seite vorbei, da gibt’s immer das exklusive Merchandise und Restposten zum guten Kurs abzugreifen. Ein paar wenige Holzboxen von „Bitter Harvest“ sollten auch noch zu ergattern sein.

Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Night in Gales/Promo