PRKLZ
Titel: DEUCE
Label: Golden Core/ZYX
Spieldauer: 154:06 Minuten
VÖ: 11. September 2026
Anfang, Mitte der 90er waren Magazine noch so eine Art Kumpel. Wenn die einen Tip gegeben haben, hat man meistens gehört. Aber wie im echten Leben, halt nicht immer. Ein Beispiel ist die Geschichte dieses Albums.
Ende 1988 gründete sich in der Nähe von Bad Segeberg eine der innovativsten und kreativsten Metalbands aus Deutschland: Ragnarök, die sich später in PRKLZ umnannten. Unter der Aufsicht von Kai Hansen (Helloween, Gamma Ray) entstand das Demo „The Tape“, welches nicht nur Albumlänge hat, sondern auch traumhafte Kritiken bekommt. Nach dem Umzug in einen neuen Proberaum und einem Besetzungswechsel, entsteht ein weiteres Demo. Lokal war man so beliebt, dass man vor bis zu tausend Zuschauern spielte. Aufgrund mehrfacher Verwechslungen nannte man sich in PRKLZ um. Der Name hat in der Tat keine Bedeutung, fällt aber um so mehr auf. Es hagelt Angebote von Plattenfirmen, doch PRKLZ möchten sich nicht in ihren Stil und ihre ungewöhnliche Kreativität reinreden lassen. Am Ende bleibt nur noch das kleine Progrock-Label WMMS als Partner, der der Band die notwendigen Freiheiten lässt. 1994 wird der Deal unterschrieben und man geht für zwei Wochen ins Roxanne Studio in Leonberg um das Debüt “Deuce” und das MAterial für ein zweites Album aufzunehmen.
Leider hatte die kleine Firma nicht die Möglichkeiten, die geniale Musik weltweit zu verbreiten. So blieb das zweite Album unveröffentlicht und man löste sich 1997 auf. Golden Core haben diesen Schatz nun gehoben und zeigen das (fast) gesamte Schaffen der grandiosen Band auf Doppel-CD.
Diese enthält eben nicht nur das reguläre Album, sondern auch eben Rgnaröks „Tape“ und das bislang unveröffentlichte ALbum Nummer zwei. Dazu kommt eine eigenwillig verjazzte Version der Beatles-Nummer ´I Want You (She’s So Heavy)´. Und trotz eigenwillig verjazzt ist das sogar die eingängigste Nummer dieses Doppeldeckers.
Es klingt schon an. Das ist kein Easy Listening, das hört man nicht mal eben so nebenbei. Eher braucht es seine Zeit. Da passiert zu viel, um es mal eben so zu erfassen. Da trifft Rush auf Jazz, harter Stoff auf Akustikgitarren, King Crimson auf Slayer, der Ernst des Lebens auf ziemlich absurden Humor. Das genießen zu können, geht nur bei guter Tagesform. Nach einem harten Arbeitstag, wenn der genze Kerl eher nach Entspannung ruft, ist das eher nicht der passende Soundtrack. Aber, ich habe mich ja auch mit Sieges Even anfreunden können.
Wenn man das Z im Namen gegen ein T tauscht, zwei Ö einfügt, dann findet sich ein sinnvolles Wort. Pörkölt ist in der ungarischen Küche das, was wir hierzulande als Gulasch kennen.
Mario Wolski vergibt 8,5 von 10 Punkten


