SIRIUS CURSE – WHEN BEAUTY AWAITS

SIRIUS CURSE

Titel: WHEN BEAUTY AWAITS

Label: EIGENPRESSUNG

Spieldauer: 42:58 Minuten

VÖ: 21. Oktober 2026

Vor fünf Jahren habe ich angefangen, über Musik zu schreiben, und SIRIUS CURSE gehörten mit zu meinen ersten richtig positiven Erfahrungen als Schreiber. Damals lag mir mit „Time Knows No Lies“ die Debüt-EP der Rottweiler auf dem Tisch, und schon damals war für mich klar: Von dieser Truppe möchte ich mehr hören. Seitdem hat sich einiges verändert – bei mir hat sich aus den ersten Gehversuchen eine mittlerweile fünfjährige Reise durch Reviews, Interviews und Konzertberichte entwickelt, während SIRIUS CURSE den nächsten Schritt gegangen sind und mit „When Beauty Awaits“ nun ihr erstes vollwertiges Album vorlegen. Gegründet wurde die Band 2014 in Rottweil, damals noch mit Andreas Spitznagel, Dominikus Sautermeister, Frank Würthner, Peter Hirsch und Simon Wilde. Heute stehen Sautermeister, Würthner, Hirsch und Wilde als Quartett hinter SIRIUS CURSE. Musikalisch geblieben sind der klassische Heavy Metal, treibende Gitarren, Groove und melodische Arrangements, doch fünf Jahre nach „Time Knows No Lies“ darf man natürlich gespannt sein, was sich bei der Band entwickelt hat. Damals habe ich mir nach der EP ausdrücklich mehr von den Jungs gewünscht – jetzt liegt mit „When Beauty Awaits“ genau dieses Mehr vor. Die Scheibe erscheint am 21. Oktober als Eigenproduktion und wurde erneut von Markus „Blacky“ Schwarz aufgenommen, abgemischt und produziert, diesmal im Narayana-Tonstudio in Rottweil. Für Mix und Mastering ging es anschließend zu Achim Köhler ins Indiscreet Audio. Neun Songs und knapp 43 Minuten Heavy Metal stehen auf dem Programm – also genügend Zeit, um herauszufinden, wie sehr sich SIRIUS CURSE seit meiner ersten Begegnung mit ihnen weiterentwickelt haben.

Verdammt ja, mit ‚Who We Are‘ legen SIRIUS CURSE einen Knallstart hin. Der breitbeinige Nackenwemmser handelt von der Suche nach Identität und Sinn in einer schnelllebigen, oft überwältigenden Welt. Die Nummer ist also nicht nur ein bockstarker Banger, sie ermutigt die Zuhörer, über ihr Leben nachzudenken, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und trotz aller Schwierigkeiten Hoffnung und Sinn zu finden. Kraftvoll und düster ist ‚The Turning Point‘ geraten, hier laden die Jungs ebenfalls zum Innehalten ein, tun das aber wesentlich eindringlicher und emotionaler. Tolle Metalballade über Ängste und Hoffnungslosigkeit in dieser unserer Welt. „In loving memory of Abschädel Marky“ ist zu lesen im Lyricsheet bei ‚Made My Day‘, einer Halbballade, über deren Inhalt mit der Widmung wohl genug gesagt ist. Musikalisch gibt’s Feuer, aber auch Trauer über den Verlust von Marky. Für ‚Encounters‘ empfehle ich, den Kopf kreisen zu lassen, die Pommesgabeln zu dehnen und kräftig mitzurocken, denn das Lied hat ordentlich Druck auf dem Kessel. Hier machen Gitarren, Drums, Bass und Lyrics so viel Spaß und machen das Lied damit zu meinem Highlight. ‚Tear It Down‘ wird sicher auch ein Favorit vieler Fans und Freunde der Rottweiler Metaller, hier bockt der raue Part von Peters Stimme immens! In ‚The Rise‘ findet sich ein brutal knackiger Headbanger, der das Adrenalin beim Anhören pusht und mir mit jedem Mal, wenn der Chorus aus den Boxen feuert, eine Gänsehaut macht – übrigens, Frank Würthner, du machst einen sackstark geilen Job! Wo wir beim Loben der Mucker sind: Wie krass gut ist die Drum- (Simon Wilde) und Bassfraktion (Dominikus Sautermeister) bitte im machtvollen Kopfnicker ‚Contradictions‘ und vor allem im Titeltrack ‚When Beauty Awaits‘, der mit seiner Dynamik, den göttlichen Gitarren und seinem „Mitreißfaktor“ meinen bisherigen Favoriten noch toppen kann. Auch inhaltlich setzt der Song noch eins drauf, denn das Lied beschreibt eine Reise durch Dunkelheit, Schmerz und Leid, wobei die Metapher eines weiblichen Geistes verwendet wird, der sich Herausforderungen stellt und Härten durchsteht. Die Lyrics betonen Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit, nach schweren Zeiten wieder aufzustehen, und die anhaltende Kraft des menschlichen Geistes, selbst in den dunkelsten Momenten Licht und Schönheit zu finden. Last but not least legen SIRIUS CURSE die heimische Hütte mit ‚Astonishment‘ in Schutt und Asche!

Verdammt, die lange Wartezeit auf ein Lebenszeichen von SIRIUS CURSE hat sich gelohnt! „When Beauty Awaits“ hat Wucht, Feuer und bestätigt das, was die Jungs in ihrer Debüt-EP versprachen. Die Gitarren, Drums und Bass gehen ordentlich nach vorne und Peter zeigt mit seiner Stimme, wie viel Dampf in seiner Kehle steckt. Dazu kommen die nachdenklichen und emotionalen Themen, die dem Album Tiefe geben. Besonders ‚Encounters‘, ‚The Rise‘, ‚Contradictions‘ und der Titeltrack haben es mir angetan. Nach „Time Knows No Lies“ beißt der SC-Rottweiler in „When Beauty Awaits“ zu, packt euch im Nacken und schüttelt euch durch!

Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten