SERGEANT STEEL
Titel: GOLDEN ABSOLUTION
Label: Metalapolis Records
Spieldauer: 42:57 Minuten
VÖ: 16. Oktober 2026
Hard Rock aus Österreich? Klar, da gibt es einiges zu entdecken. SERGEANT STEEL aus Linz gehören jedenfalls zu den Bands, die sich schon seit Jahren dem klassischen Rock verschrieben haben und dabei nicht erst seit gestern unterwegs sind. Seit 2007 ist die Truppe aktiv und hat mit „Lovers & Maniacs“ (2010), „Men On A Mission“ (2013), „Riders Of The Worm“ (2015), „Truck Tales“ (2020) und „Mister Sippi“ (2023) bereits ordentlich Material auf die Menschheit losgelassen. Jetzt liegt mit „Golden Absolution“ das mittlerweile sechste Album auf dem Seziertisch. Und schon die Ansage der Band macht Lust auf die Scheibe, denn „Golden Absolution“ soll Hard Rock mit großen Melodien, fetten Gitarren und ordentlich Zug nach vorne aus den Boxen schleudern. Die musikalischen Wurzeln der Österreicher reichen dabei tief in die große Zeit des Hard und Classic Rock zurück. Zehn Songs sollen zeigen, dass diese Mischung auch heute noch funktionieren kann. Mit der Besonderheit, dass die Basic Tracks zum ersten Mal in der Bandgeschichte gemeinsam live im Studio eingespielt wurden, gehen die Rocker aus unserer Nachbarschaft auch neue Wege. Diese direkte Interaktion zwischen den Musikern kann bei Rockmusik einen gewaltigen Unterschied machen – schließlich lebt dieses Genre davon, dass es nicht zu klinisch klingt. Jack Power und Chuck Boom haben anschließend selbst den Mix übernommen, während Jens Bogren in den Fascination Street Studios den letzten Schliff verpasst hat. Also dann: Verstärker auf, Anlage an und mal schauen, was SERGEANT STEEL mit „Golden Absolution“ tatsächlich im Tank haben und wie die Truppe um Phil Vanderkill (Gesang), Jack Power (Gitarre), Chuck Boom (Gitarre), Ben Bateman (Keyboard), MJ Star (Bass) und Cøsy Cøxx (Schlagzeug) im Studio unter Livebedingungen harmoniert!
Mächtig breitbeinig schlägt der Opener ‚1000 Lives‘ in den Gehörgängen ein, macht mit seinen sehr präsenten Gitarren und einem fordernden Drumspiel Lust auf mehr Sergeant-Metal! Ein bisschen rotziger ist ‚Back On The Track‘ geraten und macht damit absolut Laune, lädt zum Mitsingen wie Mitgrooven ein – außerdem werden sich Luftgitarristen über das tolle Solo freuen. Countrymucke, daran denke ich als erstes während der ersten Sekunden von ‚Teeny Meany‘: Diese Vibes bleiben bei diesem Mix aus Hardrock und amerikanischem Rock durchgehend erhalten, und der Refrain ist absolut göttlich – tackert sich direkt im Kopf fest. Ein Kinderchor sorgt zum Start von ‚Hold Your Fire‘ für Gänsehaut – klappt bei mir immer – und hebt den knackigen Rocker auf ein höheres, dringlicheres Level. Der Songtitel verrät schon ein bisschen die Richtung, in die es gehen wird, und so kommt es, dass ‚Lonely Street Of Broken Hearts‘ eine Rockballade ist – allerdings vom Feinsten und voll zum Mitfühlen. Mitfühlen ist auch das Stichwort für ‚Fool For Your Lovin’‘, denn hier gibt’s wieder deftig auf die Mappe. SERGEANT STEEL möchten sicher nicht, dass ihr auf Kommando stillsteht: Abrocken ist angesagt! ‚Catch The Train‘ geht in die Richtung von ‚Back On The Track‘ und ‚Teeny Meany‘, während sich ‚Stay With Me‘ als flotter Banger gibt, der von Reihe eins bis zur letzten Person im hinteren Bereich einer Konzertlocation zu begeistern weiß. Psychedelic Rock haben die Herren natürlich ebenfalls in ihren Songs verbaut, doch ‚Wireless‘ lebt definitiv durch die harten Einschläge des Basses und die kernige Voice von Phil Vanderkill. Das finale ‚Dying Love‘ beginnt etwas softer, aber keine Angst: Auch zum Ende der Platte gibt es den gewohnt treibenden Rock aus der Klangschmiede des stählernen Sergeants!
Mit „Golden Absolution“ liefern SERGEANT STEEL ein grundsolides, ehrliches Stück Hard Rock ab, das durch seine organische Live-Einspielung im Studio spürbar atmet. Größter Pluspunkt der Scheibe ist die durchgängig hohe Qualität: Hier gibt es keinen Ausfall, keinen Durchhänger und kein lästiges Füllmaterial, sondern zehn Tracks, die von vorne bis hinten das gewohnt starke Niveau halten. Zwar erfinden die Linzer das Rad des Classic Rock nicht neu, aber wer Bock auf saftige Riffs, eingängige Refrains und kompromisslose Spielfreude hat, macht mit dieser Platte absolut gar nichts falsch. Ein starkes Stück stählerner Rock!
Tobi Stahl vergibt 7,5 von 10 Punkten


