BEYOND THE BLACK – „Rising High Tour 2026“
BEYOND THE BLACK – SETYØURSAILS
20. September 2026
Mannheim, Alte Feuerwache
Die Alte Feuerwache Mannheim ist heute mein angepeiltes Ziel, denn hier spielen BEYOND THE BLACK und SETYØURSAILS im Rahmen der „Rising High Tour 2026“. Bei einem Konzert bin ich hier zuvor noch nie gewesen und freue mich deswegen besonders, dass ich heute gleich drei Premieren feiern kann: Zum einen erlebe ich die Alte Feuerwache zum ersten Mal als Konzertlocation und zum anderen sehe ich BEYOND THE BLACK sowie SETYØURSAILS heute live. Gleichzeitig kann ich damit auch die größeren Konzertlocations in Mannheim für mich komplett machen. Im 7er Club Mannheim bin ich bereits gewesen, im MS Connexion war ich ebenfalls schon und natürlich kenne ich
auch die SAP-Arena, so wie das Capitol. Mit der Alten Feuerwache fehlt mir jetzt keine der größeren Mannheimer Häuser mehr.
Viel suchen muss ich heute nicht, denn die Alte Feuerwache ist ziemlich einfach zu finden. Als Rollstuhlfahrer ist für mich besonders wichtig, wie gut ich in einen Club hineinkomme und mich dort bewegen kann. Die Alte Feuerwache ist in dieser Hinsicht angenehm barrierearm. Der Eingang ist gut erreichbar und direkt vor dem Gebäude befinden sich zwei Behindertenparkplätze. Das macht den Konzertbesuch für mich deutlich unkomplizierter. Was die Alte Feuerwache für mich zusätzlich interessant macht, ist ihre Geschichte. Während ich in der Halle sitze, fällt mein Blick immer wieder auf die alten Tore. Durch genau diese Tore müssen früher die Feuerwehreinsatzfahrzeuge hinausgerast sein, wenn irgendwo in Mannheim ein Einsatz wartete. Ich stelle mir vor, wie es hier damals wohl ausgesehen hat. Heute stehen an diesem historischen Ort Musiker auf der Bühne und davor feiern Menschen Metal und Rock. Schon ein ziemlich cooler Gedanke. Auch die hohe Decke fällt mir ins Auge. Dazu kommen die Verzierungen an den Pfeilern, die das Dach tragen. Es sind solche Details, die der Alten Feuerwache ihren eigenen Charakter geben. Ich mag diese Mischung aus altem Feuerwehrgebäude und moderner Konzertlocation einfach. Und auch die Bühne ist deutlich größer, als ich sie im Vorfeld erwartet habe. Für das, was heute Abend noch kommt, also durchaus passend.
SETYØURSAILS – Flummi auf der Bühne und volle Energie vor der Bühne
Um 19 Uhr legen SETYØURSAILS los. Zu diesem Zeitpunkt ist die Alte Feuerwache ungefähr bis zur Hälfte gefüllt. Die Kölner fackeln nicht lange und machen direkt Programm – hier wird heute niemand nur herumstehen. Schon nach dem saugeilen Intro – einer SYS-Version des Titelliedes der Sendung mit der Maus – gibt es vor der Bühne kein Halten mehr. Es wird gemosht, gehüpft und getanzt. Mit Jules Mitch haben SETYØURSAILS eine Frontfrau am Start, die auf der Bühne kaum stillsteht. Die Frau ist ein einziger Flummi, rennt und springt über die Bretter und nimmt permanent Kontakt mit den Leuten auf. Ihr Energielevel ist derart hoch, dass man mitgerissen wird. Musikalisch bewegen sich SETYØURSAILS zwischen Metalcore, Post-Hardcore und Punkrock. Gitarrist André Alves Rodrigues liefert über das gesamte Set eine bockstarke Leistung ab, während Stanni C. am Bass und Henrik Kellershohn an den Drums für den nötigen Druck sorgen. Die elf Songs werden ohne große Verschnaufpause rausgehauen. Nummern wie ‚Bad Blood‘, ‚Nightfall‘, ‚Bad Comoany‘ als mein Fav-Track des Sets, ‚In My Head‘, ‚Why‘ oder ‚Mirror‘ zünden live brutal. Stilistisch ist das nicht unbedingt die naheliegendste Kombination mit BEYOND THE BLACK, aber das macht den Abend interessant, reizvoll und abwechslungsreich. SETYØURSAILS bringen eine andere Energie mit und heizen die Feuerwache auf Betriebstemperatur. Besonders schön ist die Reaktion von Jules, als das Publikum den Namen der Band skandiert. Sie ist sichtlich gerührt und sagt ehrlich, dass Mannheim sie damit zum Weinen bringt. Für Schmunzler sorgen ihre Ansage über ein kleines Aggressionsproblem und ein kleiner Versprecher, als sie statt kostenloser Flyer am Merchstand
versehentlich „kostenlose Tickets“ für die Tour 2027 ankündigt. Auch abseits der Musik zeigt die Band klare Haltung und setzt mit einer Flagge ein Zeichen gegen Diskriminierung, Homophobie, Faschismus, Sexismus und Rassismus. Nach dem Konzert verschwinden die Musiker nicht einfach hinter der Bühne, sondern mischen sich unter das Publikum und quatschen mit den Leuten. So soll das sein. Nach „Nightfall“ aus dem Jahr 2022 und „Bad Blood“ von 2024 ist derzeit das dritte Album in Arbeit. SETYØURSAILS haben ihre Aufgabe als Support mehr als erfüllt: Die Alte Feuerwache ist zu 100 Prozent auf Temperatur und bereit für BEYOND THE BLACK – nur eines noch: Wir Monnemer finden euch auch süß, SETYØURSAILS!
BEYOND THE BLACK – Das Heimspiel in der Alten Feuerwache
SETYØURSAILS haben die Alte Feuerwache ordentlich eingeheizt und das anwesende Publikum nicht nur ordentlich vorgeglüht, sondern stellenweise in Brand gesetzt. Jetzt kann ich die Zeit des Umbaus nutzen, um ein bisschen durchzuatmen und mich auf die Show von BEYOND THE BLACK zu freuen. In der ersten Reihe, in der ich stehe, spürt man die Aufgeregtheit, gerade auch bei den jüngeren Metalheads, die den Beginn kaum erwarten können.
Kurz nach 21:15 Uhr ist es dann soweit: Das Heimspiel von BEYOND THE BLACK beginnt mit dem typischen Intro ‚Paint It Black‘ von THE ROLLING STONES. Hinter dem Vorhang sieht man bereits schemenhaft, wie sich die Band in Stellung bringt. Dann betreten Jennifer Haben, Chris Hermsdörfer, Tobi Lodes, Linus Klausenitzer und Sebastian Lanser die Bühne. Am Schlagzeug sitzt bei den aktuellen Liveshows Sebastian Lanser, während der ursprüngliche Drummer Kai Tschierschky aus gesundheitlichen Gründen pausiert.
Mit ‚Break the Silence‘ geht es los. Die Wache ist in Bewegung, vor der Bühne wird getanzt und vor allem mitgesungen. Musikalisch geht es einmal quer durch die Diskografie von BEYOND THE BLACK. Mit ‚Hysteria‘ folgt früh ein Stück, das im Publikum bestens bekannt ist, bevor mit ‚Rising High‘ einer der Songs kommt, der wie schon ‚Break the Silence‘ vom neuen Album stammt. Auch ‚Heart of the Hurricane‘ und ‚Reincarnation‘ werden entsprechend abgefeiert. Bei ‚Songs of Love and Death‘ wird die Stimmung noch einmal dichter und emotionaler. Überhaupt zeigt sich im weiteren Verlauf des Sets sehr schön, wie breit BEYOND THE BLACK inzwischen aufgestellt sind. Die Lieder aus unterschiedlichen Phasen der Bandgeschichte funktionieren nebeneinander und trotzdem hat jeder Abschnitt seinen eigenen Charakter. Dann folgt mit dem ‚Synth Medley‘ eine kleine Abwechslung. Danach geht es mit ‚Wounded Healer‘ wieder zurück in den regulären Ablauf, ehe ‚Ravens‘ und ‚The Flood‘ folgen. Gerade bei den bekannteren Tracks singen die Mannheimer Chöre mit, feiern und machen eine großartige Stimmung. Über ‚Lost in Forever‘ und ‚Written in Blood‘ geht es weiter zu ‚Let There Be Rain‘, ‚When Angels Fall‘, ‚Shine and Shade‘ und ‚In the Shadows‘, die uns leider aber unweigerlich in Richtung Ende des regulären
Sets führen. Gerade ‚In the Shadows‘ gehört zu den Momenten, bei denen man merkt, wie sehr die Fans den Song lieben und den Text verinnerlicht haben – das ist dieser schöne Konzertmoment, bei dem die Musik von der Bühne kommt und das Publikum einfach übernimmt. Natürlich geben sich die Mannheimer Ravens damit nicht zufrieden. BEYOND THE BLACK kommen für die Zugabe zurück und starten mit ‚The Art of Being Alone‘ noch einmal durch. Während ‚Running to the Edge‘ geht die Wache ab wie die Feuerwehr, bevor mit ‚Hallelujah‘ einer der ganz fetten Headbang-Momente des Abends den Boden beben lässt und zugleich das Set beendet. Während ‚Free Me‘ als Outro läuft, verabschieden sich „Jenni und die Jungs“ von der begeisterten Menge in der Alten Feuerwache und dürfen sich gewiss sein, einen tollen Konzertabend, der musikalisch keine Wünsche offenlässt, gezockt zu haben. Das ist ein Heimspiel, wie ich es mir für BEYOND THE BLACK in Mannheim vorgestellt habe.
Die Alte Feuerwache überzeugt auf ganzer Linie – eine historische Location mit starkem Charakter und top Barrierefreiheit. SETYØURSAILS liefern dazu als Support den perfekten Abriss und bringen die Bude mit ihrer Energie mühelos auf Betriebstemperatur. BEYOND THE BLACK nutzen diesen Steilpass optimal aus und feiern mit einem mitreißenden Set quer durch ihre Bandgeschichte ein echtes Heimspiel-Highlight.
SETYØURSAILS – Setlist
- ‚Die Sendung mit der Maus‘ (SYS – Version)
- ‚Bad Blood‘
- ‚Nightfall‘
- ‚In My Head‘

- ‚Why‘
- ‚Mirror‘
- ‚Bad Company‘
- ‚T.F.M.F.‘
- ‚Break Stuff‘ (LIMP BIZKIT Cover)
- ‚FCK OFF‘
- ‚Halo‘
- ‚Best Of Me‘
BEYOND THE BLACK – Setlist
- ‚Paint It Black‘ (THE ROLLING STONES – Intro)
- ‚Break the Silence‘
- ‚Hysteria‘
- ‚Rising High‘
- ‚Heart of the Hurricane‘
- ‚Reincarnation‘
- ‚Songs of Love and Death‘
- ‚Synth Medley‘
- ‚Wounded Healer‘
- ‚Ravens‘
- ‚The Flood‘
- ‚Lost in Forever‘
- ‚Written in Blood‘
- ‚Let There Be Rain‘

- ‚When Angels Fall‘
- ‚Shine and Shade‘
- ‚In the Shadows‘
- ‚The Art of Being Alone‘
- ‚Running to the Edge‘
- ‚Hallelujah‘
- ‚Free Me‘ (Outro)
Text: Tobias Stahl
Fotos: Tobias Stahl @krachmachermusik


