GODFLESH – DECAY

GODFLESH

Titel: DECAY

Label: RELAPSE RECORDS

Spieldauer: 41:51 Minuten

VÖ: 25. September 2026

GODFLESHs Debütalbum Streetcleaner ist vermutlich eines der schillerndsten Alben der späten Achtziger Jahre für eine Menge an Musikstilen, die es in sich vereint. Im Industrial und Noise ist die Scheibe stilistisch wohl am nächsten anzusiedeln, durch die metallischen Referenzen ist es gleichsam eines der prägendsten Industrial Metal Alben und dem Grindcore der ausgehenden 1980er Jahre wurde es neben der Szenezugehörigkeit der Bandmitglieder auch aufgrund der Labelzugehörigkeit (Earache Records) ebenfalls zugeschrieben.

Mit „Decay“ legen die Birminghamer Urgesteine um die Dauermitglieder Justin Broadrick (u.a. Napalm Death) und G.C. Green den Nachfolger zum 2023er Output Purge vor. Die Songs auf „Decay“ stammen aus dem gleichen Aufnahmepool wie die vom Vorgänger. Laut Mastermind Broadrick sollte das Material binnen eines Jahres veröffentlicht werden. Allerdings kam es aufgrund der Suche nach einem Label wie auch gesundheitlicher Probleme von Justin erst in diesem Jahr dazu.

Auch „Decay“ lebt von den HipHop induzierten Drum Loops, der maschinellen Kälte erzeugt aus fetten Bassläufen, schweren Gitarrenriffs und Broadricks schillerndem Gesang. Sechs Songs, die typisch für GODFLESH sind und dennoch wieder genügend zum Entdecken bieten. ‚Master and Slave‘ ist ein dystopisches Instrumental und stimmt auf die Scheibe ein. Der Rest folgt den Einlassungen, die bereits beim Vorgänger Purge gegolten haben: Rückbesinnung auf eine Vielzahl von bereits erschienenen Alben. Maschinelle Frösteleien existieren im Hall tranceartiger Monolithen. Wenn Niedergang zum Selbstzweck wird erheben sich GODFLESH in Extase. 

So wie man liest soll „Decay“ das vorletzte Album der Industrial Legende sein. Genießen wir es neben all den anderen großartigen Platten der Diskographie. Stark! Erscheint bei Relapse Records.

Ingo Holzhäuser vergibt 8,5 von 10 Punkten