ANTHRAX – CURSUM PERFICIO

ANTHRAX

Titel: CURSUM PERFICIO

Label: NUCLEAR BLAST RECORDS

Spieldauer: 53:43 Minuten

VÖ: 18. September 2026

ANTHRAX, gegründet 1981 von Gitarrist Scott „Not“ Ian  und Gitarrist späterer Bassist Dan Lilker (u.a. S.O.D., Nuclear Assault, Brutal Truth) . Sie veröffentlichen mit „Cursum Perficio“ ihr zwölftes Studioalbum zehn Jahre nach dem gutklassigen Vorgänger All for the Kings. Die New Yorker um Scott Ian, Joey Belladonna (Gesang) , Frank Bello (Bass), Charlie Benante  (Schlagzeug) und Jonathan Donais (Gitarre) haben endlich das Album veröffentlicht, das ursprünglich mal für 2020 angepeilt war. Aufgrund der Corona Pandemie konnten die Arbeiten aber erst im Jahre 2022 initiiert werden. Produziert wurde die Rille von Jay Ruston und der Band selbst. Aufgenommen wurde zum Großteil in Dave Grohls Studio 606.

Der Titel „Cusum Perficio“ bedeutet soviel wie „meine Reise ist vollendet“ was schon die Vermutungen bezüglich eines Endes der Band schürte. Allerdings betonen die Bandmitglieder, dass einerseits die Reise bis zur Fertigstellung des Albums gemeint sei und andererseits ein lateinischer Titel immer gut klingt für ein Metalalbum. Nun denn, wollen wir uns mal den inhaltlichen Aspekten widmen. 

Die Platte startet mit einem einminütigen Intro dem der erste Song ‚The Long Goodbye‘ folgt. Eher verkopft und im Midtempo verharrend knallt die Nummer nicht voll durch, zeigt aber deutlich die ANTHRAXschen Soundmerkmale wie knackige Gitarren, pumpender Bass und Benantes ausgewiesene Schlagzeugkunst. Trotz des verhaltenen Einstiegs kommt der Gesang von Belladonna gut weg genauso wie im Song ‚It‘s for the Kids‘. Dieser bleibt einer der wenigen Ausbrüche in die ferne Vergangenheit und deutet zwar auf Großtaten wie Among the Living hin. Dennoch ist er etwas blass ums Näschen geraten. Scott Ian sieht selbst einige Parallelen zu dem 1987er Release, das nicht wenige Fans als ihr opus magnum erachten.

“We had to make Fistful Of Metal and Spreading The Disease to be able to write Among The Living,” Ian goes on. “In the same respect, it took Worship Music and For All Kings for us to be able to write CURSUM PERFICIO. I very much compare this record to Among The Living.”

Bei ‚Everybody‘s got a Plan‘ stehen Groove und Melodien gleichermaßen im Vordergrund. Der Song schlägt gekonnt die Brücken zwischen der klassischen und der modernen Seite von ANTHRAX. Well done! ‚The Edge of Perfection‘ geht als Bombaststück mit angeblasteten Beats und epischer Schlagseite aber mit deutlich zu vielen ‚Whoaws’. Wurde beim dritten Durchlauf fast unhörbar.

Höhepunkte der Scheibe sind für das knallige ‚NYC 93‘ mit mächtig Dampf inne Backen und einigen passenden Gangshouts sowie ‚Cursum Perficio‘.  Der Titeltrack offeriert vielleicht Belladonnas beste Leistung auf der Scheibe mit starken Refrains, Stakkato Riffing und ausladenden Solo-Arrangements. ‚T.O.M.B.‘ und ‚Watch it Go‘ sind Lückenfüller ohne viel Substanz bevor ‚My Victory‘ nochmal Akzente setzen kann und bei treibendem Rhythmus bis zum Auslauf der Rille durchge-mosht werden darf.

Insgesamt ist ANTHRAX ein gutes Album gelungen, das sperrig aber zum notwendigen Grad auch direkt nach vorne gehen kann. Die Produktion ist durchaus als modern und verdichtet zu bezeichnen. Dennoch verschluckt sie einige Prozente der Dynamik und lässt vieles eher blass aussehen. Fans des Vorgängers dürften ihren Gefallen finden auch wenn ich auf drei Songs locker hätte verzichten können und in „Cursum Perficio“ kein Highlight der Diskographie entdecke. Für mich bleiben unterm Strich vier starke Stücke und damit gibt es 7,5 Zähler.

Ingo Holzhäuser vergibt 7,5 von 10 Punkten