VALKYRIE´S FIRE – OUT OF DARKNESS

VALKYRIE´S FIRE

Titel: OUT OF DARKNESS

Label: ECLIPSE RECORDS

Spieldauer: 71:14 Minuten

VÖ: 18. September 2026

Die Band von Bettie Floyd (Vocals), Adam Sanders (Vocals), Joey Grimaldi (Gitarre), Ryan Metroka (Drums), Dave Hale (Bass) und Salem Belladonna (Keys, Cello) kommt aus Nashville, Tennessee, aber keine Sorge es soll hier nicht um Country oder ähnliches gehen, sondern um “Out Of Darkness“ die neue Scheibe des 2020 gegründeten US-amerikanischen Symphonic Power Metal Powerhouses VALKYRIE´S FIRE.

Dabei setzt der Sechser auf komplizierte Rhythmen, instrumentales Storytelling und eine dunkle, majestätische Atmosphäre und schon beim ersten Durchlauf der ersten Songs ist mir beinahe hundertprozentig klar, dass wir es hier zumindest zum großen Teil mit studierten und/oder klassisch vor- oder ausgebildeten Musikern zu tun haben.

Und so ist es dann auch: Sänger Adam Sanders verfügt über umfangreiche Kenntnisse in Musiktheorie und Komposition, Schlagzeuger Metroka ist klassisch ausgebildeter Perkussionist, Gitarrist Joey Grimaldis Background besteht in klassischer Gitarre, Piano und Arrangement-Techniken und ähnliches gilt für Bettie Floyds Sopran/Mezzosopran. Als vergleichbarer Act kommen mir direkt die US Genresprenger Seven Spires um ihre spritzige Fronfrau Adrienne Cowan in den Sinn, deren Mitglieder allesamt am renommierten Berklee College of Music in Boston studiert und sich dort auch kennengelernt haben.

Dabei erzeugen die Harmonien, Läufe und Parts der beiden Vokalisten eine besondere doppelte Vokal-Dynamik mit vielen Variationsmöglichkeiten, welche die Band von vielen Genre-Vertretern unterscheidet. Einen ersten Achtungserfolg konnte man bereits mit der Veröffentlichung der Debüt-EP “Ascension“ feiern, dem nun wie gesagt das massive 13-Track Full-Length Album “Out Of Darkness“ folgt. Es gelingt VALKYRIE´S FIRE ihre musikalischen Fähig- und Fertigkeiten in spannende, moderne Symphonic Metal Kompositionen mit Authentizität, Heaviness und symphonischen Elementen wie eleganten Orchestrierungen und Das Album wurde produziert, und gemixt von Gitarrist Joey Grimaldi, das Mastering übernahm Mikael Sehlin (Amaranthe, Engel, In Flames). Das auffällige Coverartwork kommt vom Illustrator Jan Yrlund (Delain, Battle Beast, Manowar).

Angeführt wird das Ganze von drei Fokussongs, die auch als die drei Singles vorab ausgekoppelt wurden. Allen voran das grandiose `Burning Sky´ das durch den explosiven Beitrag von Gastsänger Mikael Sehlin, Sänger/Growler der schwedischen Modern Melodic Truppe Amaranthe, hinsichtlich Dynamik und Tiefe zusätzlich bereichert wird. Textlich handelt es sich um einen epischen Ruf zu den Waffen, der die biblischen Plagen metaphorisch auf den heutigen Zustand unserer Welt überträgt. Weiter geht es mit dem schnellen, hymnischen Ohrenschmeichler `Evermore´, der Edgar Allan Poes tragisches Gedicht „The Raven“ behandelt, und dem kosmisch-leichtfüßigen `Cascade´ mit üppigen verteilten Vocals und Duett-Passagen.

Zu meinen persönlichen Highlights gehören das stimmungsvolle, düstere `Shattered´, das vielschichtige `Skylark´ und die pfeilschnelle, eingängige Power Metal Nummer `Nocturne´. Jeder Song offenbart andere Facetten und hat besondere Stimmungen und Elemente zu bieten. Da geht mal ein Pianopart in ein bluesiges Gitarrensolo oder eine Gitarrenwand in atmosphärische Keyboards über und dann und wann wird auch mal der Operngesang ausgepackt. Das vielseitige `Dark Moon´ vereint Djent, Oper, harte Riffs, Celloklänge und Melancholie.

Unter dem Strich wirken die Stücke dadurch manchmal ein wenig überladen und das Ganze ein wenig unstrukturiert. Mit gut siebzig Minuten Spielzeit ist die Scheibe vielleicht auch ein bis zwei Songs zu lang ausgefallen oder der ein oder andere Track wäre kompakter und auf das Wesentliche reduziert vielleicht noch besser zur Geltung gekommen. Am Ende des Tages liefern VALKYRIE´S FIRE aber ein meisterhaft ausgeführtes, mitreißendes, enorm abwechslungsreiches und emotional aufgeladenes, zeitgemäßes Symphonic Metal Werk mit einem Schuss Theatralik und jeder Menge Atmosphäre ab.

Michael Gaspar vergibt 8,5 von 10 Punkten