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HKSPK – Wir bedienen uns bei allem, was uns gefällt

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Mit „Heimkehr“ schlagen HKSPK das nächste Kapitel ihrer noch jungen Bandgeschichte auf. Seit der Gründung 2023 haben Jim, Leon und Arne ihren rohen Blackened-Death-Sound konsequent weiterentwickelt und um doomige Schwere, Atmosphäre sowie Einflüsse aus Punk, Hardcore und Thrash ergänzt. Nach dem Debüt „Holy Scum“ und der EP „The Human Butcher“ stehen nun acht Songs mit einer Spielzeit von 25:21 Minuten vor der Tür, die von der kurzen Abrissbirne ‚Torture‘ über die feuchtfröhliche Tourgeschichte ‚White Secretions II‘ und die Punk-Black-Metal-Mischung von ‚Kill The Weak‘ bis zum über sechs Minuten langen, atmosphärischen Titeltrack reichen. Inhaltlich ist „Heimkehr“ keine geradlinige Konzeptgeschichte, sondern eine Reise durch Krieg, Zerstörung, Verzweiflung, Rache, Erinnerung und Kontrollverlust, bei der auch persönliche Erlebnisse und schwarzer Humor ihren Platz finden. Besonders spannend ist dabei die Mischung aus kompromissloser Härte, tiefschwarzer Atmosphäre und immer wieder aufblitzenden melodischen und emotionalen Momenten. Im Gespräch spricht Jim Kalubba über die Entstehung von „Heimkehr“, die Entwicklung von HKSPK, den ungewöhnlichen Bandnamen, das Songwriting und die Geschichten hinter den einzelnen Songs.

Tobias:
Hallo Jim! Mit „Heimkehr“ steht euer zweites Album bereits in den Startlöchern. Seit eurer Gründung 2023 ist bei HKSPK offenbar einiges passiert. Wie fühlt es sich an, jetzt nach „Holy Scum“ und „The Human Butcher“ den nächsten Brocken aus Brandenburg auf die Reise zu schicken?

Jim Kalubba:
Es fühlt sich ehrlich gesagt ein bisschen surreal an. Wenn man bedenkt, dass wir HKSPK erst 2023 gegründet haben, ist in dieser relativ kurzen Zeit schon ziemlich viel passiert. Bei „Holy Scum“ wussten wir noch nicht wirklich, wohin sich das Ganze entwickeln wird. Wir hatten Songs, wir wollten sie aufnehmen und veröffentlichen. Viel weiter haben wir damals gar nicht gedacht. Mit „The Human Butcher“ kamen dann schon mehr Erfahrungen dazu und bei „Heimkehr“ hatten wir zum ersten Mal das Gefühl, ziemlich genau zu wissen, was wir machen wollen und wie es am Ende klingen soll. Natürlich gibt es trotzdem immer diesen Moment kurz vor einer Veröffentlichung, in dem man sich fragt, ob das eigentlich irgendjemanden außerhalb des eigenen Proberaums interessiert (haha). Aber wir sind sehr stolz auf das Album und freuen uns einfach darauf, es endlich loszulassen.

Tobias:
Euer Bandname ist mir tatsächlich auf ziemlich ungewöhnliche Weise begegnet. Ich war auf der Suche nach neuen Followern (bei Instagram – @krachmachermusik), um die 900 vollzumachen, und bin dabei über euch gestolpert. Ihr habt mir damals sogar geholfen, dieses kleine Ziel zu erreichen. Das fand ich ziemlich sympathisch und habe mich deshalb anschließend genauer mit euch beschäftigt. Wie wichtig ist euch diese direkte Verbindung zu den Menschen, die eure Musik hören und euch unterstützen?

Jim Kalubba:
An die Geschichte mit den 900 Followern kann ich mich tatsächlich noch erinnern. Und genau solche Sachen meinen wir, wenn wir von Underground sprechen. Da geht es für uns nicht darum, irgendeine möglichst große Zahl unter einem Instagram-Profil stehen zu haben. Wenn jemand unsere Musik hört, etwas kommentiert, eine Story teilt oder einfach regelmäßig mit uns schreibt, merken wir uns das. Bei dir ist daraus ja inzwischen auch deutlich mehr geworden als dieser erste Kontakt. Du unterstützt uns regelmäßig, teilst unsere Sachen und beschäftigst dich wirklich mit dem, was wir machen. Das ist für eine kleine Band unglaublich viel wert. Wir versuchen deshalb auch, auf Nachrichten zu antworten und Kontakt zu halten. Natürlich wird das irgendwann schwieriger, je mehr passiert, aber wir wollen uns diese direkte Verbindung möglichst erhalten. Am Ende sind wir schließlich auch nur drei Typen aus Brandenburg, die ziemlich laute Musik machen.

Tobias:
Bevor wir tiefer in „Heimkehr“ einsteigen, müssen wir natürlich noch eine Frage für alle Leserinnen und Leser klären: Wofür steht eigentlich der Bandname HKSPK und welche Bedeutung steckt dahinter?

Jim Kalubba:
Der Name HKSPK entspringt einem absurd-skurrilen Nominalkompositum. Mit anderen Worten: Es heißt überhaupt nichts. Wir haben damals in Ermangelung eines Namens einfach alles zusammengeschmissen, was uns in den Sinn kam. Es entstand HELLOKITTISCUMPORNKILLER. Da man damit aber auf dem Musikmarkt nicht wirklich punkten kann, bleibt es auf Empfehlung von Profis bei der Abkürzung HKSPK.

Und dabei soll es auch bleiben.

Tobias:
Musikalisch ist „Heimkehr“ alles andere als eindimensional. Black und Death Metal bilden das Fundament, dazu kommen Doom, Punk, Hardcore und Thrash. Gleichzeitig gibt es melodische und atmosphärische Passagen. Wie entsteht bei euch ein Song und wie entscheidest du gemeinsam mit Leon und Arne, welche musikalische Richtung am Ende eingeschlagen wird?

Jim Kalubba:
Normalerweise beginnt alles mit einer relativ kleinen Idee. Ein Riff, eine Melodie, ein Rhythmus oder manchmal auch nur ein bestimmtes Gefühl. Dann wird daraus Stück für Stück ein Song. Wir entscheiden dabei eigentlich nie vorher: „Jetzt schreiben wir einen Black-Metal-Song“ oder „jetzt brauchen wir noch Hardcore“. Wenn ein Riff funktioniert, entwickeln wir es weiter und schauen, wohin es uns führt. Dadurch entstehen teilweise ziemlich unterschiedliche Stücke. Inzwischen wissen wir beim Komponieren aber auch sehr genau, was jeder von uns kann und vor allem, was wir später zu dritt live umsetzen können. Das erleichtert vieles. Natürlich bringen Leon, Arne und ich unterschiedliche Einflüsse mit. Genau dadurch kommen wahrscheinlich auch diese verschiedenen Stilrichtungen zusammen. Am Ende stellen wir uns aber nicht die Frage, in welches Genre der Song gehört. 

Wenn wir drei sagen: „Das ist HKSPK“, dann ist er fertig.

Tobias:
Besonders spannend finde ich, dass ihr „Heimkehr“ nicht als klassisches Konzeptalbum angelegt habt. Stattdessen geht es um Menschen, die zurückkommen, aber eben nicht unbedingt heil ankommen. Krieg, Verzweiflung, Rache, Erinnerung und Kontrollverlust treffen auf persönliche Erlebnisse und schwarzen Humor. Wie wichtig war es euch, diese unterschiedlichen Geschichten miteinander zu verbinden, ohne daraus eine durchgehende Geschichte zu machen?

Jim Kalubba:
Eigentlich war uns gar nicht wichtig, diese Geschichten bewusst miteinander zu verbinden. Die Songs sind innerhalb einer relativ kurzen Schaffensphase entstanden und spiegeln deshalb automatisch wider, was uns zu dieser Zeit beschäftigt hat. Erst später haben wir festgestellt, dass viele Texte trotz ihrer völlig unterschiedlichen Geschichten einen gemeinsamen Kern besitzen. Menschen werden verletzt, verlieren etwas, kehren zurück oder versuchen irgendwie, mit dem Erlebten weiterzumachen. Das kann ein Krieg sein, ein persönlicher Schicksalsschlag oder auch etwas vollkommen Banales, das wir so weit übertreiben, dass man den ursprünglichen Anlass kaum noch erkennt. ‚White Secretions II‘ fällt dabei natürlich etwas aus dem Rahmen (haha). Aber vielleicht braucht ein Album über Krieg, Tod und Verzweiflung auch einfach einen Song über eine katastrophale Nacht nach einem Konzert. Eine durchgehende Geschichte wollten wir daraus nie machen. Trotzdem passen die Stücke für uns zusammen, weil sie aus derselben Phase unseres Lebens stammen.

Tobias:
Mit ‚Torture‘ geht ihr direkt nach dem kurzen ‚Prelude‘ komplett auf die Zwölf. Unter zwei Minuten, rohe Gitarren, gutturale Vocals und Screams – eine kleine Death-Metal-Abrissbirne, die keine Gefangenen macht. War der Song bewusst als solcher kurzer Nackenbrecher gedacht oder hat sich diese kompromisslose Form während des Songwritings entwickelt?

Jim Kalubba:
‚Torture‘ sollte vor allem direkt sein. Die Grundidee war relativ schnell da und irgendwann haben wir gemerkt, dass der Song alles gesagt hat, bevor überhaupt zwei Minuten vorbei sind. Dann noch künstlich einen weiteren Part dranzuhängen, nur damit das Lied drei oder vier Minuten lang ist, hätte überhaupt keinen Sinn ergeben. Wir mögen diese kurzen Songs sowieso. Rein, alles kaputtmachen, wieder raus. Gerade nach dem ‚Prelude‘ funktioniert das für uns sehr gut. Man bekommt kurz Zeit, sich darauf einzustellen, dass jetzt ein Album beginnt – und dann kommt ‚Torture‘ und nimmt einem diese Zeit direkt wieder weg.

Sehr höflich von uns.

Tobias:
‚White Secretions II‘ hat mich dann gleich aus einem ganz anderen Grund abgeholt. Ihr vertont darin offenbar einen ziemlich feuchtfröhlichen Tourtag inklusive der unschönen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums und packt diese Geschichte anschließend einfach auf ein Blackened-Death-Metal-Album. Wie kam es zu dieser Idee und was steckt hinter der Verbindung zu ‚White Secretions I‘ vom Debüt „Holy Scum“?

Jim Kalubba:
‚White Secretions II‘ basiert tatsächlich auf einer realen Geschichte. Sagen wir einfach: Es gab ein Konzert, Alkohol spielte eine gewisse Rolle und der nächste Morgen war für die Beteiligten nicht besonders glorreich. Mehr Details müssen wahrscheinlich nicht für alle Ewigkeit im Internet stehen (haha). Schon ‚White Secretions I‘ auf „Holy Scum“ entstand aus einer ähnlich absurden Situation. Deshalb war irgendwann klar, dass dieses kleine Universum eine Fortsetzung verdient.Wir mögen es, aus komplett banalen oder bescheuerten Ereignissen eine viel zu dramatische Geschichte zu machen. Der Ursprung bleibt dabei erhalten, aber am Ende wird das Ganze musikalisch völlig überhöht. Und irgendwann gibt es vielleicht ‚White Secretions III‘. Wir hoffen allerdings, dass vorher niemand neues Material dafür liefert.

Tobias:
Mit ‚Sonnenjäger‘ wird es wieder deutlich ernster. Krieg und Zerstörung stehen im Mittelpunkt, gleichzeitig bleibt am Ende ein kleines Fenster der Hoffnung offen. Wie wichtig ist euch dieses Wechselspiel zwischen den düsteren Themen und einem möglichen Hoffnungsschimmer?

Jim Kalubba:
Ein Hoffnungsschimmer macht Dunkelheit für uns teilweise sogar stärker. Wenn von Anfang bis Ende alles nur hoffnungslos ist, stumpft man irgendwann dagegen ab. Sobald aber kurz die Möglichkeit besteht, dass etwas vielleicht doch gut ausgehen könnte, bekommt auch das Negative wieder mehr Gewicht. Bei ‚Sonnenjäger‘ wollten wir deshalb bewusst nicht alles eindeutig auflösen. Diese Figur kann Tod, Schicksal, Hoffnung oder etwas völlig anderes darstellen. Wir haben natürlich unsere Vorstellung davon, aber die möchten wir dem Hörer nicht unbedingt vorschreiben. Vielleicht hört jemand denselben Song und versteht etwas komplett anderes darunter. Das gefällt uns eigentlich ziemlich gut. Sonst könnten wir dem Album schließlich auch direkt eine Bedienungsanleitung beilegen.

Tobias:
‚Kill The Weak‘ ist für mich die Punk-Abrissbirne des Albums. Ihr verbindet Punk mit Black Metal und würzt das Ganze zusätzlich mit Hardcore und Thrash. Das funktioniert erstaunlich gut und wirkt trotzdem nicht wie ein Fremdkörper. Woher kommt eure Begeisterung für diese unterschiedlichen Stilrichtungen und wie viel davon fließt generell in euren Sound ein?

Jim Kalubba:
Wir hören selbst nicht ausschließlich Black oder Death Metal. Punk, Hardcore und Thrash gehören genauso zu unseren Einflüssen und irgendwann tauchen solche Sachen automatisch beim Songwriting auf. Bei ‚Kill The Weak‘ ist das wahrscheinlich besonders offensichtlich. Da war dieser direkte, aggressive Punk-Charakter einfach passend. Wir hätten natürlich versuchen können, daraus mit Gewalt einen klassischen Blackened-Death-Metal-Song zu machen, aber warum?

Wenn etwas funktioniert, darf es bleiben.

Das zieht sich eigentlich durch das ganze Album. Wir bedienen uns bei allem, was uns gefällt, ohne vorher auszurechnen, wie viel Prozent Black Metal und wie viel Prozent Hardcore noch erlaubt sind. Diese Rechnung wäre vermutlich sowieso ziemlich schlecht.

Tobias:
Mit ‚Rot In Despair‘ zeigt ihr anschließend eine ganz andere Seite. Der Song nimmt deutlich Tempo heraus und setzt stattdessen auf Schwere, Atmosphäre und eine fast schon erdrückende Dunkelheit. Warum war es euch wichtig, diese Seite von HKSPK auf „Heimkehr“ ebenfalls so deutlich zu zeigen?

Jim Kalubba:
Weil diese Seite schon immer zu HKSPK gehört hat, sie auf „Heimkehr“ aber deutlich mehr Raum bekommen hat. Wir mögen schnelle, aggressive Songs sehr. Aber irgendwann wollten wir wissen, wie weit wir die andere Richtung treiben können. ‚Rot In Despair‘ lebt für uns gerade davon, dass nicht permanent etwas Neues passiert. Die Grundidee ist relativ simpel und wiederholt sich lange. Dadurch entsteht diese Schwere. Beim Schreiben haben wir schnell gemerkt, dass jeder zusätzliche Schnörkel dem Song eher schadet. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Eine Erkenntnis, die Gitarristen normalerweise nur sehr schwer akzeptieren können (haha).

Tobias:
‚Rain In The Face‘ führt dann wieder stärker in Richtung Black Metal und erzählt eine Kriegergeschichte, während die deutschen Lyrics den Song zusätzlich sehr direkt wirken lassen. Wie wichtig ist euch die deutsche Sprache bei HKSPK und was verändert sie für dich beim Schreiben und Singen gegenüber englischen Texten?

Jim Kalubba:
Deutsch wirkt für uns automatisch direkter. Bei englischen Texten entsteht immer ein kleiner Abstand. Selbst wenn man die Sprache sehr gut beherrscht, nimmt man bestimmte Formulierungen anders wahr als in seiner Muttersprache. Auf Deutsch kann ein einzelner Satz deshalb viel härter wirken. Gerade bei ‚Rain In The Face‘ hat das zur Geschichte und zur musikalischen Stimmung gepasst. Wir legen uns aber nicht darauf fest. Wenn ein Text auf Englisch funktioniert, bleibt er Englisch. Wenn Deutsch besser zur Komposition passt, wird er deutsch. Auch da entscheidet am Ende der Song. Wir möchten nicht irgendwann feststellen, dass wir eine gute Textzeile verworfen haben, nur weil sie in der „falschen“ Sprache entstanden ist.

Tobias:
Das über sechs Minuten lange ‚Heimkehr‘ bildet den Abschluss des Albums und ist für mich gleichzeitig einer der intensivsten Momente. Der Song baut sich langsam auf, bevor sich die Spannung in Gitarrengewitter, Schlagzeughagel und donnernden Gesangslinien entlädt. Warum habt ihr euch entschieden, gerade mit einem solchen atmosphärischen Brocken abzuschließen?

Jim Kalubba:
‚Heimkehr‘ musste für uns am Ende stehen. Das Album beginnt relativ direkt und aggressiv und wird im Verlauf immer atmosphärischer. Der Titelsong ist dann eigentlich der Punkt, auf den diese Entwicklung zuläuft. Auch inhaltlich funktioniert er für uns nur als Abschluss. Die Heimkehr ist dabei eben kein klassisches Happy End. Die Figur kommt zurück, aber sie kommt nicht unverändert zurück. Genau deshalb passt auch das Artwork von Steffen Schmolke so gut: Die Gestalt ist wieder zu Hause, trägt ihre Bandagen aber weiterhin und schreibt ihre Erlebnisse darauf. Körperlich angekommen. Seelisch noch irgendwo unterwegs. Nach diesem Song hätte ein weiterer schneller Zweieinhalb-Minuten-Abriss einfach falsch gewirkt. Also haben wir ausnahmsweise gewusst, wann Schluss ist.

Tobias:
Du bist bei allen acht Songs am Songwriting beteiligt und zeichnest bei ‚Prelude‘ sogar allein für Musik und Text verantwortlich. Bei mehreren Songs arbeitest du gemeinsam mit Leon und Arne. Wie funktioniert die Zusammenarbeit bei HKSPK und gibt es bei euch einen festen Songwriting-Prozess oder entsteht vieles spontan im Proberaum?

Jim Kalubba:
Einen festen Prozess gibt es eigentlich nicht. Manchmal bringt einer einen nahezu fertigen Song mit, manchmal gibt es nur ein Riff und wir bauen gemeinsam daran weiter. Dadurch sind die Credits auf dem Album auch unterschiedlich verteilt. Natürlich schreibe ich einen großen Teil des Materials, aber spätestens wenn wir gemeinsam spielen, verändert sich ein Song sowieso. Arne spielt einen Schlagzeugpart anders, als ich ihn mir vorgestellt habe, Leon ergänzt etwas an der Gitarre und plötzlich funktioniert der komplette Abschnitt besser. Inzwischen kennen wir uns musikalisch auch gut genug, um relativ schnell zu merken, welche Idee funktioniert und welche nicht. Das spart Diskussionen. 

Meistens zumindest (haha).

Tobias:
„Heimkehr“ wirkt für mich wie ein deutlicher Schritt nach vorne. Ihr habt euren rohen Blackened-Death-Sound beibehalten, ihn aber um weitere Facetten ergänzt und daraus einen abwechslungsreichen und tiefgründigen Silberling gemacht. Wenn du selbst auf das Album blickst: Was hat sich bei HKSPK seit „Holy Scum“ am stärksten verändert und wohin soll die Reise als Nächstes gehen?

Jim Kalubba:
Die größte Entwicklung sehen wir tatsächlich bei der Produktion und beim Songwriting. Wenn wir heute „Holy Scum“ hören, mögen wir das Album immer noch. Aber wir hören natürlich auch sehr viele Dinge, die wir inzwischen anders machen würden. Bei „The Human Butcher“ konnten wir uns bereits bestimmte Studiosounds und Techniken erarbeiten. Diese Erfahrungen haben wir bei „Heimkehr“ genommen und durch viele kleine Stellschrauben weiter verbessert. Auch beim Songwriting sind die Stücke unserer Meinung nach komplexer geworden. Zumindest fühlen sie sich für uns so an. Ob das objektiv stimmt, sollen lieber andere entscheiden.

Jetzt, wo „Heimkehr“ fertig ist, wollen wir vor allem spielen. So viele Konzerte wie möglich, Festivals, neue Orte und irgendwann hoffentlich Bühnen mit einigen unserer musikalischen Helden. Vielleicht ergibt sich daraus auch irgendwann eine Zusammenarbeit mit einer Agentur, die uns beim Booking etwas Arbeit abnimmt. Und was danach musikalisch passiert?

Wir haben uns vorgenommen, erstmal kein neues Album zu machen. Das haben wir zumindest gesagt. Versprechen können wir nichts.

Tobias:
Vielen Dank für deine Zeit und das Interview! Ich wünsche euch viel Erfolg mit „Heimkehr“. Die letzten Worte gehören natürlich dir.

Jim Kalubba:
Erstmal vielen Dank an dich, Tobias. 

Nicht nur für dieses Interview und deine ausführliche Review, sondern generell für den Support in den letzten Monaten. Du teilst unsere Sachen regelmäßig, meldest dich bei uns und hast dir sogar die Zeit genommen, unseren Presseordner genauer anzusehen. Gerade als kleine Band merkt man sehr genau, wer sich wirklich mit der Musik beschäftigt und wer nur die nächste Veröffentlichung durchschiebt.

Das wissen wir wirklich zu schätzen. An alle anderen: Hört euch „Heimkehr“ am 11. September an, kommt zu unseren Konzerten und sagt uns danach gern, was wir alles falsch gemacht haben. Oder was euch gefallen hat. Das nehmen wir natürlich auch. Danke für den Support und hoffentlich sehen wir uns irgendwo vor einer Bühne.

Interview: Tobias Stahl
Photocredit: HKSPK