Mit „Deathrace“ gehen RISING INSANE den nächsten Schritt ihrer musikalischen Entwicklung. Seit 2012 hat sich die Band aus Schierbrok kontinuierlich weiterentwickelt und sich mit ihrem modernen Metalcore einen festen Platz in der deutschen Szene erspielt. Auf ihrem fünften Studioalbum verbinden sie brachiale Riffs und Breakdowns mit emotionalen Momenten und greifen dabei auch gesellschaftliche und persönliche Themen auf. Gastbeiträge von Steven Jones (BLEED FROM WITHIN), ACCVSED, David Schneider und Caskets setzen zusätzliche Akzente. Im Gespräch sprechen RISING INSANE über die Entstehung von „Deathrace“, verworfene Songs, musikalische Entwicklung, persönliche Höhepunkte und ihre Ziele für die kommenden Jahre.
Tobias:
Hallo zusammen! Mit „Deathrace“ steht bereits euer fünftes Studioalbum in den Startlöchern. Wenn ich mir die elf Songs so anhöre, habt ihr die Messlatte für euch selbst noch einmal ordentlich nach oben gelegt. Wie fühlt ihr euch kurz vor der Veröffentlichung und wie groß ist die Vorfreude darauf, „Deathrace“ endlich auf die Reise zu schicken?
RISING INSANE:
Nervös und voller Vorfreude. So ein neues Album ist immer ein wilder Ritt voller Selbstvertrauen und Selbstzweifel. Können es kaum erwarten, die Songs live zu spielen und die Gesichter unserer Fans dabei zu sehen.
Tobias:
Ihr bezeichnet „Deathrace“ als euer bislang radikalstes Kapitel. Gleichzeitig gibt es neben all der Brachialität auch immer wieder ruhigere und emotionale Momente. Was war euch beim Schreiben diesmal besonders wichtig und wo wolltet ihr bewusst neue Grenzen ausloten?
RISING INSANE:
Ehrlich gesagt schreiben wir bei jedem Album einfach drauf los und schauen dann, in welche Richtung es geht. Dabei gibt es viel Material, das hinten rüberfällt, aber genau das ist wichtig für diesen Prozess. Wir wollten dieses Mal wieder rougher werden und weg von diesem poppigen Charakter. Weniger Synthies und Samples, dafür mehr Riffs.
Tobias:
Der Titeltrack ‚Deathrace‘ beschäftigt sich mit dem fehlenden Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Auch ‚Countdown‘, ‚Narcissist‘ und ‚Dirt‘ greifen ziemlich unbequeme Themen auf. Wie wichtig ist euch diese gesellschaftliche und persönliche Ebene in euren Texten und gibt es Dinge, die euch beim Schreiben aktuell besonders beschäftigen?
RISING INSANE:
DEATHRACE ist thematisch etwas anders aufgebaut als unsere letzten Alben. Zum einen, weil aktuell so viel verrücktes Zeug in dieser Welt passiert und unsere ganze Gesellschaft auseinanderrückt, und zum anderen, weil wir das Gefühl hatten, etwas sagen zu müssen. Wir wollen, dass jeder sich seine eigene Meinung macht, aber wir würden uns wünschen, dass die Texte zum Nachdenken anregen.
Tobias:
‚Outrage‘ wäre beinahe gar nicht auf dem Album gelandet. Erst durch Steven Jones von BLEED FROM WITHIN habt ihr noch einmal einen neuen Anlauf genommen. Was hat Steven in dem Song gesehen, das euch selbst zunächst entgangen ist, und was hat letztlich dazu geführt, dass aus dem Wackelkandidaten doch noch einer der Songs auf „Deathrace“ wurde?
RISING INSANE:
Steven hat einfach einen komplett anderen Blick auf den Song gehabt. Alles neu strukturiert und zum Beispiel den Breakdown geschrieben. Am Ende hat alles so gut gepasst, dass wir on fire waren und den Song unbedingt auf dem Album haben wollten.
Tobias:
Auch ‚Dark‘ stand lange auf der Abschussliste, bevor ihr das Instrumental noch einmal angepackt habt. Am Ende ist daraus ein richtiges Moshpit-Brett geworden, bei dem zusätzlich ACCVSED aus Wiesbaden mit an Bord sind. Was entscheidet bei euch letztlich darüber, ob ein Song weiterverfolgt oder tatsächlich verworfen wird?
RISING INSANE:
Das Gefühl. Wenn sich ein Song gut anfühlt, dann kommt er aufs Album. Wir haben auch eine Menge Material verworfen, einfach weil es nicht in die Ausrichtung oder die Zeit gepasst hätte.
Tobias:
Mit ACCVSED, Steven Jones, David Schneider und Caskets habt ihr gleich mehrere Gäste auf „Deathrace“. Wie wichtig waren euch diese unterschiedlichen Gastbeiträge und wie entscheidet ihr, welcher Musiker oder welche Band zu einem bestimmten Song passt?
RISING INSANE:
Wir hatten seit langer Zeit den Wunsch, Features auf unsere Songs zu bringen. Haben das in der Vergangenheit immer aus verschiedensten Gründen verworfen. Hier hat einfach alles gepasst. Die jeweiligen Gäste müssen ja auch Zeit und Lust drauf haben. Hier haben wir einfach auf Leute gesetzt, die wir selber richtig geil finden und für uns auf diese Songs passen.
Tobias:
Bei ‚Grey‘ steuert David Schneider ein Gitarrensolo bei, während die anderen Gastbeiträge noch einmal zusätzliche stimmliche oder musikalische Facetten einbringen. Wie viel Freiheit gebt ihr euren Gästen bei der Gestaltung ihrer Parts und gab es Momente, in denen dadurch ein Song noch einmal eine andere Richtung genommen hat?
RISING INSANE:
Das Solo bei ‚Grey‘ stammt komplett aus Davids Feder. David ist Svens Gitarrenlehrer und so kam hier eins zum anderen. Generell gibt man die Richtung schon vor, aber häufig kommen durch die Features neue Ideen und Vorschläge, die man dann so gut es geht versucht zu respektieren und umzusetzen.
Tobias:
Musikalisch verbindet ihr auf „Deathrace“ fette Metalcore-Riffs und Breakdowns mit punkigen und Hardcore-Einflüssen, während Songs wie ‚Good Enough‘ auch eure emotionale Seite zeigen. Wie wichtig ist euch diese Abwechslung und wann merkt ihr beim Songwriting, dass ein Stück genau die richtige Balance zwischen Härte und Gefühl gefunden hat?
RISING INSANE:
In erster Linie kommt dieser Mix völlig ungeplant bzw. unbeabsichtigt. Aber generell sind wir am Ende immer noch kleine Emo-Boys, die gerne auch mal ihre Gefühle rauslassen. 😊
Tobias:
RISING INSANE gibt es inzwischen seit 2012. Von „Nation“ über „Porcelain“, „Afterglow“ und „Wildfires“ bis zu „Deathrace“ habt ihr euch kontinuierlich weiterentwickelt. Wenn ihr heute auf eure bisherigen Alben zurückblickt: Was hat sich bei RISING INSANE am stärksten verändert – musikalisch, aber auch als Band?
RISING INSANE:
Wenn man die Jahre Revue passieren lässt, ist es nach wie vor verrückt, wo wir mittlerweile stehen. Niemand von uns hätte damals gedacht, dass wir jemals ein Feature mit Bands wie Caskets haben oder für PAPA ROACH Support spielen. Das sind alles richtige Meilensteine und macht extrem stolz. Am Ende hat sich gar nicht so viel verändert. Wir sind immer noch die 5 Jungs aus Schierbrok, die richtig gerne zusammen abhängen und Scheiße dabei labern. Am Ende glauben wir aber auch ganz fest daran, dass das ist, was uns hierher gebracht hat.
Tobias:
Wenn ich mir Songs wie ‚Deathrace‘, ‚Dark‘ oder ‚Dirt‘ anhöre, sehe ich euch eigentlich schon auf großen Festivalbühnen vor einer komplett eskalierenden Menge. Welche Ziele habt ihr euch für die Zeit nach „Deathrace“ gesetzt und wo würdet ihr RISING INSANE in den nächsten Jahren am liebsten sehen?
RISING INSANE:
Ganz klar auf dem RELOAD, SUMMER BREEZE, WACKEN, FULL METAL REWIND, auf unseren Touren und gerne auch im Ausland.
Übrigens gehen wir Ende 2026 auf unsere DEATHRACE TOUR und würden uns freuen, jeden einzelnen von euch persönlich zu begrüßen. Tobias, auch du bist herzlich eingeladen <3
Tobias:
Vielen Dank für eure Zeit, das Interview und die Einladung – wenn ich kann, seht ihr mich vor der Bühne! Ich wünsche euch viel Erfolg mit „Deathrace“ und allen euren Fans eine geile Zeit vor der Bühne.
Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Katharina Sterl

