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SAGENBRINGER – Mit drei neuen Sagen auf nach Mittelerde

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Mit „Sagendarium“ schlagen SAGENBRINGER nur wenige Monate nach ihrem dritten Studioalbum „Zwischen den Welten“ bereits das nächste Kapitel ihrer Bandgeschichte auf. Statt nordischer Mythologie und alter Volkssagen widmen sich die vier Skalden diesmal erstmals der wohl berühmtesten Fantasywelt überhaupt und zollen J. R. R. Tolkien mit drei neuen Songs Tribut. Bilbos hundertundelfzigster Geburtstag, der legendäre Ritt der Rohirrim und die Haradrim an der Seite Saurons bilden die Grundlage einer EP, die pünktlich zum Start der „Herz aus Stein“-Tour mit TANZWUT erscheint. Grund genug also, gemeinsam mit SAGENBRINGER nach Mittelerde aufzubrechen und über Tolkien, Geschichten, Fantasy und die neue EP „Sagendarium“ zu sprechen.

Tobias:
Seid gegrüßt, ihr vier Skalden! Schön, dass wir heute gemeinsam nach Mittelerde reisen. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu „Sagendarium“! Nur wenige Monate nach „Zwischen den Welten“ schlagt ihr bereits das nächste Kapitel eurer Bandgeschichte auf. Wie groß ist die Vorfreude, eure neue Geschichtensammlung endlich mit euren Gefährten teilen zu können?

Sagenbringer:
Sei gegrüßt Tobias. Vielen herzlichen Dank! Wir freuen uns riesig darauf unsere Lauschenden mit nach Mittelerde zu nehmen.

Tobias:
Mit „Sagendarium“ verlasst ihr erstmals die Welt nordischer Mythologie und klassischer Volkssagen und wagt euch an das Universum von J. R. R. Tolkien. Was hat euch dazu bewogen, genau jetzt diesen Schritt zu gehen, und weshalb fiel eure Wahl ausgerechnet auf Mittelerde?

Sagenbringer:
Das ganze begann damit, als wir erfuhren, dass wir auf den Tolkien Tagen in Geldern auftreten dürfen. Unser Sänger Haldruhir ist schon seit Jahrzehnten ein riesiger Tolkien Fan und diese Kombination führte dann unweigerlich dazu, dass wir uns an ein Werk über Tolkiens Welt machten. Aus einer geplanten Geschichte wurden dann drei, welche eine EP ergaben und nun stehen wir vor dem Release des „Sagendarium“.

Tobias:
Mittelerde lebt natürlich von Tolkiens Büchern, gleichzeitig haben Peter Jacksons Verfilmungen und der monumentale Soundtrack von Howard Shore diese Welt für Millionen Menschen noch greifbarer gemacht. Mich würde interessieren, welchen Einfluss die Filme und ihre Musik auf „Sagendarium“ hatten. Hattet ihr beim Songwriting bestimmte Bilder oder Szenen vor Augen?

Sagenbringer:
Die Filme und die Musik sind auf jeden Fall sehr präsent für uns gewesen beim Schaffungsprozess des „Sagendarium“. Nicht zuletzt, weil es nicht nur für Haldruhir eine Tradition ist, die Filme jährlich mindestens einmal zu schauen. Für jede der Geschichten, die wir auf der EP erzählen hatten wir dementsprechend die Bilder aus den Filmen vor Augen.

Tobias:
Schon mit den ersten Flötentönen von ‚Hundertundelfzigster Geburtstag‘ sitzt man gedanklich mitten in Hobbingen zwischen Bilbos Festtafel, Metkrügen und jeder Menge gut gelaunter Hobbits. Genau dieses Gefühl hat mich sofort gepackt. Wie schwierig war es, diese besondere Atmosphäre musikalisch einzufangen, ohne einfach nur die Geschichte nachzuerzählen?

Sagenbringer:
Das war tatsächlich nicht ganz so einfach. Bis wir bei dem jetzt hörbaren Instrumental gelandet sind, brauchte es regen Austausch zwischen Skjomi und Haldruhir. Aber, wir würden sagen, es hat sich definitiv gelohnt!

Tobias:
Wenn bei ‚Reiter Rohans‘ die ersten Rufe erschallen, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut. Kurz darauf galoppieren die Drums los und spätestens beim Schlachtruf „Ein Schwerttag, ein Bluttag“ steht für mich fest: Jetzt reiten wir gemeinsam auf die Pelennor-Felder. War euch während des Songwritings bewusst, welches Live-Monster hier gerade entsteht?

Sagenbringer:
Das die Geschichte so einschlagen würde, war auch uns nicht bewusst. Umso glücklicher sind wir natürlich darüber, dass es so eine Live-Hymne geworden ist. Dazu müssen wir aber auch sagen, dass wir uns beim Songwriting schon auch Gedanken machen, wie und ob eine Geschichte live funktioniert und wie man dabei mit dem Publikum interagieren kann.

Tobias:
Mit ‚Haradrim‘ entscheidet ihr euch ganz bewusst für die Perspektive eines Volkes, das in Tolkiens Welt meist nur als Verbündeter Saurons wahrgenommen wird. Was hat euch gerade an dieser Geschichte gereizt und war es euch wichtig, auch einmal die andere Seite dieses gewaltigen Konflikts zu beleuchten?

Sagenbringer:
Bei den meisten Sachen steckt ja immer mehr dahinter und so auch bei den Haradrim. Das Menschenvolk des Südens Mittelerdes zieht im Namen Saurons in den Ringkrieg, weil sie Sauron für einen Gott halten. Sie glauben also, sie handeln richtig, weil ihr Gott es ihnen so aufgetragen hat.

Tobias:
Ob alte Volkssagen, nordische Mythologie oder jetzt Tolkiens Mittelerde – Geschichten standen bei SAGENBRINGER von Anfang an im Mittelpunkt. Was fasziniert euch am Storytelling so sehr und weshalb bildet es bis heute das Herzstück eurer Musik?

Sagenbringer:
Wir glauben, dass kann man ziemlich gut in einem Leitspruch, den wir im Herzen mit uns tragen, zusammenfassen: Geschichten sind das, was am Ende von allem bleibt. Geschichten sind Erinnerung.

Tobias:
Wer euch verfolgt, merkt schnell, dass Werte wie Freiheit, Offenheit und Zusammenhalt für SAGENBRINGER weit mehr sind als bloße Schlagworte. Wie wichtig sind euch diese Werte innerhalb der Band und spiegeln sie sich vielleicht sogar ganz bewusst in euren Liedern wider?

Sagenbringer:
Auf diesen Werten fußt Sagenbringer. Bei uns soll sich jede Person vor, auf und hinter der Bühne sicher und wohl fühlen, unabhängig von allem. Wir haben damals, als wir angefangen haben Metal zu hören und auf Konzerte und Festivals zu gehen, die Szene als offen und tolerant kennengelernt und diesen Geist wollen wir am Leben erhalten, besonders in den heutigen Zeiten, wo einem eher Missgunst entgegenschlägt für Dinge, für die man nicht mal was kann.

Tobias:
Fantasy endet bei euch offenbar nicht mit der Musik. Tabletop-Rollenspiele, Brettspiele, Sammelkarten, Mythologie und fantastische Welten begleiten euch auch privat. Wer von euch ist der größte Nerd und wie viel von diesen Leidenschaften fließt ganz automatisch in eure Songs ein?

Sagenbringer:
Das dürfte unser Haldruhir sein. Alles, was hier in der Frage aufgezählt wurde, trifft auf ihn zu und noch mehr. Da er unsere Texte schreibt, helfen diese Hobbies ungemein. Besonders das Dasein als Spielleiter in mehreren Pen and Paper Runden.

Tobias:
Ganz ehrlich: ‚Reiter Rohans‘ und auch ‚Haradrim‘ schreien doch förmlich danach, live mit Hunderten Kehlen gefeiert zu werden. Ich sehe jetzt schon die ersten Reihen „Reiter Rohans!“ oder „Ha-ra-drim!“ mitsingen. Auf welche der drei neuen Hymnen freut ihr euch live am meisten?

Sagenbringer:
Reiter Rohans ist ja seit Erscheinung fest in unserer Setlist verankert und macht bei jedem Auftritt unheimlich viel Spaß zu spielen. Die anderen zwei Geschichten, sollten sie den Weg auf die Bühne finden, werden ebenfalls Anklang finden, da unsere Lauschenden bisher Mitsing-Parts und Feierlieder sehr wohlwollend angenommen haben.

Tobias:
Pünktlich zur Veröffentlichung geht es gemeinsam mit TANZWUT auf die „Herz aus Stein“-Tour. Wie sehr freut ihr euch darauf, die Songs von „Sagendarium“ endlich auf die Bühne zu bringen und wohin wird euch eure Reise in den kommenden Monaten noch führen?

Sagenbringer:
Da sprichst du ein ziemliches Luxusproblem von uns an. Es fällt uns unheimlich schwer eine Setlist zusammenzustellen, weil es inzwischen so viele Geschichten gibt, die wir gerne live präsentieren würden, leider hat man dafür nur auf der eigenen Tour genug Zeit. Dennoch freuen wir uns über jede einzelne Minute, die wir auf der Bühne sein dürfen, im Besonderen als Support für die großartige TANZWUT!

Tobias:
Bevor wir unsere Pferde satteln und Mittelerde wieder verlassen: Haben wir aus eurer Sicht alle wichtigen Kapitel des „Sagendariums“ aufgeschlagen oder gibt es noch etwas, das ihr den Leserinnen und Lesern von Darkscene Austria mit auf ihre eigene unerwartete Reise geben möchtet?

Sagenbringer:
Glaubt an euch selbst, seid lieb zueinander und taucht hin und wieder mal in andere Welten ab, wenn euch diese Welt zu überwältigen droht. Es ist okay auch mal Pause zu machen.

Tobias:
Vielen Dank für eure Zeit und das Interview! Ich wünsche euch viel Erfolg mit „Sagendarium“, eine großartige Tour und freue mich darauf, die drei neuen Hymnen hoffentlich bald live erleben zu können. Die letzten Worte gehören natürlich euch.

Sagenbringer:
Wir würden uns freuen, so viele Lauschende wie möglich auf unseren kommenden Touren mit TANZWUT und auf unserem Epilog der „Zwischen den Welten“-Tour in 2027 zu sehen. Freut euch in nächster Zukunft auf jede Menge SAGENBRINGER und schaut auf all unseren Kanälen nach Neuigkeiten, denn da kommt noch einiges.
Liebe geht raus an euch alle!

Interview: Tobias Stahl
Photo Credit: Maik Weinhardt