ASENBLUT – URGEWALT

ASENBLUT

Titel: URGEWALT

Label: Massacre Records

Spieldauer: 39:35 Minuten

VÖ: 18. September 2026

Viking- und Pagan Metal gehören seit Jahren zu den Genres, bei denen ich besonders gerne genauer hinhöre. Auch deswegen gehören die Göttinger Wikinger von ASENBLUT zu den Dauergästen in meinen Playlisten und haben auch ein Plätzchen in meinem Plattenregal. Ich lernte die Band um Sänger Tetzel mit dem Album „Die wilde Jagd“ kennen und schätzen, doch bereits seit 2006 treiben Tetzel und seine Mannen ihr „Unwesen“ und haben sich über die Jahre ihren ganz eigenen Stilmix aus Pagan-, Viking- und Melodic Death Metal erschaffen. Auf „Kampfruf“ (2008), „Aufbruch“ (2009), „Von Worten und Taten“ (2013), „Berserker“ (2016), der EP „Legenden“ (2018) und „Die wilde Jagd“ (2020) wurde der ASENBLUT-Sound immer weiter geschmiedet. Nach dem Labelwechsel zu Massacre Records folgte 2024 mit „Entfesselt“ ein für mich richtig starker Melo-Death-Dampfhammer, der mit sägenden Gitarren, wilden Drums, martialischem Gesang und deutschsprachigen Texten ordentlich bei mir punkten konnte. Nun steht mit „Urgewalt“ bereits der nächste Schildwall aus Göttingen vor der Tür, bereit, sie zu zerbersten.

„Urgewalt“ erscheint bei Massacre Records am 18. September 2026 auf CD als Digipak, auf Vinyl sowie als Special Boxset mit CD, Autogrammkarte, Sticker, Zertifikat, Kristallkette und graviertem Feuerzeug.

Zehn neue Songs und knapp 40 Minuten Spielzeit sollen erneut die Zutaten miteinander verbinden, für die ich ASENBLUT mag: harte Gitarren, hymnische Melodien, nordische Mythologie und ordentlich Druck auf dem Kessel. Inhaltlich geht es diesmal unter anderem um Götter, Krieger, Bruderschaft, Verrat, Schlachten und natürlich jede Menge nordische Mythologie. Dazu gesellen sich mit SAGENBRINGER, VICTORIUS und MITTEL ALTA gleich mehrere Gäste, die ihre eigenen Spuren auf „Urgewalt“ hinterlassen. Also dann: Metbecher bereitstellen, Hörner aufsetzen und schauen, welche „Urgewalt“ ASENBLUT dieses Mal entfesseln.

‚Urgewalt‘ beginnt hymnisch, geht dann direkt in den Schlachtmodus über und entfesselt Gitarren, Bass, Drums und Tetzels dunkle Growls. Das wiederkehrende „Uuuuuuuuuuuuuuuuuurgeeeewalt“ krallt sich in den Gehirnwindungen fest und verankert sich dort wie die Drachenschiffe beim Angriff auf Lindisfarne – auf in die Schlacht! Als der letzte Ton von ‚Urgewalt‘ erlischt, folgen wir der schnelleren und treibenderen Nummer ‚Asgards Ruf‘, die im Moshpit ordentlich abgefeiert werden kann. Es geht um den Ruf Asgards, der auch in der Ferne gehört werden kann, denn der Götterschutz wacht über seine Krieger – egal, wo sie sich befinden. Bereits im Opener bockten die Soli, hier ist die Axt ebenfalls breitbeinig am Start und die „Hey, Hey“-Rufe könnten live auch problemlos in „Row, Row“ gewandelt werden.

Mit SAGENBRINGER, die bald gemeinsam mit ASENBLUT auf Raubzug durch die Clubs ziehen, servieren die „Götting-Wikinger“ den Song ‚Der Druide‘. Kraftvoll, mystisch und magisch fesselt er den Hörer an die Boxen – ich liebe das, gerne weiter so! Wikinger und Schildmaiden, lasst eure Nacken knacken, denn ‚Das Ende der Pflicht‘ ist der Beginn eurer Pflicht, die Haare fliegen und den Boden beben zu lassen. Eine Schlachtenhymne, wie man sie von ASENBLUT schätzt! „World War Dinosaur“ ist die neue Scheibe von VICTORIUS. Das erzähle ich euch, weil die Jungs bei der mit Power-Metal-Vibes ausgestatteten Nummer ‚Barbaren und Legionen‘ mit am Start sind. Hier geht es übrigens um die Schlacht der Barbaren gegen Rom – eine tolle, abwechslungsreiche Power-Metal-Mitsing-Nummer! In ‚Tavernenrausch‘ sind MITTEL ALTA am Fass – ähm, am Start. Mir bisher unbekannt, macht die deutsche Crossover-Band, die mittelalterliche Ästhetik mit derben Hip-Hop-Beats, Rap und Techno-Einflüssen kreuzt, einen geilen Job. Das Duo um Sir Schwanzelot und Sir Gernhardt Reinlunzen bringt tolle und lustige Vibes in die „Trink- und Feierhymne“ – Prost und Skol, ihr Krieger! In ‚Drei Flüche‘ geht es dann wieder deftiger und nach Art des Hauses zur Sache – Blastbeats, fette Vocals aus Tetzels Kehle und der brachiale Druck, den die Band entfacht! In ‚Blut für den Blutgott‘ sind nicht Thomas Gurrath und seine Dämonendrachen als Gäste dabei, hier gibt es pure Schlachtenwut, rasende, brachiale Einschläge und Schädel für den Schädelthron! Worum es in ‚Bruderschaft‘ und dem abschließenden Track ‚Loki‘ geht, verrate ich euch nur so viel: Es wird episch, wütend und temporeich!

„Urgewalt“ setzt die starke Qualität deutscher Wikinger -und Sagenhymnen fort, doch besonders Tetzel legt für mich erneut eine Schippe drauf. Seine klareren, etwas harscheren und leicht höheren Töne gefallen mir auf der neuen Scheibe richtig gut und verleihen den ohnehin druckvollen Vocals noch einmal eine zusätzliche Kante. Dazu gesellen sich die von mir an ASENBLUT geschätzten sägenden Gitarren, bockstarken Soli, treibenden Drums, hymnischen Refrains und natürlich diese Mischung aus Pagan-, Viking- und Melodic Death Metal, die sofort Schlachtenstimmung verbreitet. Die Gastbeiträge von SAGENBRINGER, VICTORIUS und MITTEL ALTA bringen zusätzliche Farbe ins Spiel, ohne dass ASENBLUT ihren eigenen Stempel verlieren. Von Album zu Album habe ich bei den Göttingern das Gefühl, dass sie sich weiterentwickeln und sich langsam, aber sicher in Richtung noch höherer Wertungsregionen arbeiten. Nach dem bereits guten Vorgänger „Entfesselt“ legen ASENBLUT mit „Urgewalt“ erneut nach – und wenn Tetzel und seine Mannen diesen Weg weitergehen, dürfte die nächste Wertungsstufe nicht mehr allzu weit entfernt sein.

Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten