SAVATAGE – „Prelude To Madness“ Tour, Bonn
SAVATAGE – NEVERMORE
13. August 2026
Bonn, Kunst!Rasen
Mit SAVATAGE und NEVERMORE hatten sich gleich zwei Bands mit großen Namen und viel zu langer Abstinenz auf „Prelude To Madness“ Tour begeben, um ihre Rückkehr live mit den Fans zu feiern. Zum Ende der Konzertreihe ging es auf den großen Kunst!rasen in Bonn, wo einige tausend Fans gespannt auf diesen Abend warteten.
NEVERMORE
Ihre Wiedergeburt sind die 1992 in Seattle gegründeten Power Progger Anfang 2025 sehr offensiv und transparent angegangen. Anfang diese Jahres verkündeten Jeff Loomis und Drummer Van Williams dann, dass der Türke Berzan Önen ihr neuer Sänger wird und der türkisch-amerikanische Musiker Semir Özerkan (Ex-Oceans Of Slumber) den Bass übernimmt, während der junge Gitarrist Jack Cattoi die zweite Klampfe bedienen wird. Wieder begleitet von allerlei Infos, auch in Form von einigen Bewerbungs-, Vorstellungs- und Audition-Videos. Ihr erstes Konzert spielte die Band am 01. April in Istanbul. Es folgten diverse Festival-Aufritte, etwa auf dem Wacken Open Air, und nun die weitere Tour-Live-Feuerprobe in Form der Gigs im Vorprogramm von Savatage. Aber alle Sorgen sind unbegründet, die Band liefert einwandfrei und vor Kraft strotzend ab. Die Bandchemie scheint zu stimmen und so werden Klassiker wie der Opener `Beyond Within´, der flotte Banger
`Born´ und das finale `Enemies Of Reality´ druckvoll, aggressiv und in Bestform in die neugierige Menge gefeuert und von dieser begeistert aufgenommen. Und die einst von Warrel Dane eingesungenen Stücke funktionieren tadellos. Berzan Önen hat sich bestens in seine Rolle als Frontmann eingefunden und gesanglich liefert der Hüne, dessen Oberarme vermutlich dicker als so manche menschliche Oberschenkel sind, eine mehr als solide Leistung ab, was auch an diesem Abend bei weiteren Stücken wie dem melodisch-wuchtigen Brecher `Narcosynthesis´ und dem grandiosen `The River Dragon Has Come´ zu bewundern war und zurecht mit sehr viel Applaus belohnt wurde.
SAVATAGE
Für die meisten Anwesenden war diese Show die lang erwartete Heimkehr der verlorenen Söhne, bzw. Master of Metal nach über 20 Jahren. Und SAVATAGE waren, nach den wenigen eher kleineren Shows im letzten Jahr, zurückgekehrt, um dieses mal die großen Bühnen und Open Airs zu spielen. Mit riesiger Videowand, einer klaren Lightshow und einem für Freiluftveranstaltungen, guten Sound enterten Zak Stevens, Chris Caffery, Basser JohnLee Middleton , Gitarrist Al Pitrelli und Drummer Jeff Plate (plus gleich zwei Keyboarder) die große Bühne, um mit dem stampfenden `Dead Winter Dead` und dem Klassiker `Jesus Saves` gleich mächtig loszulegen.
Und die Bonner Crowd zeigte sich von den ersten Tönen an mehr als willens und bereit SAVATAGE wieder ins Herz zu schließen. Auf der Bühne gab die Band alles, fuhr jede Menge Klassiker auf, Fronter Zak animierte andauernd und die berühmte Chemie zwischen beiden Parteien stimmte schlagartig. So wurde dieser Abend eben nicht nur eine nostalgische Reise durch die SAVATAGE Geschichte, sondern ein wirkliche Welcome Home Party, bei denen die Fans regelrecht strahlten und zusammen mit der Band eine verdammt gute Zeit erlebten. Songs wie `Taunting Cobras`, `Handful Of Rain`, das an Queen erinnernde `Chance` oder auch `Strange Ways` zeigten die Bandbreite der Band und Chris Caffery überraschte als Sänger bei `Warriors`. Gar nicht mal schlecht, kam er dabei doch beinahe an Jons Giftigkeit beim Original heran.
Highlights waren natürlich die großen Songs wie `Power Of The Night`, das fantastische `Tonight
He Grins Again` oder `Sirens` aus der wohl stärksten Phase der Band. Das neu in die Setliste gerutschte `The Wake of Magellan` unterbrach die Klassikerphase kurz, bevor Jon Oliva auf der Videoleinwand erschien, um den Anfang (und auch wieder das Ende) von `Believe` zu spielen, während die Band vor Ort den Livepart übernahm. Der Song rührte nicht nur mich fast zu Tränen, wurde voller Hingabe tausendfach mitgesungen und zeigte einmal mehr die Verehrung für das fehlende Mastermind Jon Oliva dessen magische Stimme SAVATAGE geprägt hat.
Fehlte nur noch das finale Hit-Tripel aus `Gutter Ballet`, `Edge of Thorns` und der mächtigen Zugabe `Hall Of The Mountain King`, das einen perfekten Sommerabend in schönster Open Air Atmosphäre beendete.
Bleibt nur die simple Feststellung: SAVATAGE sind zurück und das ist auch gut so!
Text: Michael Gaspar, Sven Bernhardt
Photo Credits: Sven Bernhardt
Setliste SAVATAGE
Morphine Child (Intro only)
Dead Winter Dead
Jesus Saves
Lights Out
This Is the Time (1990)
Taunting Cobras
Unusual
Handful of Rain
Chance
Temptation Revelation
Prelude to Madness
Warriors
Miles Away
Tonight He Grins Again
Power of the Night
Sirens
Strange Wings
The Wake of Magellan
Believe
Gutter Ballet
Edge of Thorns
Hall of the Mountain King
































