TRANSFORMERS – THE TRANSFORMERS: THE MOVIE SOUNDTRACK: THE REFORMATTED EDITION

TRANSFORMERS

Titel: THE TRANSFORMERS: THE MOVIE SOUNDTRACK: THE REFORMATTED EDITION

Label: Reigning Phoenix Music

Spieldauer: 39:12 Minuten

VÖ: 24. Juli 2026

Als 1978 Geborener und damit Angehöriger der Generation X bin ich mit „He-Man and the Masters of the Universe“, M.A.S.K., den Looney Tunes, Micky Maus und Donald Duck, Lucky Luke sowie Asterix und Obelix aufgewachsen. He-Man konnte allerdings niemand das Schwert reichen – das vorweg. Gleich dahinter folgten für mich jedoch die TRANSFORMERS. Die außerirdischen, lebenden Roboter vom Planeten Cybertron faszinierten mich von Anfang an mit ihrem unaufhörlichen Krieg zwischen den heldenhaften Autobots und den wesentlich aggressiveren Decepticons. Mit gerade einmal sechs Jahren entdeckte ich dieses Universum für mich. Das amerikanisch-japanische Medien-Franchise wurde 1984 von den Spielzeugherstellern Takara in Japan und Hasbro in den USA ins Leben gerufen.

Von Beginn an umfasste das Franchise Actionfiguren, Comics, Bücher und Zeichentrickserien. Für meine Sparschweine war das allerdings eine Katastrophe. Kaum erschien eine neue Figur, stand sie auf meinem Wunschzettel. Reichte das Taschengeld nicht aus, musste eben das Sparschwein dran glauben – sehr zur Freude von Hasbro. Geburtstage und Weihnachten wurden deshalb regelmäßig zu regelrechten Sparschweinschlachtungen. Und wenn Oma oder Opa mir für eine gute Note ein Fünf-Mark-Stück in die Hand drückten, war das etwas ganz Besonderes. Damals hatte dieses Geld noch einen echten Wert – und brachte mich meinem nächsten Transformer ein gutes Stück näher. Doch die Figuren verschwanden nicht einfach im Regal. Auf dem Spielplatz wurde der ewige Kampf zwischen Gut und Böse regelmäßig neu ausgefochten: Autobots gegen Decepticons. Gemeinsam mit Freunden schauten wir die Zeichentrickserie, doch der Computer spielte damals noch kaum eine Rolle. Viel lieber saßen wir mit unseren Transformers stundenlang im Sandkasten, erfanden immer neue Schlachten und ließen Optimus Prime & Co. gegeneinander antreten. Dass anschließend gefühlt ein halber Sandkasten in meinen Schuhen steckte, sorgte bei meiner Mutter zwar nur für bedingte Begeisterung – für uns gehörte das aber genauso dazu wie der Ruf „Autobots, transformiert euch!“.

Heute verbinden viele Erwachsene die TRANSFORMERS vor allem mit den erfolgreichen Blockbuster-Filmen, in denen mein persönlicher Favorit Bumblebee längst Kultstatus erreicht hat. Die heutige Generation wächst dagegen mit einer riesigen Auswahl an Spielzeugen auf, die Geräusche machen, leuchten, sprechen oder sich auf Knopfdruck verwandeln. Davon konnten wir damals nur träumen.

Unsere Computer wie der Commodore 64 oder später der Amiga 500 waren für damalige Verhältnisse zwar beeindruckend, von hochauflösender Grafik oder spektakulären Animationen aber noch weit entfernt. Das spielte jedoch keine große Rolle. Die besten Geschichten entstanden ohnehin nicht auf dem Bildschirm, sondern in unseren Köpfen – mit den eigenen Transformer-Figuren in der Hand. Und ganz ehrlich: Hätte es damals schon die heutigen Figuren mit Soundeffekten, Lichtern und aufwendigen Transformationen gegeben, hätten wohl noch deutlich mehr Sparschweine dran glauben müssen.

Mittlerweile umfasst das Franchise neun Kinofilme. Den Anfang machte 1986 der Zeichentrickklassiker „The Transformers: The Movie“, der bis heute Kultstatus genießt. Den Grundstein für den weltweiten Kinoerfolg legte jedoch Michael Bay mit „Transformers“ (2007), während mit „Transformers One“ (2024) zuletzt die Vorgeschichte von Optimus Prime und Megatron erzählt wurde.

Wir konnten die Titelmelodie damals alle auswendig. Sobald sie im Fernsehen erklang, war die Aufregung groß. Wir summten sie mit, fieberten jeder neuen Folge entgegen und hatten den eingängigen Refrain selbst dann noch im Kopf, wenn der Fernseher längst ausgeschaltet war. Genau dieses Gefühl von Nostalgie greift Reigning Phoenix Music nun auf und verpasst dem legendären Soundtrack des Zeichentrickfilms von 1986 mit „The Transformers: The Movie: The Soundtrack: The Reformatted Edition“ keinen einfachen Ölwechsel, sondern gleich einen kompletten Motorumbau – moderner, deutlich härter und mit ordentlich PS unter der Haube.

Das Album erscheint unter dem Banner von Hasbro Music. Produziert und aufgenommen wurde es von Matt LaPlant, der gemeinsam mit den KNIGHTS OF UNICRON auch für die Vorproduktion verantwortlich war. Mix und Mastering übernahm Zeuss, während die Aufnahmen im geheim gehaltenen Ripper’s Lair entstanden. Das Cover-Artwork und das Design stammen von Matt Ferguson.

Im folgenden Review nehme ich „The Transformers: The Movie: The Soundtrack: The Reformatted Edition“ Song für Song unter die Lupe, vergleiche die Neuaufnahmen mit den legendären Originalen und berichte, ob die beteiligten Musiker dem Kult-Soundtrack gerecht werden – oder ob die Erinnerungen an Optimus Prime, Bumblebee und Co. am Ende doch unantastbar bleiben. Ich werde bei den einzelnen Songs nur noch die Titel nennen. Damit ihr den Überblick behaltet, hier die Übersicht zu den Gastmusikern und den Originalinterpreten:

  • ‚The Touch‘ – Gast: Stan Bush | Original: Stan Bush
  • ‚Instruments of Destruction‘ – Gast: Francesco Cavalieri | Original: N.R.G.
  • ‚Death of Optimus Prime‘Vince DiCola
  • ‚Dare‘ – Gäste: Stan Bush & Vince DiCola | Original: Stan Bush
  • ‚Nothin’s Gonna Stand in Our Way‘ – Gast: Sebastian Bach | Original: Spectre General
  • ‚The Transformers (Theme)‘ – Gast: Brittney Slayes | Original: Lion
  • ‚Escape‘ – Original: Vince DiCola
  • ‚Hunger‘ – Gast: Mark Osegueda | Original: Spectre General
  • ‚Autobot / Decepticon Battle‘ – Original: Vince DiCola
  • ‚Dare To Be Stupid‘ – Gast: Torch | Original: „Weird Al“ Yankovic

Yay, Gänsepelle schon beim Synth-Opening und tolle Vocals – das ist ‚The Touch‘. Der Song hat einen so tollen, catchy Melodiebogen, dass er nicht nur Fans der TRANSFORMERS mitreißen wird. Sing along, Decepticons! Do the Dance, Autobots! Toller Start! Sehr knackig, böse und fies knallt ‚Instruments of Destruction‘ aus den Boxen. Bei ‚Instruments of Destruction‘ dürfte jeder TRANSFORMERS-Fan sofort die Szene vor Augen haben, in der Megatron und seine Decepticons das Autobot-Shuttle stürmen und gleich zu Beginn des Films für einen der schockierendsten Momente der gesamten Reihe sorgen. Puh, die nächste Nummer ist auch nach fast 40 Jahren noch ergreifend. Das Instrumental ‚Death of Optimus Prime‘ untermalt die wohl traurigste Szene des Films klanggewaltig. Vince DiColas Komposition macht mir auch fast vier Jahrzehnte später noch Gänsepelle. Jetzt darf aber wieder gerockt werden, denn ‚Dare‘ bietet die nötigen Riffs, Fistbump-Momente und auch den Pathos, den so ein Soundtrack in seiner DNA hat und dadurch den Hörer fesselt. Nach Junkion reisen wir mit ‚Nothin’s Gonna Stand in Our Way‘ weiter. Begleitet von Sebastian Bach hat der treibende Hardrocker ordentlich Druck unter der Haube.

Der absolute Peak ist ‚The Transformers (Theme)‘. Das Ding rockt wie Sau! Hier bekommt sogar mein alter Corsa Gänsedellen auf dem Lack und würde mich glatt glauben lassen, ich könnte damit einen Formel-1-Boliden überholen – selbst Ralf Schumacher würde beim Autokauf alt aussehen. Brittney Slayes drückt der ikonischen Titelmelodie mit ihrer charismatischen Stimme und jeder Menge Power ihren Stempel auf. Genau so muss diese Hymne in einer Metal-Version klingen! Das zweite instrumentale Stück ist ‚Escape‘, mit dem die Flucht der Autobots musikalisch untermalt wird. Vince DiCola vertont den verzweifelten Versuch, der Übermacht Galvatrons zu entkommen, und verbindet dabei epische Synthesizer mit einer gehörigen Portion 80er-Jahre-Kinofeeling. Mit Mark Osegueda von DEATH ANGEL am Mikrofon gibt es in ‚Hunger‘ klassischen Heavy Metal mit seiner charakteristischen Stimme, den ikonischen Screams, donnernden Drums und eingängigen Riffs, macht der Titel Headbangern bock! Nach ‚Autobot / Decepticon Battle‘, der dritten instrumentalen Darbietung, die Mechanische Rhythmen und futuristische Cyber-Elemente liefert und verschiedene Metal-Spielarten mit cineastischen Orchesterarrangements verbindet, ist ‚Dare To Be Stupid‘ mit Torch am Mikrofon das Finale. Auch hier ist Speed kein Fremdwort: Druckvolle Drums, rasende Synthies und schnelle Gesangslinien verschmelzen zu einem explosiven Schlussakkord.

Die Originale bleiben unantastbar – aber diese Neuinterpretationen sind die beste Art, ihnen fast 40 Jahre später neues Leben einzuhauchen.

Als Metal- und Rockfan, der mit den TRANSFORMERS aufgewachsen ist, macht mir dieses Album einfach riesigen Spaß. Es nimmt mich mit auf eine Reise zurück in den Sandkasten, zurück zu Anja, Kadir, Steffen, Lisa und Andreas – zurück in eine Zeit, in der die Welt noch ein Stück einfacher war. Und wenn sie doch einmal in Gefahr geriet, waren die Autobots zur Stelle und retteten den Tag.

Genau dieses Gefühl transportiert „The Transformers: The Movie: The Soundtrack: The Reformatted Edition“ hervorragend. Der musikalische Motorumbau ist gelungen: Aus dem Soundtrack von damals ist ein echter Schwermetall-Bolide mit ordentlich PS unter der Haube geworden. Die Gastmusiker liefern durch die Bank großartig ab und verleihen den Songs ihren eigenen Charakter, ohne den Geist der Originale aus den Augen zu verlieren. Wer mit den TRANSFORMERS groß geworden ist, bekommt eine ordentliche Portion Nostalgie serviert. Aber auch Rock- und Metalfans, die mit dem Franchise bisher kaum Berührungspunkte hatten, dürften an diesem Album ihren Spaß haben.

Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten