DARK FUNERAL – A BEAST TO PRAISE

DARK FUNERAL

Titel: A BEAST TO PRAISE

Label: Century Media Records

Spieldauer: 69:22 Minuten

VÖ: 21. August 2026

DARK FUNERAL wurden 1993 von den beiden Gitarristen Lord Ahriman und Blackmoon (R.I.P. 2013) gegründet. Komplettiert wurde das erste Line-up durch Sänger und Bassist Themgoroth sowie Schlagzeuger Draugen. Mehr als drei Jahrzehnte später zählen die Schweden längst zu den prägenden Größen des Black Metal. Heute besteht die Band aus Lord Ahriman (Gitarre), Chaq Mol (Gitarre), Heljarmadr (Gesang), Adra-Melek (Bass) und Jalomaah (Schlagzeug). Nach dem erfolgreichen Studioalbum „We Are The Apocalypse“ aus dem Jahr 2022, das unter anderem Platz 6 der deutschen Albumcharts erreichte, schließen DARK FUNERAL dieses Kapitel mit dem Livealbum „A Beast To Praise“ ab. Die Aufnahmen entstanden am 16. April 2022 während der offiziellen Release-Show zum Album im Stockholmer Fållan. Für die Schweden war dieser Abend weit mehr als ein gewöhnliches Konzert, denn nach der pandemiebedingten Zwangspause markierte er die langersehnte Rückkehr auf die Bühne. Unterstützt wurden DARK FUNERAL dabei von SAMAEL und ELEINE, während das Konzert gleichzeitig weltweit per Livestream übertragen wurde. Die 13 Songs umfassende Setlist spannt den Bogen von der selbstbetitelten EP „Dark Funeral“ über Klassiker wie „The Secrets Of The Black Arts“, „Vobiscum Satanas“, „Diabolis Interium“ und „Where Shadows Forever Reign“ bis hin zu vier Songs des aktuellen Studioalbums „We Are The Apocalypse“ und hält damit einen besonderen Moment der Bandgeschichte für die Nachwelt fest.

„A Beast To Praise“ erscheint als Jewelcase-CD, Gatefold-Doppel-LP auf 180-Gramm-Schwarzvinyl, als auf 400 Exemplare limitiertes Gatefold-Doppel-LP auf transparent rotem 180-Gramm-Vinyl, als Gatefold-Doppel-LP auf 140-Gramm-Schwarzvinyl für den US-Markt sowie digital. Ich durfte bereits vorab in das Livealbum reinhören – wie sich die Liveaufnahme schlägt und ob DARK FUNERAL die intensive Atmosphäre dieses besonderen Konzertabends einfangen konnten, erfahrt ihr jetzt.

‚Unchain My Soul‘ stammt vom 2016 erschienenen Studioalbum „Where Shadows Forever Reign“ und beschäftigt sich mit Tod, Erlösung und dem Weg zu Satan. Atmosphärisch beginnt der Song mit der Ansage, dass Gott heute nicht anwesend ist. Danach steigert sich die Spannung hörbar, ehe man mit dem Jubel des Publikums wahrnimmt, wie DARK FUNERAL die Bühne betreten. Gerade bei einem Livealbum ist es für mich unabdingbar, die Fans und das Drumherum zu hören – und genau das gelingt im Opener – hoffen wir, dass es so bleibt. Lassen wir die schwarze Messe beginnen! Hell yes! ‚The Arrival Of Satan’s Empire‘ („Diabolis Interium“, 2001) wird genauso infernalisch angekündigt, wie die rasende Nummer am Ende auch ist. Die räudig ins Mikro gebellten Vocals, die wuchtigen Drumeinschläge und die Jungs an den Saiteninstrumenten feuern gnadenlos auf das Publikum ein – sehr geil! Nach dem Song von 2001 arbeiten wir uns vier Jahre nach vorne zu ‚My Funeral‘ vom 2005 erschienenen Studioalbum „Angelus Exuro Pro Eternus“, das nicht ganz so brachial über die Fans in Stockholm hereinbricht und bei dem die Verachtung christlicher Rituale und die Hinwendung zu Satan im Mittelpunkt steht. Mit ‚Leviathan‘ folgt die erste Nummer vom damals aktuellen Studioalbum „We Are The Apocalypse“. Bevor die Schweden loslegen, wird das Publikum in Stockholm auf Schwedisch, Englisch, Deutsch und Spanisch begrüßt. Anschließend entfaltet der Song seine ganze Wucht und knüpft nahtlos an die intensive Atmosphäre der ersten drei Stücke an. Na, erholt von der brachialen Gangart während ‚Leviathan‘? Denn es folgt der Titeltrack ‚We Are The Apocalypse‘ vom gleichnamigen Studioalbum. Der Song handelt von bevorstehender Apokalypse, in der Chaos, Zerstörung und der Untergang der göttlichen Ordnung den Weg für eine neue dunkle Herrschaft ebnen. Bei mir zuhause wackelt der Boden ob des sackstarken Drumgeballers von Jalomaah und das Kreuz an der im Umfeld befindlichen Kirch scheint zu zittern – oder sind es nur die Fensterscheiben, wer weiß.

Nach 1994 reisen wir zurück mit ‚Open The Gates‘. Nach Art des Hauses geht der Song knackig ab, lädt zum Moshen ein und behandelt das Öffnen der Tore zur Hölle – ein früher Klassiker und Fan-Favorit, der bis heute fester Bestandteil der Liveshows ist. Vor dem nächsten Track aus „We Are The Apocalypse“ hört man die Fans feiern, rufen und schreien – so muss das sein. Ich wiederhole mich da gerne. Danach, räudig und roh wie ein Steak, das frisch geschnitten wurde, kommt ‚When I’m Gone‘ mit dem lyrischen Hintergrund der Vergänglichkeit, des Todes und des Vermächtnisses, das nach dem eigenen Ableben zurückbleibt. Gleichzeitig schwingt die Hoffnung mit, dass der eigene Geist auch nach dem Tod weiterlebt – kennen wir irgendwoher, oder? ‚Goddess Of Sodomy‘ („Diabolis Interium“, 2001) wird mit Intro von der Kette gelassen und knallt Lyrics über die Verehrung einer dämonischen Göttin in die Gehörgänge der headbangenden Jünger. Das Lied verbindet Themen wie Blasphemie, satanische Rituale und sexuelle Ausschweifung mit der für DARK FUNERAL typischen kompromisslosen und expliziten Wortwahl. Die nächste Zeitreise führt diesmal ins Jahr 1998 mit ‚Vobiscum Satanas‘, das ebenfalls großen Jubel erntet. Kein Wunder, zählt der Titeltrack des gleichnamigen Albums doch zu den absoluten Klassikern der Band, was Frontmann Heljarmadr mit den Worten „I know you have been waiting for this one. Let me fucking hear you!“ eindrucksvoll unterstreicht. ‚Vobiscum Satanas‘ gehört seit Jahrzehnten zu den unumstößlichen Höhepunkten einer jeden DARK-FUNERAL-Show. Mit einem Gruß an die Streamer auf der ganzen Welt und der Ansage, dass jetzt ein schwedischer Klassiker für Ostern kommt, fräst sich ‚Nail Them To The Cross‘ schwärzlich in und durch die Synapsen. Lyrisch gibt’s einmal mehr eine rabenschwarze Breitseite gegen das Christentum. Nach leisen, sakral klingenden Vibes liefert Drummer Jalomaah vor ‚Let The Devil In‘ zunächst ein geiles Solo ab. Danach gewittert die Hingabe an den Teufel und der Bruch mit christlichen Werten über Stockholm und die Welt, während satanische Macht und Finsternis willkommen geheißen werden. ‚The Secrets Of The Black Arts‘ bekommt eine Ansage auf Schwedisch, ist die vorletzte unchristliche Hymne der Black-Metal-Legenden und wurde vor 30 Jahren veröffentlicht. Als einer der bekanntesten Songs der Skandinavier beschäftigt sich das Stück mit schwarzer Magie, okkultem Wissen und der Beschwörung dunkler Mächte.

Das Finale gehört ‚Where Shadows Forever Reign‘, dem zweiten Song vom gleichnamigen Studioalbum aus dem Jahr 2016. Zuvor verspricht Frontmann Heljarmadr allen Anwesenden in Stockholm und den Zuschauern im Livestream, dass DARK FUNERAL „in your fucking town“ zurückkehren werden, sobald es möglich ist. Dieses Versprechen haben die Schweden gehalten: Im Oktober 2026 sind sie gemeinsam mit Behemoth und Dimmu Borgir auf der „In League With Satan Tour“ unterwegs. Die Deutschlandtermine sind am 10.10. in Zwickau, am 14.10. in München, am 20.10. in Köln, am 22.10. in Hamburg und am 23.10. in Berlin. Inhaltlich entführt der Song in ein Reich ewiger Dunkelheit, in dem Licht und Hoffnung endgültig verschwunden sind und die Schatten für immer herrschen. Lasst euch also entführen in eine Welt voller Finsternis, schwarzer Magie und kompromisslosem Black Metal – dorthin, wo die Schatten für immer herrschen.

Ein Livealbum muss sich genau so anhören! Roh, laut und mit einer Atmosphäre, die einen direkt mitten ins Publikum versetzt. Dass „A Beast To Praise“ ausgerechnet in der schwedischen Heimat der Band aufgenommen wurde, macht das Ganze noch besonderer. Die Begeisterung der heimischen Fans, die Reaktionen zwischen den Songs und die unvergleichliche Stimmung fangen die Essenz der dortigen Black-Metal-Szene perfekt ein. Die Wucht eines Heimspiels toppt eben nichts. Wer DARK FUNERAL liebt oder ein kompromissloses Livealbum hören möchte, macht mit diesem Release garantiert nichts falsch. Absolute Kaufempfehlung!

Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten