BLiTZ
Titel: BITTER ME
Label: Fastball Music
Spieldauer: 38:16 Minuten
VÖ: 12. Juni 2026
BLiTZ ist das Industrial-Metal-Projekt des US-amerikanischen Musikers, Produzenten und Songwriters Edge Dennis aus Boston. Ursprünglich als Ein-Mann-Projekt während seiner Zeit am Berklee College of Music gegründet, entwickelte sich BLiTZ inzwischen zu einer vollwertigen Live-Band. Musikalisch verbindet Dennis Industrial Metal, NDH, Modern Metal und elektronische Elemente zu einem wuchtigen, cineastischen Sound, den er selbst als „Sonic Warfare“ bezeichnet. Mit “Bitter Me” erscheint nun das Debütalbum, das gleichzeitig den Auftakt einer größeren Geschichte bildet. Die Handlung spielt im Jahr 2066. Regierungen existieren nicht mehr, stattdessen kontrolliert die „Global International Order“ (GIO) nahezu alle Machtstrukturen. Im Mittelpunkt steht der maskierte Rebell BLiTZ, dessen wahre Identität im Verborgenen bleibt. Gerüchten zufolge handelt es sich um einen ehemaligen Soldaten aus den Konzernkriegen, der sich gegen das System erhebt, das ihn einst selbst erschaffen hat. Unterstützt wird er von Sharpshooter Fade (Leadgitarre), The Mad Dr. Fuse (Synthesizer), General Maul (Bass) und Heavy-Weapons-Specialist Bane (Schlagzeug). Schauen wir einmal, welche Botschaften BLiTZ auf seinem Debütalbum “Bitter Me” in die Welt hinaussendet.
Mit ‘Blitzkrieg’ startet “Bitter Me” stampfend und mit einem eingängigen “Hey Ho”-Chor in die dystopische Zukunftswelt von BLiTZ. Der Opener gehört für mich zu den stärkeren Songs der Platte und gibt die musikalische Marschrichtung klar vor. Schade nur, dass das Album dieses Niveau im weiteren Verlauf nicht immer halten kann. ‘The Score’ schlägt in eine ähnliche Kerbe, bleibt dabei aber bereits etwas hinter dem gelungenen Auftakt zurück. Deutlich kämpferischer präsentiert sich anschließend ‘Sudden Death’, das mit seiner kriegerischen Atmosphäre und ordentlich Headbang-Potenzial zu den stärkeren Nummern der ersten Albumhälfte zählt. Mit ‘My Enemy’ nehmen BLiTZ das Tempo zunächst etwas heraus. Der Song beginnt beinahe balladesk und entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einer angenehm gemäßigten Industrial-Nummer, ehe ‘The Game’ das Gaspedal wieder etwas stärker durchdrückt. Der Titeltrack ‘Bitter Me’ bringt zwar einige starke Gitarrenriffs mit, offenbart aber gleichzeitig die größte Schwäche des Albums. Was da aus den Boxen kommt, gerade bei Trommeln und Bass, hat mir über weite Strecken einfach zu wenig Wumms. Auch die härteren Vocals ändern daran nur bedingt etwas. Zu den Highlights zählt für mich ganz klar ‘Vermilion Vein’. Die Nummer wirkt verspielter, elektronischer und experimentierfreudiger als die vorherigen Songs. Nach einem längeren instrumentalen Einstieg setzen schließlich die Vocals ein und verleihen dem Track genau die Dynamik und Wucht, die ich mir auf dem gesamten Album etwas häufiger gewünscht hätte. ‘The Forsaken’ marschiert anschließend mit seinem treibenden Rhythmus ordentlich nach vorne, während ‘Carnival’ mit seiner angepissten und gesellschaftskritischen Grundstimmung zwar interessante Ansätze bietet, mich letztlich aber nicht vollständig überzeugen kann. Den Abschluss bildet ‘Take Me Alive’, das noch einmal mit eingängigen Melodien und ordentlich Energie punktet und das Album versöhnlich ausklingen lässt.
Mit “Bitter Me” liefert BLiTZ ein ordentliches Debütalbum ab, das ein paar gute Ideen erkennen lässt. Das Songwriting funktioniert, die Melodien bleiben oftmals hängen und das dystopische Gesamtkonzept macht neugierig auf die weitere Entwicklung des Projekts. Gleichzeitig fehlt vielen Songs noch das letzte Quäntchen Druck, scharfe Kanten und ein wenig mehr Rotz, der dem Industrial Metal oft besonders gut zu Gesicht steht. Genau hier sehe ich das größte Entwicklungspotenzial der Band. Ich bin jedenfalls gespannt, wohin sich BLiTZ in den kommenden Jahren entwickeln wird und werde das Projekt im Auge behalten. Für den Anfang ist “Bitter Me” ein solides Debüt, auf dem sich aufbauen lässt.
Tobi Stahl vergibt 6 von 10 Punkten


