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ACHERON – Wenn die Dunkelheit wieder aufersteht

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Mit “Rites Of The Black Mass” schufen ACHERON 1992 nicht nur ihr Debütalbum, sondern auch einen Meilenstein des amerikanischen Extreme Metal. Die von Vincent Crowley gegründete Band sorgte Anfang der Neunziger mit ihrer offen satanischen Ausrichtung für reichlich Diskussionen und gilt bis heute als wichtiger Wegbereiter des Blackened Death Metal. Mehr als drei Jahrzehnte später erscheint das Album in einer umfangreichen Neuauflage inklusive remasterter Version, restauriertem 1991er Demo, neuem Artwork und ausführlichen Liner Notes. Die verschiedenen Vinyl- und CD-Versionen der Neuauflage sind in Europa über High Roller Records erhältlich. Grund genug, mit Bandkopf Vincent Crowley auf die Entstehung eines Underground-Klassikers zurückzublicken. Im Gespräch sprechen wir über die “Satanic Panic”, die Bedeutung von “Rites Of The Black Mass”, die Zusammenarbeit mit Scott Burns, die aktuelle Extreme-Metal-Szene und darüber, warum ACHERON auch heute noch nichts von ihrer dunklen Faszination verloren haben. 

Tobias:
Hallo Vincent! Schön, dass wir die Gelegenheit für dieses Interview haben.“Rites Of The Black Mass” gilt für viele Fans bis heute als das definitive ACHERON-Album und hat nun eine umfangreiche Neuauflage erhalten. Wie geht es dir aktuell, und wie würdest du die bisherigen Reaktionen auf das Re-Release zusammenfassen?

Vincent Crowley:
Grüße, Tobias.

“Rites Of The Black Mass” war tatsächlich das Album, mit dem ACHERON aufgehört haben, lediglich ein Geheimtipp zu sein, der in Tape-Trading-Kreisen hinter vorgehaltener Hand weitergereicht wurde, und stattdessen zu einer echten Größe innerhalb der Death-Metal-Szene wurden. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, warum viele Fans dieses Album noch heute als die maßgebliche Veröffentlichung der Band betrachten. Es hat eine besondere Atmosphäre und Überzeugung eingefangen, mit der sich die Leute selbst Jahrzehnte später noch identifizieren. Was mich betrifft: Das Leben bleibt auf die bestmögliche Art chaotisch. Die Reaktionen auf diese Neuauflage haben allerdings all meine Erwartungen übertroffen. Ehrlich gesagt dachte ich, das Album sei durch frühere Re-Releases, fragwürdige Bootlegs und diverse Grabräuber-Aktionen rund um den Globus bereits oft genug wiederbelebt worden. Normalerweise verliert etwas seinen Zauber, wenn es zu häufig recycelt wird. Doch bei dieser Veröffentlichung fühlte es sich von Anfang an anders an. KENYON RECORDS sind die Sache mit dem nötigen Respekt und einer fast schon besessenen Hingabe angegangen. Statt daraus einfach einen nostalgischen Schnellschuss zu machen, haben sie das Album zu der definitiven Edition aufgebaut, die es eigentlich immer hätte sein sollen. Das Remaster hat den Songs neues Leben eingehaucht, ohne ihre Dunkelheit zu sterilisieren, und das zusätzliche Material bewahrt den Geist und die Geschichte dieser ACHERON-Ära. In vielerlei Hinsicht fühlt es sich tatsächlich so an, als würden wir erneut ein neues Album veröffentlichen. Die Fans haben es nicht einfach gekauft – sie haben es als eine Art rituelle Rückkehr zu etwas angenommen, das ihnen nach wie vor viel bedeutet. Eine solche Verbindung kann man nicht künstlich erzeugen. Und optisch sieht das Gesamtpaket so aus, als würde der Fürst der Finsternis höchstpersönlich es stolz auf seinem Couchtisch in der Hölle präsentieren.

Tobias:
Wenn du heute auf die Entstehung von “Rites Of The Black Mass” zurückblickst: Welche Erinnerungen kommen dir als Erstes in den Sinn?

Vincent Crowley:
Das Erste, woran ich denke, ist dieses reine Feuer der Jugend – völlig besessen von Leidenschaft, Rebellion und dem Wunsch, etwas Gefährliches und Kompromissloses zu erschaffen. Wir waren jung, aggressiv und absolut entschlossen, ACHERON in Bereiche zu führen, die viele Bands entweder aus Angst oder aus mangelnder Authentizität nie betreten hätten. Dahinter steckte kein ausgeklügelter Karriereplan. Wir jagten weder Trends noch Ruhm oder irgendeiner polierten Rockstar-Fantasie hinterher. Wir wollten Konfrontation. Intensität. Wir wollten die Grenzen infrage stellen, hinter denen sich die Menschen damals bequem versteckten. Zu jener Zeit war alles, was mit Satanismus in Verbindung gebracht wurde, von Hysterie und Paranoia umgeben – ausgelöst durch die sogenannte “Satanic Panic”. Die Gesellschaft ernährte sich von Angst, Fehlinformationen und religiöser Propaganda, und genau das machte das Verbotene für mich nur noch faszinierender. Anstatt davor wegzulaufen, gingen wir direkt ins Feuer und nutzten die Musik als Waffe für Ausdruck und Individualität.

Für mich hatte Satanismus allerdings nie etwas mit karikaturhaftem Teufelsanbeten oder dem Opfern von Ziegen bei Vollmond zu tun, während man BLACK SABBATH rückwärts laufen lässt. Er stand für Rebellion gegen Konformität, intellektuelle Freiheit, Selbstbestimmung und den Mut, die Systeme zu hinterfragen, die Menschen gehorsam und ängstlich halten sollen. ACHERON wurde zum Vehikel, um diese Ideen durch extreme Musik auszudrücken. Ich erinnere mich daran, dass die Atmosphäre während der Aufnahmen wie kontrolliertes Chaos wirkte – dieses Gefühl, etwas zu erschaffen, das die moralischen Wächter jener Zeit tatsächlich provozierte. Und ehrlich gesagt hatte das auch einen gewissen schwarzen Humor. Je empörter die Leute wurden, desto mehr wussten wir, dass wir etwas richtig machten.

Tobias:
Anfang der Neunziger gehörten ACHERON zu den wenigen Extreme-Metal-Bands, die eine satanische Philosophie offen vertraten und propagierten. War euch damals bewusst, dass das zwangsläufig für Kontroversen sorgen würde?

Vincent Crowley

Vincent Crowley:
Absolut – und um ehrlich zu sein, haben wir die Kontroversen mit offenen Armen empfangen. ACHERON war nie als sichere Unterhaltung für die breite Masse gedacht. Ich wollte, dass die Band wie ein symbolischer Dorn im Fleisch organisierter Religion wirkt – insbesondere jener extremistischen Denkweisen, die auf Angst, Schuldgefühlen und Kontrolle basieren. Extreme Musik sollte Gedanken und Emotionen provozieren. Andernfalls wird sie bloß zu Hintergrundgeräuschen für Menschen, die sich nicht trauen, irgendetwas zu hinterfragen. Damals gab es nur sehr wenige Bands, die sich ernsthaft mit satanischer Philosophie auseinandersetzten. Viele hielten das für reinen Schockeffekt, doch für mich stand es für Individualismus, Widerstand gegen Konformität, geistige Freiheit und die Weigerung, sich gesellschaftlicher Konditionierung zu unterwerfen.

Natürlich machte das manche Menschen äußerst nervös. Und ganz ehrlich: Es war gleichermaßen faszinierend wie düster-komisch zu beobachten, wie selbsternannte Moralwächter wegen einer Death-Metal-Band völlig die Fassung verloren. Wir haben definitiv ins Wespennest gestochen. Es gab Proteste, Drohungen, Schlägereien bei Konzerten, Anschuldigungen von religiösen Fanatikern – das komplette Programm. Manche Leute verhielten sich, als würden wir in Gemeindezentren überall in den USA Portale zur Hölle öffnen. Gleichzeitig waren viele unserer lautesten Kritiker selbst deutlich heuchlerischer und grausamer als die Bands, gegen die sie demonstrierten. Die menschliche Natur hat schon immer ein bemerkenswertes Talent zur Projektion gehabt. Rückblickend war es aber eine aufregende Zeit. Es fühlte sich so an, als hätte das, was wir taten, eine Bedeutung, die über die Musik hinausging. Es war befreiend, öffentlich zu seinen Überzeugungen zu stehen, in einer Zeit, in der viele Menschen alles außerhalb ihrer Komfortzone zum Schweigen bringen oder dämonisieren wollten. Wir wollten keine Vorbilder sein. Wir wollten Illusionen herausfordern und die Menschen zwingen, sich mit Ideen auseinanderzusetzen, denen sie lieber aus dem Weg gegangen wären. Wenn das Kontroversen ausgelöst hat, dann war die Mission erfüllt.

Tobias:
Heute sorgen solche Themen kaum noch für Schlagzeilen oder größere Kontroversen. Vermisst du manchmal die Aufregung und Provokation jener Zeit, oder bist du eher froh darüber, dass heute die Musik selbst wichtiger geworden ist als mögliche “Skandale”?

Vincent Crowley:
Ich denke, jede Epoche produziert ihre eigenen Formen von Hysterie und moralischer Panik.

Gerade in den USA kann man durchaus beobachten, dass Teile der religiösen Rechten versuchen, alte Ängste rund um Satanismus und Okkultismus wiederzubeleben. Man hört immer noch sensationelle Geschichten über geheime Kulte, kriminelle Verschwörungen und all die üblichen Schreckgespenster, die hervorgeholt werden, sobald die Gesellschaft nach etwas Mysteriösem sucht, dem sie die Schuld geben kann. Allerdings ist das längst nicht mehr mit dem Chaos vergleichbar, das wir von den späten Siebzigern bis in die Neunziger während der Hochphase der Satanic Panic erlebt haben. Gleichzeitig funktioniert der kulturelle Schockeffekt heute einfach nicht mehr so wie damals. Die Gesellschaft ist gegenüber fast allem abgestumpft. Wenn Menschen morgens noch vor dem Frühstück durch Kriegsaufnahmen, öffentliche Zusammenbrüche und tanzende TikTok-Exorzisten scrollen, sorgt eine Death-Metal-Band mit luziferischer Philosophie kaum noch dafür, dass die Vorstädte in Alarmbereitschaft versetzt werden. Ich sage aber auch ganz offen: Ein Teil der Mystik wurde von innen heraus verwässert. Vieles von dem, was heute als moderner Satanismus verkauft wird, ist übermäßig kommerzialisiert, performativ oder politisch entschärft worden. Zu viele Menschen formen die Philosophie nach dem jeweils aktuellen gesellschaftlichen Trend oder ideologischen Zeitgeist um.

Für mich stand der Left Hand Path immer für radikalen Individualismus, persönliche Verantwortung, Selbstermächtigung und das Hinterfragen von Dogmen – und zwar aus allen Richtungen. Nicht dafür, sich einer neuen Herde anzuschließen und sich dabei rebellisch zu fühlen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich schon vor langer Zeit von organisierten Gruppen distanziert habe. Ende der Neunziger hatte ich meine Beteiligung an Organisationen wie der Church of Satan und ähnlichen Kreisen bereits hinter mir gelassen. Ich bevorzuge einen persönlicheren, philosophischeren und offeneren Zugang zu diesen Ideen, statt daraus eine weitere Institution mit Gatekeepern und internen Machtspielen zu machen. Und ja: Letztendlich sind Musik und Kunst weit wichtiger als jede Kontroverse. Die Songs bleiben bestehen, wenn die Empörung längst verflogen ist. Aber wenn ich ehrlich bin, vermisse ich manchmal schon ein wenig den Wahnsinn dieser Zeit. Es hatte etwas seltsam Unterhaltsames, zuzusehen, wie Menschen reagierten, als würden ein paar Death-Metal-Musiker aus einem Proberaum in Florida heraus persönlich den Zusammenbruch der westlichen Zivilisation planen.

Pete Slate

Tobias:
Eines der Markenzeichen des Albums sind die vielen Spoken-Word-Passagen, Beschwörungen und düsteren Intros. Wie wichtig war es für dich, dass sich das Album wie eine durchgehende Schwarze Messe anfühlt?

Vincent Crowley:
Das war absolut essenziell.

Von Anfang an habe ich “Rites Of The Black Mass” nie einfach als eine Ansammlung von Songs betrachtet, die man auf ein Album packt. Die Absicht war vielmehr, ein immersives Erlebnis zu erschaffen – etwas, das sich von Anfang bis Ende zeremoniell, hypnotisch und gefährlich anfühlt. Wir wollten, dass der Hörer mit jedem Song, jeder Beschwörung und jedem Übergang tiefer in eine rituelle Atmosphäre hineingezogen wird. Damals ist im Underground kaum jemand Extreme Metal auf diese Weise angegangen. Es ging nicht darum, ein paar gruselige Intros als Dekoration oder Horrorfilm-Effekt einzubauen. Die gesprochenen Passagen, Beschwörungen und rituellen Elemente wurden ganz bewusst so konstruiert, dass sie das gesamte Album zu einer zusammenhängenden Black-Mass-Erfahrung verbinden. Das Ganze war zugleich musikalisches Statement, philosophischer Ausdruck und psychologisches Experiment. Wir wollten, dass sich die Platte eher wie ein Tor zu einem anderen Bewusstseinszustand anfühlt und nicht bloß als Hintergrundmusik zum Headbangen und Biertrinken dient – obwohl ich selbstverständlich auch diese beiden heiligen Traditionen voll und ganz unterstütze.

Selbst die visuelle Präsentation war Teil dieses Gesamtkonzepts. Das Artwork von Rex Diabolos Church etablierte die Atmosphäre bereits, bevor die Nadel überhaupt die Schallplatte berührte. Die rituellen Intros von Peter H. Gilmore fungierten dann beinahe wie dunkle Korridore, die den Hörer von einer Kammer dieses Erlebnisses in die nächste führten. Alles war darauf ausgelegt, dem übergeordneten Konzept zu dienen. Natürlich waren die Reaktionen gespalten. Einige Menschen verstanden sofort, was wir erreichen wollten, und ließen sich vollständig von der Atmosphäre des Albums vereinnahmen. Andere hassten die Intros vermutlich und hätten sich gewünscht, Peter würde endlich aufhören zu reden und schneller wieder Platz für die Songs machen. Aber genau diese Polarisierung zeigte mir, dass wir etwas geschaffen hatten, das im Gedächtnis bleibt. Kunst, die nie riskiert, Menschen vor den Kopf zu stoßen, hinterlässt meist auch keine Narben in der Geschichte. Zu dieser Zeit war ACHERON vollkommen darauf fokussiert, satanische Philosophie durch extreme Musik auf die kompromissloseste Art und Weise auszudrücken. Ob die Menschen das begrüßten, fürchteten oder nervös darüber lachten, während sie die CD vor ihren Eltern versteckten – das Album erfüllte exakt den Zweck, für den es geschaffen wurde.

Tobias:
Rückblickend wird “Rites Of The Black Mass” oft als früher Vorläufer dessen bezeichnet, was später als Blackened Death Metal bekannt wurde. Stimmst du dieser Einschätzung zu, oder ist das eher eine Interpretation von Fans und Medien?

Vincent Crowley:
Dieser Einschätzung würde ich definitiv zustimmen. Wenn ich heute zurückblicke, kann ich gut nachvollziehen, warum viele ACHERON als einen der frühen Grundsteine dessen betrachten, was später als Blackened Death Metal bezeichnet wurde. Damals saßen wir allerdings nicht im Proberaum und versuchten, neue Subgenres zu erfinden oder unseren eigenen Sound wissenschaftlich zu analysieren wie Metal-Forscher in Corpsepaint-Laborkitteln. Wir haben einfach die Musik gemacht, die sich für uns natürlich angefühlt hat. ACHERON existierte immer in einem seltsamen Zwischenraum. Einerseits hatten wir die Schwere, Brutalität und Struktur des Death Metal. Andererseits gab es diese dunkle Atmosphäre, die okkulte Ausrichtung und diesen finsteren Geist, der stärker mit der ursprünglichen Essenz des Black Metal verbunden war – insbesondere so, wie VENOM den Begriff ursprünglich geprägt hatten.

Dieses frühe Verständnis von Black Metal hatte nichts mit Modetrends oder der Frage zu tun, wer dieselbe Art von Corpsepaint trägt wie alle anderen. Es ging um Haltung, Rebellion, Blasphemie und darum, Musik zu erschaffen, die eine wirklich dunkle Aura besitzt. Damals wurde die Band von den Medien meist als Death Metal eingeordnet, weil das der gängige Begriff für extreme Underground-Bands war. Persönlich habe ich mich nie sonderlich für Genre-Schubladen interessiert. Für mich war ACHERON einfach eine Underground-Metal-Band, die extreme Musik mit okkulten und philosophischen Themen erschafft. Der Underground fühlte sich damals ohnehin deutlich geschlossener an, bevor alles in siebenundzwanzig mikroskopisch kleine Unterkategorien aufgespalten wurde, über die heute im Internet endlos diskutiert wird – meist von Leuten, die wahrscheinlich mehr Tabellenkalkulationen als Schallplatten besitzen. Als sich der Begriff Blackened Death Metal im Laufe der Jahre etablierte, verstand ich jedoch, warum man ihn auf ACHERON anwendet. Wahrscheinlich beschreibt er die Band tatsächlich treffender als jede der beiden Bezeichnungen für sich allein. Wir haben immer Energie aus beiden Seiten dieser Dunkelheit gezogen.

Tobias:
Scott Burns war bereits einer der wichtigsten Produzenten der Death-Metal-Geschichte, als er mit euch an diesem Album arbeitete. Was sind deine prägendsten Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit ihm?

Vincent Crowley:
Scott Burns war genau der Toningenieur, den wir für dieses Album gebraucht haben. Er war extrem kompetent, hochprofessionell und dabei, sich als einer der zentralen Architekten des Florida-Death-Metal-Sounds zu etablieren. Gleichzeitig war er aber bodenständig und angenehm in der Zusammenarbeit. Es gab keinerlei Ego oder dieses typische “Studio-Magier”-Verhalten. Er verstand schwere Musik, verstand Musiker und – am wichtigsten – er wusste, wie man Chaos unter Kontrolle hält, wenn eine Band das Studio betritt, die im Wesentlichen nur von Koffein, Ehrgeiz und fragwürdiger Finanzplanung zusammengehalten wird. Wir arbeiteten schließlich nicht mit einem luxuriösen Major-Label-Budget. Deshalb war jemand wie Scott für uns unglaublich wichtig. Er hatte kein Problem damit, offen zu sagen, wenn etwas nicht funktionierte oder eine Performance verbessert werden musste. Diese Ehrlichkeit war wichtig, denn der Aufnahmeprozess selbst war ehrlich gesagt eine kontrollierte Katastrophe. Viele wissen gar nicht, dass Teile von “Rites Of The Black Mass” ursprünglich aus früheren Demo-Sessions stammen. Die Schlagzeugspuren und Rhythmusgitarren waren bereits aufgenommen, bevor wir überhaupt die MORRISOUND STUDIOS in Tampa betraten. Scott musste das Album also praktisch Stück für Stück zusammensetzen und dafür sorgen, dass alles wie aus einem Guss klingt. In gewisser Weise baute er die Platte wie eine okkulte Version von Frankensteins Monster zusammen – er nähte einzelne Teile aneinander und hauchte dem Ganzen irgendwie Leben ein.

Das Erstaunliche ist, dass es funktioniert hat.

Ohne Scott hätte das Album meiner Meinung nach niemals die Atmosphäre und Wucht erreicht, die es letztlich bekommen hat. Da das Material aus unterschiedlichen Aufnahmeumgebungen stammte, erhielt die Platte zudem eine ganz eigene Textur, die sie von vielen anderen klassischen MORRISOUND-Produktionen jener Zeit unterscheidet. Sie besitzt die Schwere und Klarheit, für die Scott bekannt war, gleichzeitig schwebt darunter aber immer noch dieser rohe, geisterhafte Unterton. Die Zusammenarbeit mit ihm war großartig, und seinen legendären Status innerhalb der Geschichte des Extreme Metal hat er sich absolut verdient.

Tobias:
Für diese Neuauflage wurde nicht nur das Album remastert, sondern auch das Demo von 1991 hinzugefügt. Was ging dir durch den Kopf, als du diese Aufnahmen nach so vielen Jahren wieder gehört hast?

Vincent Crowley:
Diese Aufnahmen nach all den Jahren wiederzuhören, war ehrlich gesagt surreal. Als Brian Kenyon von KENYON RECORDS erstmals vorschlug, das originale “Rites Of The Black Mass”-Demo von 1991 in die Neuauflage aufzunehmen, hielt ich das für eine fantastische Idee. Gleichzeitig wusste ich, dass wir dafür das ursprüngliche Quellmaterial finden mussten. Durch etwas, das ich entweder als Glück oder als okkultes Eingreifen der Audio-Götter bezeichnen würde, gelang es mir tatsächlich, das originale DAT-Band der Pittsburgh-Demo-Sessions aufzuspüren. Ab diesem Moment entwickelte sich die Idee von einer simplen Archivveröffentlichung zu einer vollständigen Restaurierung.

Joe Viers von den SONIC LOUNGE STUDIOS in Columbus, Ohio – der auch an beiden VINCENT CROWLEY-Alben gearbeitet hat – hat meine Erwartungen weit übertroffen. Er hat die Aufnahmen nicht einfach nur gesäubert, sondern ihnen neues Leben eingehaucht. Durch das Remaster erhielt das Demo eine Tiefe und Kraft, die es fast wie ein eigenständiges Album wirken lässt und nicht bloß wie ein historisches Dokument aus den Katakomben der Tape-Trading-Geschichte. Was mich heute am meisten fasziniert, ist zu hören, wie schnell sich ACHERON innerhalb kurzer Zeit entwickelt haben. Die grundlegenden Songs waren bereits vorhanden, aber Energie und Umsetzung unterschieden sich deutlich. Mein Gesang war auf dem Demo wesentlich höher angesiedelt und viel stärker von Thrash Metal sowie frühem Black Metal beeinflusst als der tiefere und souveränere Stil, den ich später entwickelte.

Auch die Gitarrensoli, die ich damals spielte, klingen deutlich chaotischer, wilder und instinktiver als die späteren, ausgefeilteren Leads von Pete Slate während der Florida-Sessions. Zu diesem Zeitpunkt war ich außerdem noch dabei, mich selbst als Sänger zu finden. Das Demo dokumentiert im Grunde den Beginn meines Lernprozesses im Extreme Metal. Man hört förmlich diese rohe, beinahe wilde Experimentierfreude in den Aufnahmen. Etwa zur gleichen Zeit wechselte ich auch von der Gitarre zum Bass, obwohl ich während der gesamten Neunziger weiterhin die Rhythmusgitarren auf den ACHERON-Alben eingespielt habe. Das Demo heute zu hören, ist fast so, als würde man ein Portal zurück in diese Übergangsphase der Band öffnen – in eine Zeit, in der sich alles noch in seine endgültige Form verwandelte. Es hat etwas seltsam Demütigendes, jüngere Versionen seiner selbst dabei zu hören, wie sie versuchen, Dunkelheit zu beschwören, obwohl sie eigentlich noch gar nicht genau wissen, was sie da tun. Aber genau diese ungefilterte Ehrlichkeit verleiht diesen Aufnahmen ihren besonderen Geist.

Tobias:
Wenn man das Demo und das fertige Album direkt miteinander vergleicht, wird die Entwicklung der Songs sehr deutlich. Gibt es Stücke, die sich deiner Meinung nach besonders stark verändert haben?

Vincent and Pete

Vincent Crowley:
Ehrlich gesagt hat sich jeder Song auf die eine oder andere Weise zwischen Demo und finalem Album verändert. Die Grundgerüste der Stücke waren auf den Demoaufnahmen bereits vorhanden, aber als wir in die nächste Phase gingen und das Material praktisch neu zusammensetzten, entwickelten die Songs völlig eigene Persönlichkeiten. Das fertige Album besitzt eine deutlich dunklere Atmosphäre, stärkere Dynamik und insgesamt eine viel klarere Identität. Das Demo fängt rohe Instinkte und Aggression ein, während sich das Album wie ein vollständig ausgearbeitetes Ritual anfühlt. Genau deshalb schätze ich das Demo heute so sehr. Es funktioniert beinahe wie eine akustische Momentaufnahme einer Mutation innerhalb der Band. Man kann hören, wie sich ACHERON in Echtzeit von einer chaotischen Underground-Formation zu etwas wesentlich Definierterem und beinahe Filmischem entwickelt. Was die ganze Geschichte noch interessanter macht: Das Demo war ursprünglich nie für eine öffentliche Veröffentlichung gedacht. Damals war rund um die Band alles instabil. Nachdem ich nach Florida gezogen war, blieb mein Bassist Dave nur wenige Wochen. Jim entschied sich letztlich ebenfalls gegen den Umzug, und die Zukunft von ACHERON wurde zunehmend ungewiss. Ich versuchte eine Zeit lang, eine neue Besetzung zusammenzustellen, aber nichts funktionierte so, wie es sollte. Irgendwann versetzte ich ACHERON praktisch in einen Tiefschlaf und schlug einen völlig anderen Weg ein. Zu dieser Zeit kaufte ich mir einen Bass und begann gemeinsam mit Pete Slate in einer Death-Metal-Band namens MYTHOS zu spielen. Ironischerweise begann genau in dieser Phase, als ACHERON praktisch tot schien, das “Rites Of The Black Mass”-Demo im Underground Aufmerksamkeit zu erzeugen. Diese seltsame kleine Bestie, von der wir nie viel erwartet hatten, verbreitete sich durch Tape-Trader und die Underground-Szene, bis sie schließlich die Aufmerksamkeit von TURBO MUSIC erregte. Und in einer dieser typischen Wendungen, die nur im Underground Metal passieren können, überzeugte das Label Pete und mich, ACHERON wiederzubeleben und ein vollständiges Album aufzunehmen, anstatt mit MYTHOS weiterzumachen. In gewisser Weise wurde das Demo somit gleichzeitig zum Ende eines Kapitels und zum unbeabsichtigten Wiederbelebungsritual für das nächste. Extreme Metal hatte schon immer die wunderbare Angewohnheit, Leichen wieder aus ihren Gräbern zu zerren, wenn man es am wenigsten erwartet.

Tobias:
Die Neuauflage erscheint auch in mehreren Vinyl-Editionen. Freut es dich zu sehen, dass “Rites Of The Black Mass” wieder in physischer Form erhältlich ist und dadurch eine neue Generation von Fans und Sammlern erreicht?

Vincent Crowley:
Absolut. Physische Tonträger sind für mich ein elementarer Bestandteil des gesamten rituellen Erlebnisses im Underground Metal. Aus dieser Welt komme ich schließlich selbst: Vinylplatten, Kassetten, CDs, Texthefte, bizarre Artworks, der Geruch frischer Druckfarbe und stundenlanges Studieren jedes einzelnen Details, während das Album in gefährlicher Lautstärke läuft. Digitale Downloads mögen praktisch sein, aber für mich haben sie sich immer etwas seelenlos angefühlt. Ich möchte, dass Musik greifbar ist. Ich möchte, dass Menschen sie in den Händen halten, betrachten, lesen und vollständig in die Atmosphäre eintauchen können, die eine Band erschaffen wollte.

Und genau das liefert diese Neuauflage.

Die Qualität der gesamten Veröffentlichung ist außergewöhnlich. Man merkt sofort, dass hier nicht einfach ein nostalgischer Schnellschuss zusammengeschraubt wurde, um alternde Metalheads auszunehmen, bevor sie wieder online über Cholesterin-Medikamente und seltene SLAYER-Bootlegs diskutieren. Das Projekt wurde offensichtlich von Menschen umgesetzt, denen dieses Album wirklich etwas bedeutet. Brian Kenyon und KENYON RECORDS sind die Sache wie echte Fans und Bewahrer der Geschichte angegangen – nicht wie opportunistische Geschäftsleute. Sie wollten etwas Besonderes erschaffen, nicht nur für Sammler und langjährige Unterstützer, sondern auch für sich selbst und die beteiligten Bandmitglieder. Jedes Detail wurde mit Respekt behandelt – von der Audiorestaurierung über das Layout bis hin zu Verpackung und Bonusmaterial. Besonders schön war außerdem, dass alle Personen, die an den ursprünglichen Aufnahmen beteiligt waren, ihre Ideen und Perspektiven einbringen konnten.

Vincent Crowley & Jim Strauss

In vielerlei Hinsicht fühlte es sich an, als würde der Geist dieser ACHERON-Ära noch einmal zusammenkommen, ohne dass wir dafür wieder kaputte Tourbusse, Proberaumstress oder Übernachtungen auf mysteriösen Fußböden überstehen mussten, die wahrscheinlich gleichzeitig gegen mehrere Gesundheitsvorschriften und okkulte Gesetze verstoßen haben. Und ganz ehrlich: Zu sehen, wie eine neue Generation “Rites Of The Black Mass” über diese Editionen entdeckt, ist unglaublich befriedigend. Es beweist, dass das Album auch Jahrzehnte später noch genug Energie und Atmosphäre besitzt – und möglicherweise noch viele weitere Generationen unschuldiger Geister korrumpieren wird.

Tobias:
Extreme Metal erlebt seit einigen Jahren wieder einen deutlichen Aufschwung. Wie siehst du die heutige Szene im Vergleich zu den frühen Neunzigern?

Vincent Crowley:
Die heutige Extreme-Metal-Szene ist ein völlig anderes Wesen als diejenige der späten Achtziger und frühen Neunziger. Manche Entwicklungen sind beeindruckend. Es gibt heute unglaublich talentierte Musiker, fantastische Produktionen und Bands aus aller Welt, deren Musik wahrscheinlich unsere primitiven Underground-Kassettendecks von damals zum Schmelzen gebracht hätte. Kulturell fühlt sich die Atmosphäre jedoch völlig anders an.

Was mir an der früheren Zeit am meisten fehlt, ist dieses Gefühl von Gefahr, Unberechenbarkeit und echter Individualität. Der Underground wirkte damals organischer. Die Menschen waren durch Leidenschaft, Besessenheit und den Wunsch verbunden, etwas außerhalb des Mainstreams zu erschaffen. Heute erscheint vieles fragmentiert – wie konkurrierende Stämme, die sich über den digitalen Abgrund hinweg anschreien wie verrückte Philosophen, die in einem verfluchten Einkaufszentrum feststecken. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die selbst Rebellion entschärfen wollen und extreme Kunst in etwas gesellschaftlich Akzeptiertes, politisch Gefiltertes und sorgfältig Kontrolliertes verwandeln möchten. Auf der anderen Seite stehen selbsternannte Gatekeeper, die sich so verhalten, als besäßen nur sie die heiligen Schriftrollen der “wahren Metal-Authentizität”. Beide Extreme werden irgendwann ermüdend. Der Mensch besitzt ein erstaunliches Talent dafür, Freiheit in eine neue Form von Stammesbürokratie zu verwandeln.

An diesem Punkt meines Lebens interessiert es mich viel mehr, Bands zu unterstützen, die ich wirklich mag, und mich mit Menschen zu umgeben, die ich tatsächlich respektiere, anstatt mich in endlosen Szenedebatten und ideologischen Theaterstücken zu verlieren. Ich war ohnehin nie besonders sozial – außer wenn Alkohol im Spiel war. Und seit ich vor über zehn Jahren aufgehört habe zu trinken, ist meine Toleranz für unnötigen Unsinn drastisch gesunken. Nüchternheit ist ein wunderbares Werkzeug, um festzustellen, wie viele Gespräche auf dieser Welt problemlos um fünfundvierzig Minuten kürzer sein könnten. Für mich persönlich waren die Neunziger eine besondere Zeit für Extreme Metal, okkulte Philosophie und rebellischen Ausdruck. Alles wirkte roher und weniger gezähmt. Es gab weniger Inszenierung und mehr Authentizität. Die Menschen erforschten Dunkelheit, Philosophie, Individualität und künstlerische Extreme, weil sie es wirklich wollten – nicht weil ein Algorithmus Empörung belohnt oder soziale Medien permanente Selbstdarstellung verlangen. Es war unvollkommen, chaotisch und manchmal völlig verrückt.

Wahrscheinlich fühlte es sich genau deshalb so lebendig an.

Tobias:
Wenn ein junger Extreme-Metal-Fan noch nie etwas von ACHERON gehört hat und du ihm nur einen einzigen Grund nennen dürftest, sich “Rites Of The Black Mass” anzuhören – welcher wäre das?

Vincent Crowley:

Weil es die verdammte Wahrheit ist! Einer der Ursprünge des Blackened Death Metal. Und bevor das Album überhaupt veröffentlicht wurde, erhielt es tatsächlich den unheiligen Segen und die Unterstützung von Anton Szandor LaVey persönlich.

Tobias:

Habe ich etwas Wichtiges vergessen, oder gibt es noch etwas zu “Rites Of The Black Mass” und ACHERON, das du unseren Lesern und deinen Fans mit auf den Weg geben möchtest?

Vincent Crowley:

Ehrlich gesagt gibt es rund um “Rites Of The Black Mass” und ACHERON genug Geschichten, um mehrere Grimoiren, Polizeiberichte und vermutlich auch einige psychologische Gutachten zu füllen. Wir könnten problemlos noch Stunden über seltsame Erlebnisse, Underground-Wahnsinn, okkulte Experimente, katastrophale Tourgeschichten, bizarre Persönlichkeiten und völliges Chaos sprechen, die mit dieser Ära verbunden waren. Die frühe Underground-Metal-Szene war eine völlig andere Welt – roh, unberechenbar und voller Charaktere, die oft nur eine schlechte Entscheidung von genialer Kunst oder spontaner Selbstzerstörung entfernt waren. Genau deshalb habe ich begonnen, an einem Buch über meine musikalische Laufbahn und meine Erlebnisse zu arbeiten. Es gibt viele Geschichten, die nie öffentlich erzählt wurden, und ich glaube, inzwischen ist genug Zeit vergangen, um sie ehrlich und mit einer gewissen Portion schwarzen Humors zu betrachten. Manche Erinnerungen wirken selbst heute noch fast unwirklich. Extreme Metal war damals nicht einfach Musik. Es war eine eigenartige Subkultur aus Philosophie, Rebellion, Besessenheit, Exzessen, Kreativität und gelegentlich den Arten von Entscheidungen, die einen heute ins Leere starren lassen und denken:

“Nun ja … das ist wohl etwas eskaliert.”

Diese gesamte Wiederveröffentlichung war für mich unglaublich nostalgisch und bereichernd. Das Album erneut zu erleben, sich wieder mit dem Material zu beschäftigen und zu sehen, wie alte und neue Fans es gleichermaßen annehmen, hat mich daran erinnert, warum ACHERON die Menschen überhaupt berührt hat. Unabhängig davon, wie man zu den Themen, Bildern oder der Philosophie steht: Alles, was wir getan haben, entstand aus echter Überzeugung und Leidenschaft. Nichts davon war kalkuliert oder künstlich. Und ich schätze die Gelegenheit sehr, gemeinsam mit dir auf diese Erinnerungen zurückzublicken. Es hat Spaß gemacht, dieses Kapitel meines Lebens noch einmal zu betrachten – auch wenn einige der beteiligten Dämonen vermutlich besser weiter geschlafen hätten.

Tobias:

Vielen Dank für deine Zeit und die offenen Antworten! Die letzten Worte gehören dir.

Vincent Crowley:

Es war mir wirklich ein Vergnügen, Tobias. Ich schätze die Möglichkeit sehr, auf dieses dunkle Kapitel der ACHERON-Geschichte zurückzublicken und darüber nachzudenken, wofür “Rites Of The Black Mass” über die Jahre hinweg geworden ist. Dass Menschen sich Jahrzehnte später noch immer für dieses Album interessieren, ist etwas, das ich niemals als selbstverständlich betrachte. Außerdem freue ich mich sehr darüber, dass die Neuauflage nun über HIGH ROLLER RECORDS in ganz Europa vertrieben wird. Dadurch werden die verschiedenen Editionen für Fans auf dieser Seite des Atlantiks deutlich leichter zugänglich. KENYON RECORDS hat darüber hinaus eine ganze Reihe offizieller Merchandise-Artikel aus dieser Bandära veröffentlicht, die Interessierte ebenfalls über die offizielle Website entdecken können. Aktuell befindet sich ACHERON weiterhin in einer Pause, während ich mich um einige persönliche Angelegenheiten kümmere, über die ich im Moment lieber nicht sprechen möchte.

Aber eines möchte ich klarstellen: Die Flammen sind nicht erloschen.

Der Geist der Band lebt weiterhin – geduldig lauernd in den Schatten wie eine uralte Lovecraft’sche Entität, die darauf wartet, dass die Sterne richtig stehen, um zurückzukehren und die letzten Reste menschlichen Optimismus zu verschlingen. Wenn alles nach Plan läuft, hoffen wir, nächstes Jahr endlich wieder ins Studio zurückzukehren, um für HELL’S HEADBANGERS RECORDS ein neues Album mit dem Titel “Aevum Luciferi” aufzunehmen. Nach inzwischen mehr als zwölf Jahren seit “Kult Des Hasses” ist die Zeit gekommen, etwas Neues, Dunkleres und noch Kompromissloseres zu entfesseln. Die Welt hat sich verändert. Der Underground hat sich verändert. Doch Dunkelheit, Rebellion und der Hunger nach verbotenem Wissen verschwinden niemals wirklich. Sie warten lediglich unter der Oberfläche auf die nächste Beschwörung.

Bleibt wachsam … und seid vorsichtig mit dem, was ihr heraufbeschwört.

Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Vincent Crowley, Kenyon Records