MIDNIGHT RIDER
Titel: LIMITED INFINITY
Label: Massacre Records
Spieldauer: 46:29 Minuten
VÖ: 22. Mai 2026
Nächtliche Reiter. Die tauchen immer wieder auf in Sagen und Legenden. In Sleepy Hollow war er ziemlich kopflos. Berndittrich, der wilde Jäger war eine der Sagengestalten der Lausitz. Und wer kennt nicht den Erlkönig?
Sagen und Legenden sind wohl auch ein Thema auf „Limited Infinity“, dem dritten Album der Heavy Rocker aus Koblenz, der Metal Metropole am Mittelrhein.
Wie so oft, auch hier mein Geständnis, ich kannte sie vorher nicht. Eine Schande. Denn was sie hier abliefern, das ist richtig großes Kino. Musikalisch bewegen sie sich in den Siebzigern. Sie musizieren mit Bezügen zu Black Sabbath und frühen Judas Priest. Tolle Leads und Melodien fesseln. Und immer wieder gibt es diese kleinen, feinen Blues-Licks. Mit dieser hohen Qualität konnte ich aber doch rechnen, als ich die Besetzung gesehen habe. Kopf der Band ist Blumi, den sicher viele von Metal Inquisitor kennen. By the way, da gibt es unbestätigte Gerüchte, die Band ist wieder zusammen. Blumi hat sich verstärkt mit Chris Black, Sänger von High Spirits. Der prägt die zehn Stücke mit seiner glockenklaren Stimme, die mich hier manchmal an Damian Wilson erinnert.
Die Scheibe strotzt vor tollen Songs. Da ist der fesselnde Opener ´Charlemagne´. Da lacht das Herz des Rockers. Und das des Geschichtsfreaks, denn der erwähnte ´Charlemagne´ ist niemand geringeres als Karl der Große. Das erste Riff von ´The Renegade´ ist so bissig wie ein Barracuda. ´Twice The Pride – Double The Fall´ ist schon klassicher Sabbath zwischen Tony Martin und Ronnie James Dio. Wer hoch steigt, wird tief fallen. Das gilt aber nicht für MIDNIGHT RIDER. Die verstehen ihr Fach und sind nicht einem musikalischen Größenwahn verfallen.
Wenn sich ´The Battle Of Brighton´ nicht auf die Zusammenstöße zwischen Mods und Rockern im Mai 64 bezieht, dann fresse ich einen Besen. Wer kennt die Geschichte nicht, schließlich haben auch The Who mit „Quadrophenia“ davon erzählt. Beim ersten Hören von ´Defenders Of The Dormant Ones´ dachte ich zum Anfang ganz kurz an „Radar Love“. Aber nur kurz. Die schwer stampfende Nummer ist am Ende ähnlich eingängig. Charakterlich aber geht es in eine doch dunklere Richtung.
„Limited Infinity“, was für ein Albumtitel, da gibt es schon mal was zu Denken, ist ein Album, das wirklich Spaß macht. Es klingt so wenig teutonisch, wenn ich es nicht besser wüßte, ich würde die Jungs für Briten halten. Aber, egal woher sie kommen, MIDNIGHT RIDER stehen für fetten, eingängigen Heavy Rock, der die 70er ins Heute holt.
Mario Wolski vergibt 8,5 von 10 Punkten


