SPEEDSLUT
Titel: CIMBRIAN RITES
Label: Listenable Records
Spieldauer: 35:27 Minuten
VÖ: 26. Juni 2026
Wenn Dänemark im Metal zur Sprache kommt, denken viele zuerst an MERCYFUL FATE, D-A-D, KING DIAMOND oder VOLBEAT. Ich habe da auch VANIR oder VANSIND auf dem Schirm – knackige Underground-Kapellen, die ich redaktionell schon lange begleite. Aus Nordjütland rollt nun allerdings eine deutlich dreckigere und kompromisslosere Dampfwalze heran, ebenfalls dem nordischen Metal-Untergrund entsprungen. Meine Freunde des Speed Metals mit thrashigen Vibes, wir reden heute über: SPEEDSLUT! Die Dänen haben sich seit ihrer Gründung ganz dem Geist der frühen Metal-Tage verschrieben und verbinden Speed Metal, Blackened Metal und Thrash mit einer ordentlichen Portion räudiger Attitüde zu einem Sound, der euch die Synapsen wegfetzt – so viel sei bereits gespoilert!
Nach der EP “Ferocity Of Steel” aus dem Jahr 2025 legen Frederik Klitte (Vocals, Rhythm Guitar), Tomas Dikinis (Lead Guitar), Andreas Reinholt (Bass) und Malthe Ørvad (Drums) nun ihre erste Langrille “Cimbrian Rites” nach und das bei Listenable Records – genau die richtige Adresse für extremen Metal. Die heiße Scheibe erscheint am 26. Juni 2026 und soll “die Furie des Vorgängers auf Albumlänge fortführen”, so die offizielle Info. Ob den vier Dänen dieser Angriff auf Nackenmuskulatur und Lautsprecher gelingt, schauen wir uns jetzt genauer an.
‘Pestridden Stallions’ reißt die Tür zu “Cimbrian Rites” mit einem gewaltigen Tritt aus den Angeln. Was zur Hölle – wie fett, räudig und schnell kann ein Opener bitte sein? SPEEDSLUT machen vom ersten Moment an mehr als deutlich, dass sie einem in den folgenden 35 Minuten durchgängig an die Birne wemsen werden. Der anschließende Brecher ‘Asbestos Born Wrath’ benötigt gerade einmal zweieinhalb Minuten, um mit sägenden Äxten, gnadenlosen Drums und jeder Menge Abrissarbeit für Nackenschmerzen zu sorgen. Natürlich liefern die Saitenhexer auch hier schon ordentlich ab, doch in ‘Dark Night Riders’ gibt es gefühlt von allem noch etwas mehr: mehr Wut, mehr Soli, mehr Riffs und vor allem noch mehr von diesem herrlich räudigen Speed Metal, der die Dänen so stark macht. Nach ‘Into The Grave’ gibt es mit ‘No One Escapes Death’ knapp drei Minuten lang gefühlte 666 km/h Riff-Power auf die Ohren, bevor SPEEDSLUT mit ‘Stench Of Evil’ einen meiner bisherigen Favoriten aus dem Hut zaubern. Die Nummer ballert einerseits über weite Strecken kompromisslos nach vorne, besitzt andererseits aber auch genug Groove, um Headbanger, Fistbumper und Moshpit-Veteranen gleichermaßen glücklich zu machen. Was für ein geiler Song! Wenn Drummer Malthe Ørvad anschließend ‘Armageddon’ durch seine Ballerbude geprügelt hat, braucht er für den Tag vermutlich kein Cardio-Workout mehr. Hier fliegen gefühlt die Sticks durch die Gegend, so gnadenlos hämmert der Mann auf sein Kit ein. Doch auch der Rest der Band steht dem in nichts nach und liefert eine druckbetankte Vollbedienung für alle, die ihre Musik gerne schnell, laut und mit maximalem Abrissfaktor serviert bekommen. Nach ‘Whores Of Speed’, das beinahe als Hymne auf den eigenen Sound von SPEEDSLUT durchgehen könnte, haben die Dänen den Titeltrack ‘Cimbrian Rites’ am Start. 317 Sekunden Höllenfeuer in Reinkultur, versprochen! Die Band drückt das Gaspedal erneut bis zum Anschlag durch, feuert Riffs, Soli und Aggressionen aus allen Rohren.
Mit “Cimbrian Rites” liefern SPEEDSLUT ein Debüt ab, das vom ersten bis zum letzten Ton mit der Stahlbürste bearbeitet wurde. Die Dänen verbinden Speed Metal, Thrash und feuern eine schwarze Giftspitze nach der anderen raus. Die Platte besticht aber nicht nur durch ihre irre Geschwindigkeit, sondern bockt auch mit starken Riffs, geilen Soli, sägenden Gitarren und einer Energie, die sich während der kompletten Spielzeit durch eure Synapsen frisst. “Cimbrian Rites” ist dreckig, schnell, aggressiv und macht verdammt viel Spaß. SPEEDSLUT stehen für Geschwindigkeit, Riff-Gewitter, Vollgas und kompromisslosen Metal – und liefern genau das gnadenlos ab.
Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten


