FATAL VISION – FOUR SIDES TO EVERY STORY

FATAL VISION

Titel: FOUR SIDES TO EVERY STOTY

Label: Escape Music

Spieldauer: 77:07 Minuten

VÖ: 22. Mai 2026

Unser Leben als Schreiberling, egal ob professionell oder als Neigeschmackter, hat ja seine gewissen Tücken. Ständig gibt es neue Musik. Die will, soll, gehört werden. Manchmal sogar muß. Und dann ist da der Drang, mal wieder die Sammlung zu checken. Mal wieder etwas nach Lust und Laune auflegen. Alte Sachen aus dem Regal kramen. Klassiker genießen.

Umso schöner, wenn man dann aus der Promobox etwas zieht, das so richtig Freude macht. FATAL VISION habe ich tatsächlich für mich reserviert. Einfach aus Neugier. Mit dem Namen, das kann ja vieles sein. So hoffte ich auf etwas schweres, metallisches, vielleicht sogar ne Runde Thrash. Dann die Überraschung. Trotz des düsteren Namens gibt es hier die volle Breitseite gute Laune. Der Melodic Rock der in Kanada beheimateten Truppe ist alles andere als negativ oder düster. Hier findet sich die volle Portion Sommer. Melodien am laufenden Band. Natürlich gibt es die Blicke rechts und links. Hier mal eine metallische Note, mal eine Prise Prog  mit einem überraschenden Schlenker. Und Balladen haben die im Ofen.

Das kanadische Quartett verwöhnt seit 2022 fast im Jahrestakt mit einem neuen Dreher. „Four Sides To Every Story“ als Nummer vier kommt da nur mit ein paar Monaten Verspätung. Auch sonst hat man sich nicht lumpen lassen. Nicht nur Melodien, auch Gäste gibt es am laufenden Band. Nur ein paar Nemen: Jeff Scott Soto, Paul Laine (Danger Danger) oder der allgegenwärtige Alessandro del Vecchio. Dazu Sängerin Christine Corless, die ein paar richtig gute Duette mit dem eigentlichen Sänger Simon Marwood liefert. Ein paar Momente darf man da schon mal an unseren geliebten Fleischklops denken, wenn auch einen Hauch weniger operettenhaft. Dennoch geil.

Schon der Opener ´Girl Against The World´ sorgt für ein fettes Grinsen. Die Nummer hat so ein richtig geiles 80ziger Feeling. Man könnte jetzt die alten Helden aufzählen. Journey, Survivor oder Bad English dürften bei den Jungs genauso im Kinderzimmer gelaufen sein wie Foreigner und Toto. Das geht ins Ohr und ins Bein. Restless Legs verweisen hier nicht auf eine Krankheit. Aber sie wollen nun mal nur das eine. Tanzen. Ähnlich das flotte ´Run With Me´. Diese flotte Nummer (nicht falsch verstehen) würde auch gut bei einer Band wie Violet zu Gesicht stehen.

Es findet sich mit ´Turn Around´ auch die erste Single der Band von 2022. Hier ist sie erstmals offiziell auf einem Tonträger zu finden. In soften Gefilden bewegt sich das wunderschön verträumte ´Maybe Someday´. Das erzeugt bei mir Urlaubsstimmung. Endlich ab ins Auto, Scheiben runter, Autobahn in Richtung Meer. Es gab Zeiten da hätte ein ´Fly´ jeden Rockpalast zum toben gebracht. Und ja, da kommt vielleicht auf Album Nummer 5 noch mehr. Denn, wie heißt es zum Abschluß? ´The Best Is Yet To Come´. Da stimme ich zu.

Mario Wolski vergibt 9 von 10 Punkten