MEGADETH – Farewell World Tour, Gelsenkirchen
MEGADETH – MAMMOTH WVH
07 . Juni 2026
Amphitheater Gelsenkirchen
MEGADETH, die fast legendäre US Thrash-Ikone von Dave Mustaine, waren bei ihrer Farewell World Tour im Amphitheater, um mit dem völlig ausverkauften Halbrund ihren Abschied zu zelebrieren.
Ausverkauft? Ja denn, nach seiner berühmtberüchtigten Trennung von Metallica, Anfang der 80er, machte sich Dave Mustaine mit MEGADETH auf seinen eigenen unverkennbaren Weg und schuf dabei etwas Großes und für viele sowohl auch Unvergessliches. Von „Killing Is My Busines“ und “Rust in Peace“ bis hin zu ihrem letzten, selbstbetitelten Album im Jahr 2026 beherrscht die Band jede Spielart des Thrash Metals. Mal präzise und unerbittlich, mal fast entspannt rockend, bot der Bandchef alles, was sich Musiker- und Fanherzen wünschen können. So war klar, dass MEGADETHs Abschied kein stiller Abgang werden würde, sondern ein großes Thrashfest und eine Ehrung, denn hier ging eine Ära zu Ende.
MAMMOTH
Vor MEGADETH hatten die Macher MAMMOTH, also Wolfgang Van Halen und seine Rock`n`Roller gesetzt. Was zunächst einmal, rein
musikalisch ziemlich unpassend erschien, war dann aber doch für Viele eine positive Überraschung. Denn was eigentlich einfacher Rock`n`Roll mit moderner Färbung ist, wobei einfach aufgrund der Gitarrenkünste natürlich nicht stimmt, kam live überraschend frisch und unprätentiös von der Bühne. Ja der Mann kann verdammt gut spielen, was zwischendurch, bei Tracks wie `Another Celebration at the End of the World` oder `Like a Pastime` auch immer wieder aufblitzte. Am besten vielleicht beim finalen Abschlusstrack und Titelgeber `The End`. So erntete die Band, die sich engagiert und bewegungsfreudig zeigte, reichlich Applaus weit jenseits der reinen Höflichkeitsgrenze. Mainman Wolfgang Van Halen selbst wirkte dabei noch fast schüchtern aber nach der guten halben Stunde hatten MAMMOTH die Anwesenden zu lautem Johlen und echten Jubel gebracht.
MEGADETH
Schon vor Erscheinen des Headliners halten laute „MEGADETH“ Rufe durch das Amphitheater und der Raum unterhalb der Ränge war bis zum Anschlag vollgepackt mit schwarzen T-Shirts, Kuttenträgern aber auch optischen „Normalos“, die hier noch einmal richtig mit MEGADETH feiern wollten.
Unter Jubel, hochgereckten Fäusten, und ab Minute drei auch Crowdsurfern im zwei-Sekundentakt, ging die Abschiedsparty mit `Tipping Point` los. Hier herrschte keine traurige Nostalgie, sondern pure Freude. Es wurde gebangt, gesungen und immer wieder „Megadeth, Megadeth“ im Chor gerufen. Ohne Aufforderung und ohne Gehabe. Klar gab die Band Vollgas, aber wer Mustaine kennt, weiß, dass er selbst kein Showman oder großer Unterhaltungskünstler ist. Hier standen musikalische Präzision, Härte und Abwechslung im Vordergrund. Songs wie `Hangar 18`, `This Was My Life`, ` Skin O` My Teeth` oder `Let There Be Shred`, waren keine Aufwärm- oder Erholungsnummern, sondern MEGADETHs letzter Beweis, dass sie eigentlich auch nach vier Jahrzehnten gar nicht aufhören müssen.

MEGADETH lieferten mit ihrer Setlist neben neueren Songs natürlich auch die erwartete Reise durch ihre Karriere und gleichzeitig ein Thrash Metal Lehrstück. So wurden die Klassiker wie `Mechanix` oder Metallicas `Ride the Lightning`ebenso Wort für Wort vom Publikum gesungen und gefeiert, wie auch `Countdown to Extinction`oder das alles überragende `Peace Sells`.
Das war nicht nur ein (wahrscheinlich) letzter Auftritt. Es war ein furioses Wechselspiel zwischen Band und Publikum, die sich gegenseitig befeuerten. Mit `Symphony of Destruction` und `Holy Wars… The Punishment Due` läuteten MEGADEATH dann das endgültige Ende ein und lieferten bleibende Erinnerungen bei jedem Fan.
Danke Dave für den geilen Abend. Und eins ist klar, die Musik von MEGADETH wird noch lange weiterleben.
MEGADETH Setliste
Tipping Point
Hangar 18
This Was My Life
Skin o‘ My Teeth
Take No Prisoners
I Don’t Care
Sweating Bullets
Let There Be Shred
She-Wolf
Mechanix
Ride the Lightning (Metallica cover)
Countdown to Extinction
Tornado of Souls
Peace Sells
Symphony of Destruction
Holy Wars… The Punishment Due
Text und Photo Credits: Sven Bernhardt
































