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FLESHCRAWL is back – stärker als vorher und fieser denn je

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FLESHCRAWL gehören zu den Bands, die nie Trends hinterherlaufen mussten, um sich über Jahrzehnte hinweg in der Death-Metal-Szene zu behaupten. Seit Ende der 1980er Jahre stehen die Süddeutschen für kompromisslosen, rohen Death Metal – und haben sich mit Alben wie “Descend Into The Absurd”, “Soulskinner” oder “As Blood Rains From The Sky – We Walk The Path Of Endless Fire” längst einen festen Platz im Underground erspielt. Mit “Epitome Of Carnage” veröffentlicht die Band nun ihr zehntes Studioalbum – ein Werk, das bewusst an klassische FLESHCRAWL-Tugenden anknüpft: ungeschliffen, brutal und ohne moderne Überproduktion. Im Gespräch sprechen wir über mehr als drei Jahrzehnte Bandgeschichte, prägende Touren mit Genregrößen, den Wandel der Szene, die Bedeutung kleiner Festivals – und warum FLESHCRAWL auch 2026 noch lange nicht am Ende angekommen sind.

Tobias:
Hi Basti, schön, dass wir heute über “Epitome Of Carnage” sprechen können. Wie geht es euch aktuell und wie blickt ihr auf die ersten Reaktionen zum Album?

Basti:
Uns geht es prächtig! Wir freuen uns sehr auf den Release der Scheibe und sind mit der Platte rundum zufrieden. Unser Gefühl sagt uns, dass wir mit “Epitome Of Carnage” sehr viel richtig gemacht haben. Zumindest bestätigen das auch die ersten Reaktionen auf die beiden bisher veröffentlichten Singles ‘Blood Dominion’ und ‘Embers Of Wrath’. Und auch die dritte Single, die demnächst noch kommen wird, sollte genau in diese Kerbe schlagen. Die offiziellen Pressereviews zum Album kommen jetzt erst so langsam rein, wir sind sehr gespannt! Noch mehr interessiert uns natürlich, wie die Platte bei den Fans da draußen ankommt!

Tobias:
Der Weg von “Lost In A Grave” bis “Epitome Of Carnage” umfasst mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte Death Metal. Wenn du heute auf die komplette Reise von FLESHCRAWL zurückblickst – welche Momente oder Phasen waren für dich persönlich die wichtigsten?

Basti:
Ganz klar erstmal die Entstehung und der Release unseres Debüts “Descend Into The Absurd”, welches auch nach fast 35 Jahren immer noch einen guten und sicheren Stand in der Szene innehat. Wenn man den Fans und anderen Kritikern Glauben schenken darf, gilt die Scheibe heute in der Underground-Szene für viele als Doom-Death-Klassiker, der immer noch gerne und immer wieder aufgelegt und gehört wird. So etwas ist natürlich sehr geil! “Descend Into The Absurd” zeigt ja noch die etwas andere Seite von FLESHCRAWL, sowohl im Songwriting als auch im Soundgewand. Als weiteren Meilenstein würde ich unsere METAL BLADE-Phase bezeichnen. Die Jahre, in denen “As Blood Rains From The Sky…”, “Soulskinner” und “Made Of Flesh” rauskamen, kann man, glaube ich, getrost als unsere damalige beziehungsweise bisherige Hochphase betrachten, in der wir auch die erfolgreichsten Tourneen und Festivals gespielt haben.

Und dann sehe ich die “Wiederauferstehung” und Neuformierung des Band-Line-ups im Jahr 2021, nach der schweren Tragödie um Svens Tod, als absoluten Lichtblick! Es war alles andere als einfach, nach Ereignissen wie Corona, Svens Tod sowie dem Austausch der kompletten Gitarrenfraktion und der Gesangspersonalie als Band geeint und stärker denn je zurückzukommen.

Tobias:
1992 habt ihr mit “Descend Into The Absurd” euer Debüt veröffentlicht, später folgten Alben wie “Bloodred Massacre”, “As Blood Rains From The Sky – We Walk The Path Of Endless Fire” oder “Soulskinner”, die heute für viele Fans echte Underground-Klassiker sind. Wie blickt ihr selbst heute auf diese Releases zurück?

Basti:
Wir sind auch heute noch absolut glücklich mit diesen Scheiben, sowohl was die Songs als auch die jeweilige Produktion anbelangt. “Descend Into The Absurd” war für uns als Debüt sehr wichtig. Als deutsche Band, die kurz zuvor beim schwedischen Label BLACK MARK unterschrieben hatte, wollten wir natürlich alles richtig machen. Wir sind damals extrem gut vorbereitet ins Stockholmer Montezuma Studio eingefallen und die Aufnahmesessions gingen wirklich leicht von der Hand. Die Songs der Platte wurden ziemlich genau in jeweils einem Take auf 2-Zoll-Analogbändern aufgenommen. Das war bei sechs- bis siebenminütigen Songs schon noch eine Sache! Heutzutage so kaum mehr vorstellbar – durch die ganze Digitaltechnik wird ja schnell editiert, zusammengeschnitten und korrigiert. Wie bereits oben erwähnt, stellt die Platte für viele Fans einen Meilenstein im doomigen Death Metal dar. Da sagen wir natürlich nicht nein und freuen uns! 🙂

“Bloodred Massacre” kommt da schon deutlich brachialer daher. Vielleicht lag es daran, dass dies unsere letzte Scheibe für BLACK MARK war, wir von deren Arbeitsweise genervt waren und deshalb eine höchst unfreundliche Scheibe zusammengezimmert haben 🙂 Und unsere ersten beiden Platten bei METAL BLADE RECORDS, “As Blood Rains From The Sky…” und “Soulskinner”, haben dann unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit METAL BLADE eingeläutet. Einige Songs dieser Scheiben sind auch heute noch Bestandteil unseres Livesets und daraus nicht mehr wegzudenken.

Tobias:
Ende der 1990er und Anfang der 2000er wart ihr mit Bands wie VADER, KATAKLYSM, BOLT THROWER oder SIX FEET UNDER unterwegs, habt euch Bühnen mit CANNIBAL CORPSE und DARK FUNERAL geteilt und 2002 mit dem WACKEN OPEN AIR sowie der Japan-Tour im Vorprogramm von HYPOCRISY weitere große Meilensteine erreicht. Welche Erinnerungen verbindet ihr mit dieser Zeit – und gab es damals Momente, in denen euch bewusst wurde, welche Reichweite FLESHCRAWL mittlerweile erreicht hatten? Vielleicht auch mit Blick auf heute: Mit welchen Bands würdet ihr aktuell gerne mal gemeinsam die Hütte abfackeln?

Basti:
War eine mega Zeit damals und kann man wohl als unsere Hochphase bezeichnen. Gerade mit “As Blood Rains From The Sky…” und “Soulskinner” im Gepäck ging richtig gut was ab. Es haben sich damals Türen geöffnet, die bis dahin irgendwie verschlossen waren und die wir vorher auch nicht aufbekommen haben. Und auch als Death-Metal-Musiker ist man ja Fan. Von daher waren das absolute Topmomente, mit diesen Hochkarätern auf einer Bühne zu stehen, sie Nacht für Nacht anzuschauen und einige Leute aus diesen Bands auch heute noch Freunde nennen zu dürfen. Meine beiden Wunschbands gibt es zum einen nicht mehr: BOLT THROWER. Mit den Jungs würde ich sofort wieder in den Tourbus steigen – das sind einfach auch tolle Menschen! Und zum anderen AUTOPSY, die ziehen ja keine Tourneen mehr durch. Von daher wird das wohl unerfüllt bleiben.

Tobias:
Mit “Epitome Of Carnage” klingt ihr auch 2026 kompromisslos nach FLESHCRAWL – roh, brutal und direkt. War es für euch jemals ein Thema, den Sound stärker zu modernisieren, oder kam das nie infrage?

Basti:
Nein, das kam in der Tat niemals infrage oder stand als Ziel auf dem Tisch. Ich meine, “Made Of Flesh” klang damals 2004 zwar etwas moderner und melodischer als der Vorgänger “Soulskinner”, aber das ist auf natürliche Weise passiert und war nicht forciert. Mit der neuen Scheibe war unser Ziel tatsächlich, wieder eine Platte abzuliefern, die irgendwo einen Querschnitt aus “Descend Into The Absurd”, “Bloodred Massacre”, “As Blood Rains From The Sky…” und “Made Of Flesh” abbildet.  Man findet ja in den elf Songs von “Epitome Of Carnage” – ‘Chronicles Of Bloodshed’ ist ein Instrumental – auch Elemente all dieser Scheiben. Die Songs sind sehr abwechslungsreich, es kommen alle FLESHCRAWL-Trademarks zum Vorschein, für die diese Band immer gestanden hat und die die Fans mögen.

Tobias:
Wie seid ihr grundsätzlich an das Songwriting für “Epitome Of Carnage” herangegangen? Gab es eine bestimmte Richtung oder Atmosphäre, die ihr bewusst erzeugen wolltet? Songs wie ‘Heralds Of Death’ oder ‘Chapel Of Guts’ greifen ja durchaus Themen auf, die man mit Krieg, Gewalt, religiösem Wahn oder allgemein den dunklen Seiten der Menschheit verbinden kann. Wie viel davon ist von realem Zeitgeschehen inspiriert und wie viel entsteht eher aus einer klassischen Death-Metal-Fiktion heraus?

Basti:
Das Songwriting ist mehr oder weniger wie früher entstanden. Die Gitarristen haben Riffs angeschleppt, die dann gemeinsam arrangiert wurden, oder kamen bereits mit halb oder ganz fertigen Songs an, die nur noch wenig Nacharbeit brauchten. Apu und Chris haben einen Song auch zusammen geschrieben. Und auch unser Sänger Borisz, der ebenfalls ein Top-Gitarrist ist, hat mit ‘Embers Of Wrath’ einen Song beigesteuert. Bei diesem war ich dann auch noch etwas ins Songwriting involviert.

Bei uns kommt also immer erst die Musik, dann der Text – und der wird meistens basierend auf einem passenden Songtitel geschrieben. Textlich geht es bei den meisten Songs um typische Death-Metal-Themen wie Tod, Blut, Teufel, Feuer, Verderben, Niedergang und Krieg. Bei den Tracks, für die Borisz die Texte geschrieben hat, dreht es sich meines Wissens auch um ein paar andere Dinge – wie Außerirdische und solchen Kram 😉

Tobias:
Gerade dadurch wirkt die Stimmung auf dem Album extrem düster und aggressiv. Songs wie ‘Embers Of Wrath’, ‘Committed To Suffer’ oder eben auch ‘Heralds Of Death’ transportieren teilweise eine ziemlich bedrückende Atmosphäre. Kannst du uns ein bisschen tiefer in die lyrischen Inhalte und Hintergründe dieser Songs mitnehmen?

Basti:
‘Embers Of Wrath’ thematisiert einfach den Horror des Krieges und alles, was er für die betroffenen Menschen mit sich bringt. In ‘Committed To Suffer’ geht es grob um eine arme Seele, die sich nur gut fühlt, wenn sie leidet und Schmerzen erfährt. Und in ‘Heralds Of Death’ wird erneut der Wahnsinn “Krieg” angeprangert. Ich kann da nicht sonderlich tiefer drauf eingehen beziehungsweise wüsste auch nicht wie. Wir haben größtenteils – wie auch früher schon – Themen und Vokabular in unseren Texten, die die bereits erwähnten death-metal-typischen Klischees bedienen. Eine tiefere Message wollen wir mit unseren Lyrics gar nicht verbreiten.

Im Old-School-Death gilt: “Stumpf ist Trumpf”!!!

Tobias:
Borisz Sarafutgyinov bringt auf dem Album unglaublich giftige und aggressive Vocals mit ein, die Songs wie ‘Grave Messiah’, ‘Committed To Suffer’ oder ‘Embers Of Wrath’ noch deutlich intensiver wirken lassen. Wie wichtig war euch diese rohe und direkte Gesangsperformance für die Gesamtwirkung von “Epitome Of Carnage”? Und auch an die Instrumentalfraktion gefragt: Braucht man beim Schreiben oder Einspielen solcher Songs eine bestimmte Stimmung oder einen gewissen mentalen Zustand, um diesen durchgehend bösen und drückenden Sound so auf den Punkt zu zocken?

Basti:
Diese rohe, fiese und böse Gesangsperformance zu erreichen, war uns immens wichtig! Und wir haben Borisz bei den Vocal-Sessions auch mächtig geärgert und gepiesackt, um dieses Resultat zu erreichen, haha. Die Platte selbst ist produktionstechnisch roh und absolut unpoliert – sie tritt dir direkt in die Fresse. Deshalb muss der Gesang natürlich in dieselbe Kerbe schlagen. Wir wollten mit “Epitome Of Carnage” eine Platte raushauen, die rohe und unpolierte Songs bietet und absolut nicht überproduziert ist. Viele Scheiben, die heutzutage erscheinen, sind meiner Meinung nach viel zu glattgebügelt und bis ins kleinste Detail totproduziert. So etwas wollten wir mit dem neuen Album auf keinen Fall! Müsste ich unsere Gitarristen fragen, aber vermutlich waren sie zum Teil ausreichend scheiße drauf, damit dieses Resultat zustande kam. 🙂

Tobias:
“Epitome Of Carnage” ist angenehm old-schoolig, gleichzeitig druckvoll und modern. Wie wichtig war euch dieser Spagat zwischen klassischem Death Metal und zeitgemäßer Produktion?

Basti:
Das war tatsächlich ein Ziel. Die Platte sollte old school AF klingen, aber nicht altbacken. Es wurde hier kaum am EQ gedreht und auch keine Trigger verwendet. Außerdem wurde bei den Recording-Sessions darauf geachtet, die Inputsignale so natürlich wie möglich aufzunehmen. Dann musst du später im Mix kaum noch etwas “retten”. Es klang bereits im Roughmix gut und das Mastering hat alles nur noch etwas veredelt und insgesamt lauter gemacht. Die druckvolle und moderne Produktion kam dann irgendwie automatisch, denn unser Apu hat in seinen SCUMLIGHT STUDIOS nur gutes Equipment und eine starke Technik am Start. Ich denke, wir haben hier genau die richtige Mischung gefunden, die eine amtliche Old-School-Scheibe im Jahr 2026 braucht.

Tobias:
Das Artwork von Simon Bossert passt optisch perfekt zur Atmosphäre des Albums. Wie entstand das Cover und wie wichtig ist euch generell die visuelle Präsentation eurer Releases?

Basti:
Simon hatte bei der Erstellung des Artworks absolut freie Hand. Wir haben ihm einfach nur den Albumtitel gegeben und gesagt: Mach mal 🙂 Und das kam dann dabei heraus. Wie du schon sagst, das Artwork passt perfekt. Das Album-Artwork und ein ansprechendes Layout des Booklets waren uns schon immer sehr wichtig, denn das Auge hört ja mit 🙂 Wenn eine Platte ein geiles Cover hat, spricht das die Leute gleich mehr an und es wird eher ein Ohr riskiert im Vergleich zu einem lahmen Artwork, mit dem man niemanden hinter dem Ofen hervorlocken kann.

Tobias:
Zwischen “Structures Of Death” und “Into The Catacombs Of Flesh” lagen einige Jahre ohne neues Studioalbum. Wie schwierig ist es eigentlich, nach längerer Zeit mit neuer Musik zurückzukehren – gerade in einer Szene, die sich ständig verändert?

Basti:
Wir hatten kein Problem, nach der langen Zeit wieder mit dem Songwriting anzufangen. Die lange Pause war eher bedingt durch Corona, den Tod von Sven, die Integration des neuen Sängers und den Austausch der kompletten Gitarrenfraktion. Das alles hat uns unglaublich viel Zeit gekostet und es brauchte eben seine Zeit, bis sich das neue Line-up optimal aufeinander eingestellt hatte, um am Ende auch zu funktionieren. Wenn sich in der Szene etwas verändert – uns egal. Wir ziehen unseren Stiefel durch wie eh und je.

Tobias:
Mit REIGNING PHOENIX MUSIC beziehungsweise DMG habt ihr mittlerweile ein neues Label-Zuhause gefunden. Wie kam der Kontakt zustande und wie fühlt sich die Zusammenarbeit bisher an?

Basti:
Wir waren nach “Into The Catacombs Of Flesh” wieder ohne Deal und mussten einen neuen an Land ziehen. Also gingen wir auf die Suche und haben eine Liste mit Wunschkandidaten erstellt. Wir haben den Leuten von RPM eine Anfrage mit einem Demo einiger neuer Songs geschickt. Es hat eine Weile gedauert, bis sie sich gemeldet haben, aber dann haben sie uns schlicht und ergreifend ein super Angebot gemacht. Da konnten wir nicht nein sagen 🙂 

Tobias:
Wenn du die heutige Death-Metal-Szene mit den frühen Jahren von FLESHCRAWL vergleichst: Was hat sich aus deiner Sicht am stärksten verändert – positiv wie negativ?

Basti:
Es ist alles sehr schnelllebig geworden. Durch die überdigitale Verfügbarkeit hat Musik im Allgemeinen meiner Meinung nach etwas an Wert verloren – ganz zu schweigen von dem monetären Anteil, den Künstler aus der digitalen Welt bekommen. Musik ist ein Stück weit zur Wegwerfware geworden. Alles ist digital verfügbar, man checkt schnell dies und das, aber die wenigsten beschäftigen sich lange und intensiv mit etwas. Das ist zumindest mein Eindruck. Natürlich ist es für Fans ein Vorteil, weil man leicht Bands entdecken kann, bevor man Geld für ein Produkt ausgibt. Früher hat man sich einfach noch richtig Zeit genommen und sich mit einer Platte intensiv auseinandergesetzt, das Teil zerlegt, Booklet, Artwork, Texte und so weiter studiert. Das passiert sicher hier und da noch – in der Metalwelt und speziell in der Death-Metal-Szene wahrscheinlich eher als anderswo. Aber insgesamt hat das meiner Meinung nach abgenommen.

Sign of the times halt …

Tobias:
Nach so vielen Jahren Bandgeschichte: Was motiviert euch heute noch, weiterhin kompromisslosen Death Metal zu machen?

Basti:
Wir haben einfach immer noch Bock, diese Musik zu komponieren, aufzunehmen und live zu spielen. Unser Feuer für Old-School-Death brennt stärker denn je! Und es gibt immer noch genug zu entdecken, genug andere oder neue Ziele zu erreichen – gerade im Livebereich. Wir sehen uns noch nicht am Ende der Straße angekommen!

Tobias:
Wie sieht es bei euch aktuell in Sachen Liveshows aus? Der Festivalsommer steht ja vor der Tür – worauf dürfen sich Fans 2026 einstellen und sind darüber hinaus auch Shows im Spätjahr geplant? Aus persönlichem Interesse und regionaler Sesshaftigkeit muss ich natürlich auch noch fragen: Besteht die Chance, dass FLESHCRAWL mal wieder in die Rhein-Neckar-Region kommen – etwa in den 7er Club, das Substage oder generell die Ecke rund um Mannheim/Karlsruhe?

Basti:
Wir spielen ein paar Sommerfestivals wie das UNDERGROUND DEATHFEST, das OBSCENE EXTREME in Tschechien und das PARTY.SAN OPEN AIR. Dann noch ein paar Einzelshows hier und da. Im November machen wir eine elftägige Europatour mit den Spaniern AVULSED und VIOLENTOR aus Italien als Support. Im Dezember geht’s dann noch für fünf Shows nach Spanien. Mal schauen, was noch so geht …

2027 muss es dann richtig busy werden!

Tobias:
Gibt es bereits Ideen oder Material für die Zeit nach “Epitome Of Carnage” oder liegt der Fokus aktuell komplett auf dem neuen Album?

Basti:
Wir sind tatsächlich schon wieder teilweise im Songwriting-Modus für das Nachfolgealbum von “Epitome Of Carnage”. Es gibt schon ein bisschen neues Material, aber es ist noch viel zu früh, um jetzt darüber zu sprechen. Und aktuell steht natürlich erstmal der Release von “Epitome Of Carnage” und die entsprechende Promo im Fokus!

Tobias:
Gibt es noch etwas, das wir im Interview nicht angesprochen haben, das dir aber wichtig ist und das du unbedingt noch loswerden möchtest?

Basti:
Leute, bitte unterstützt die kleinen Festivals und Shows! Das Thema mag den einen oder anderen nerven und sich wie alter Kaffee anhören, ist aber immer noch aktuell und brandgefährlich. Versucht, euch Tickets im Vorverkauf zu holen. Die ganzen Riesenevents, für die heute überall Tickets gekauft werden, würde es nicht geben, wenn die Bands, die heute riesig sind, nicht damals auch in kleinen Läden und auf kleinen Festivals gespielt und dort angefangen hätten!  So hat alles angefangen, das ist die Grundlage für alles. Und wenn die Grundlage wegbricht, dann bricht auch die Vielfalt und die Auswahl weg! Veranstalter brauchen zumindest eine gewisse Planungssicherheit, damit es auch in Zukunft noch eine geile Szene gibt – und nicht nur monströse Veranstaltungsriesen, die alles mit schierer Finanzpower durchsetzen, aber das Herzblut vermissen lassen. Ihr wisst, was ich meine!!

Tobias:
Vielen Dank für deine Zeit und die offenen Antworten! Die letzten Worte gehören dir: Was möchtest du euren Fans, Hörern und unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Basti:
Erstmal wollen wir uns bei allen Death-Metal-Fans, die uns über die ganzen Jahre die Treue gehalten haben, für den unermüdlichen Support bedanken! Ohne euch wäre diese Band nicht da, wo sie heute steht – das muss auch mal ganz klar gesagt werden! Außerdem wollen und setzen wir mit “Epitome Of Carnage” ein Zeichen – nach dem Motto: “FLESHCRAWL is back”, stärker als vorher, fieser denn je und heftiger, als es so manch einer da draußen erwartet hat. Das geht an all die Zweifler raus, die uns nach “Into The Catacombs Of Flesh” abgeschrieben haben. “Epitome Of Carnage” ist das Lebenszeichen einer Band, die sich runderneuert hat und mit neuer Kraft und neuem Line-up zurückschlägt – sowohl, um das bisherige Erbe, auch im Sinne von Svenson, weiterzuführen, als auch, um neue starke Wege zu beschreiten.

See you somewhere on the road!

Interview: Tobias Stahl
Photocredit Christian Sobeck