VISION DIVINE
Titel: A CLOCKWORK REVERIE (EP)
Label: SCARLET RECORDS
Spieldauer: 35:09 Minuten
VÖ: 22. Mai 2026
Der Kurzplayer “A Clockwork Reverie“ ist der erste Output der toskanischen Progressive Power Metaller VISION DIVINE nach der Reunion mit den beiden langjährigen, die 2000er Jahre der Band prägenden, Mitglieder Frontmann Michele Luppi und Tastenhexer Oleg Smirnoff.
Während Luppi von 2011 bis 2020 als Sänger der italienischen Power Metaller SECRET SPHERE aktiv war und ab 2015 für einige Jahre Live-Keyboard/Piano und Backingvocals bei Whitesnake auf deren Welttourneen übernahm, ist Keyboard Wizard Smirnoff nach wie vor Mitglied der beiden italienischen Progressive/Power Metal Bands LABYRINTH und ELDRITCH. Komplettiert wird das aktuelle Lineup der Band durch Gitarrist Olaf Thorsen, Andrea Tower Torricini am Bass sowie Schlagzeuger Matt Peruzzi.
Der Fünfer präsentiert sich frisch, voller Energie, mit einem zeitgemäßen Ansatz und einer modernen Produktion und stellt neben dem kurzen `Sator Rotas´ Intro jeweils drei neue Kompositionen sowie drei neu aufgenommene ältere Songs vor.
Die neuen Stücke wirken stimmig und ausgereift und bewegen sich nahe an der Perfektion: “Heavenly Power Metal” zwischen Melodie, Können und Emotion und in der Schnittmenge von Bands wie Queensrÿche, Sanctuary, Savatage und Kamelot und jeder Menge italienischer Power Metal Wucht, Technik und Geschwindigkeit.
Der eröffnende Titelsong wartet mit sieben abwechslungs- und facettenreichen Minuten auf und mit allen Trademarks, die der Fünfer zu bieten hat, bevor `18 (It Feels Like Heaven)´ deutlich kompakter und nochmal eingängiger und griffiger und mit starkem Refrain zu Werke geht, während `Andromeda´ ein wenig sperriger und weniger zugänglich erscheint, aber spannend und mit futuristischen Synthiesounds operiert.
Danach warten noch weitere drei neu aufgenommene Tracks aus den 00er Jahren auf den Hörer. Zunächst `Identities´, der Schlusstrack vom Erfolgsalbum “Stream Of Consciousness” (2004) ist eine hymnisch-epische Powerballade mit Piano- und Streicherklängen, mehrstimmigem Gesang und einem auffälligen Gitarrensolo. `God Is Dead´ von “The Perfect Machine” (2005) überzeugt mit Tempo, Riffs und Melodie, bevor das dynamische `The 25th Hour´, der Titelsong des gleichnamigen 2007er Albums, wilde Keys und viel Atmosphäre und einen grandiosen Chorus bereithält.
“A Clockwork Reverie“ ist sowohl eine gelungene Hommage an das musikalische VISION DIVINE Vermächtnis, als auch ein kühner Beweis ihres momentanen Könnens, des enormen Potentials dieser Besetzung und ihres künstlerischen Status Quo. Es besticht mit großartigen Songs, mitreißenden Arrangements mit vielen Stimmungs- und Tempowechseln und talentierten Einzelkönnern, die als großes Ganzes gemeinsam noch stärker sind.
Michael Gaspar vergibt 8,5 von 10 Punkten


