VENOM
Titel: INTO OBLIVION
Label: Noise Records
Spieldauer: 44:00 Minuten
VÖ: 01. Mai 2026
VENOM müssen nicht großartig vorgestellt werden: Jeder, der sich mit unserer Musikrichtung beschäftigt, sollte irgendwann mal über VENOM “gestolpert” sein – außer er hat bisher Schlager gehört, was als einzelne Tatsache schon schlimm genug ist. Gegründet wurde die Band 1979 im englischen Newcastle und legte früh den Grundstein für das, was später als Extreme Metal durch die Decke ging. Mit ihrem rohen Sound, ihrer Attitüde und Klassikern wie “Welcome To Hell” oder “Black Metal” haben VENOM nicht nur Spuren hinterlassen, sondern ganze Szenen mitgeprägt. Über die Jahre hinweg gab es immer wieder Veränderungen, aber der Kern steht: Cronos (Bass/Gesang, Gründungsmitglied), Rage (Gitarre) und Dante (Drums) bilden das aktuelle Line-up und halten die Fahne seit Jahren stabil hoch. Mit “Into Oblivion” steht nun Studioalbum Nummer 16 in den Startlöchern – und gleichzeitig die ersten neuen Aufnahmen seit “Storm The Gates” aus dem Jahr 2018. 13 Songs, die genau das liefern, was man von VENOM erwartet: heavy, düster, eingängig – ohne Umwege und ohne Schnickschnack. Das Album war schon seit ein paar Jahren in der Mache, aber wie so oft kam einiges dazwischen. Ob man es glaubt oder nicht: Auch hier hatte Corona seine Finger im Spiel und hat die ganze Sache ordentlich ausgebremst. Dazu kamen Verzögerungen bei den Aufnahmen und der eigene Anspruch, nichts Halbgares rauszuhauen – alles Faktoren, die dafür gesorgt haben, dass sich das Ganze gezogen hat.
Cronos sagt dazu: “Dieses Album hat wirklich neue Maßstäbe gesetzt, aber wer ein Killer-Album machen will, muss dafür Blut, Schweiß und Tränen opfern.”
Trotz aller Widrigkeiten haben VENOM ihren Weg durchgezogen und mit “Into Oblivion” ein Album abgeliefert, das sich nahtlos in ihr Gesamtwerk einfügt. Die Band zeigt sich hörbar zufrieden mit dem Ergebnis: Der Sound wirkt druckvoller und klarer, die Songs unterscheiden sich deutlich voneinander, greifen aber dennoch sauber ineinander. Die erste Singleauskopplung ‘Lay Down Your Soul’ setzte dabei direkt ein Ausrufezeichen und begeisterte die Fans mit der Ausrichtung an die frühen Tage der Band. Wir checken jetzt alle Tracks des fast 44 Minuten dauernden Albums und nehmen euch mit!
Mit dem Titeltrack ‘Into Oblivion’ starten wir ins Album. Der Song steigert seine Intensität kontinuierlich und wird zum fetten Thrasher, der euch schön die Köpfe rasiert – mittendurch und wuchtig! More Speed – we need more Speed, und den gibt es mit ‘Lay Down Your Soul’ – also “lay down your soul, to the God Rock ‘n’ Roll” – so geil die Hook. Herausragend ist die Gitarrenperformance in ‘Nevermore’, auch die Drums knallen gnadenlos und druckvoll – das gilt vor allem für Nackenbrecher ‘Man & Beast’, bei dem die Gangshouts ein cooles Highlight sind. Würde Newcastle in der Champions League so viel Aggressivität zeigen wie VENOM in ‘Death The Leveller’, hätten auch die Münchner keine Chance, und es gäbe einen Erdrutschsieg im Finale – vielleicht sollten die Jungs mal zu einem Gig von VENOM kommen! Infernalisch und teuflisch, fast schwarzmetallisch, feuern VENOM ‘As Above So Below’ raus. ‘Kicked Outta Hell’ verwöhnt Fans von gottlos gutem Gitarrenfeuerwerk, schnellem Gesang und erneut eingängigen Hooklines, während Schlagzeug-Gebolze in ‘Legend’ und ‘Live Loud’ im Vordergrund steht. Nach dem groovigen ‘Metal Bloody Metal’ und dem “lazy-sleazy-doomig-dreckigen” ‘Dogs Of War’ hauen die Briten in ‘Deathwitch’ und ‘Unholy Mother’ die beiden letzten Patronen aus ihrer Extreme-Metal-Kanone namens “Into Oblivion” raus – 44 Minuten Dauerfeuer – one hell of a VENOM Album!
VENOM geben auf “Into Oblivion” 44 Minuten Vollgas mit der richtigen Portion Druck und ordentlich Dreck unter den Fingernägeln. Die Briten aus Newcastke bleiben sich treu und zeigen gleichzeitig, dass sie auch nach Jahrzehnten noch wissen, wie man fetten Extreme Metal mit einer Portion modernem Heavy Metal zockt – und das auf den Punkt. Highlights gibt’s mehr als genug: Der Titeltrack ‘Into Oblivion’ als wuchtiger Einstieg, das rasende ‘Lay Down Your Soul’ mit seiner Killer-Hook, das aggressive ‘Death The Leveller’ und das infernalische ‘As Above So Below’. Dazu kommen Nackenbrecher wie ‘Man & Beast’ sowie die eingängigen ‘Kicked Outta Hell’ und ‘Dogs Of War’, die sich direkt festsetzen. “Into Oblivion” ist ein kompromissloses VENOM-Album, das laut, dreckig und brachial ist, keine Gefangenen macht und den perfekten Soundtrack für die nächsten Nacken-Yoga-Sessions in seiner DNA hat.
Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten


