SOLEMNITY – OPUS BARBARICUM

SOLEMNITY

Titel: OPUS BARBARICUM

Label: SOLEMNITY MUSIC/HOFA

Spieldauer: 75:42 Minuten

VÖ: 15. Mai 2026

SOLEMNITY sind eine süddeutsche Heavy-Metal-Band, die 1998 vom Sänger Sven „The Axe“ gegründet wurde und machten sich einen Namen, indem man traditionellen Heavy Metal mit düsteren, vom Horror inspirierten Themen und theatralischen Bühnenauftritten verband. Der so kreierte „Heavy Horror Metal“ bewegt sich zwischen traditionellem, klassischen Heavy Metal, Power und Epic Metal, während textlich Themen wie Horror, Mythologie und Dark Fantasy bearbeitet werden.

Das Debütalbum “Reign in Hell“ (2001) markierte den Beginn einer Reihe von konzeptorientierten Veröffentlichungen der theatralischen Metaller aus der Gegend von Ulm. Es folgten “King of Dreams (2003)“, “Shockwave of Steel” (2005) und die “Another Bloody Sabbath” EP im Folgejahr. Das Album “Lords of the Damned“ (2008) wurde zu einer der bekanntesten SOLEMNITY-Veröffentlichungen, bevor 2012 mit “Circle of Power“ das letzte Studioalbum der Band angekündigt wurde. Etwa zur gleichen Zeit gab die Gruppe beim Headbangers Open Air-Festival ein Abschiedskonzert und erklärte sich 2018 nach mehreren Jahren der Inaktivität offiziell für aufgelöst.

Nun kehren SOLEMNITY also unerwartet mit neuem Material und ihrer sechsten Studioscheibe “Opus Barbaricum“ zurück, die ihrem charakteristischen „Heavy Horror Metal“-Stil sowie ihrer düsteren, epischen Erzählweise treu bleibt.  Alle Songs und Texte wurden von Sven The Axe geschrieben und performt. Neben der Veröffentlichung von neuem SOLEMNITY-Material bringt dieser übrigens noch ein Nebenprojekt namens MELANCHOLOST mit dem Album “Tales From The Poisoned Apple“ als Parallelveröffentlichung an den Start.

Im Vordergrund stehen schnelle, eingängige Nummern wie der Opener `Nightmares From The Neighbourhood´ und ` Empire In The Underground ´ sowie melodische Hymnen wie `The Last Ghostrider´, `Gladiator´ und das grandiose ` Drums of War (Resistance)´.

Neben spaßigen Tracks wie der beinahe symphonischen Auskopplung `Meat Evil Steal (A Barbecue Symphony in B minor)´, in der augenzwinkernd von Zucchini Bellinis und vom Secondhand Vegetarier (ihr wisst schon: man verspeist Tiere, sie sich von Gras/Pflanzen ernähren) die Rede ist, dem flotten `Cheesecake Commando´ oder `The Way To A Fortunate Wedding (by Henry VIII)´ über Heinrich VIII., der bekanntlich zwei seiner sechs Frauen hinrichten sowie zwei weitere Ehen annullieren ließ, bleibt auch Platz für beispielsweise `The Sleeper´, ein von SOLEMNITY musikalisch balladesk interpretiertes Originalgedicht von Edgar Allan Poe.

Auch wenn die Scheibe vielleicht um den ein oder anderen Song zu lang ausfällt und nicht alle Stücke bahnbrechende Volltreffer sind, machen metallische Mixtur und die Stücke allesamt Laune und entfalten eine erstaunliche Langzeitwirkung, denn die fesselnden Melodien und „klebrigen“ Refrains verfangen auch nach mehreren Durchläufen und auch die Texte entlocken dem Hörer immer wieder ein Schmunzeln.

Michael Gaspar vergibt 8 von 10 Punkten