DUST IN MIND – HCNO

DUST IN MIND

Titel: HCNO

Label: DarkTunes Music Group

Spieldauer: 33:52 Minuten

VÖ: 24. April 2026

Aus unserem Nachbarland Frankreich kommen DUST IN MIND – genauer gesagt aus Straßburg, das sich einen “Katzensprung” von der Pfalz entfernt befindet und einen tollen Weihnachtsmarkt hat. Weihnachten ist jedoch noch eine Weile hin, obwohl so ein Plattenrelease für Fans und Band wie Weihnachten sein kann. Passend dazu ist es auch ein 24. Tag des Monats – allerdings April. Anyway: DUST IN MIND melden sich mit ihrem neuen Album “HCNO” bei der Metalwelt an, und die ist gespannt, was die Franzosen um Damien Dausch (Gesang, Gitarre, Produktion – seit 2013), Xavier Guiot (Bass – seit 2016), Thomas Marasi (Schlagzeug – seit 2019) und Jean-Jacques Ruetsch (Gitarre) mit “HCNO” am Start haben. Laut Albuminfo ist “‘HCNO’ als konzeptioneller Ansatz angelegt und beschäftigt sich mit Themen wie Energieaustausch, Druck und Reaktion. Die Songs greifen dabei das Zusammenspiel aus inneren Konflikten und äußeren Einflüssen auf.”

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen auf das Album, das den nächsten Step der Band bedeutet; wie sie ihren Weg fortsetzen, hören wir uns jetzt an. ‘My Way’ geht deftig los, mischt druckvolle Mucke mit knackigen Vocals. Typisch Nu Metal bewegt sich die Nummer von “zart” bis “hart” – genauso auch ‘M.V.M.T.M.N’, wobei man sich hier schon fast im Dark Rock/Gothic Metal bewegt und gegen Ende mit fettem Breakdown überrascht – cool. Wenn man möchte, kann man sagen, dass DUST IN MIND sich in Richtung “Ballade” bewegen, aber aus dem anfangs emotional aufgeladenen ‘Downfall’ wird noch eine durchaus ein- und durchdringliche Nummer – mein vorläufiger Höhepunkt auf “HCNO”. ‘A Faded Star’ verbindet atmosphärische Melodien mit drückender Härte und bewegt sich thematisch zwischen Hoffnung, Dunkelheit und innerem Durchhalten. Der Song lebt von starken Kontrasten – eingängig, emotional und gleichzeitig schwer – und greift die Idee auf, trotz Rückschlägen weiterzugehen und an einen Neuanfang zu glauben. Gleichzeitig steht der Track auch für Zusammenhalt und Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die den Weg der Band begleitet haben. Danach ist ‘Unbreakable’ die starke moderne Metal-Hymne über Widerstandskraft und innere Stärke. Treibende Grooves und ein eingängiger Refrain sorgen für Druck und Dynamik, während es inhaltlich um Durchhalten, Aufstehen nach Rückschlägen und das Umwandeln von Schmerz in Stärke geht. Ein Song, der klar nach vorne geht und genau dieses “nicht unterkriegen lassen” transportiert. Nach dem crazy wirkenden ‘T.I.M.E’ ist der Titeltrack ‘HCNO’ am Start: ein druckvoller, explosiver Track, der das Gefühl von innerem Druck, Kontrollverlust und Befreiung aufgreift. Schwere Riffs, rohe Aggression und ein prägnanter Refrain treffen aufeinander und transportieren genau dieses Spannungsfeld zwischen Verzweiflung und Aufbruch. Der Song bewegt sich bewusst zwischen Chaos und Kontrolle und zeigt, wie sich negative Energie in etwas Befreiendes wandeln kann. Im Stile der bisherigen Tracks sind ‘Who We Я’ und ‘Hollow Figure’ gehalten – wobei der finale Song eine gewisse frische Note hat, nicht ganz so gefrickelt wirkt und deshalb ein Hörtipp ist, der in meiner Playlist landet.

Pro: Viel Abwechslung, starke Kontraste, eingängige Hooks, emotionale Tiefe, einzelne echte Highlights
Contra: Teilweise etwas verspielt bzw. “gefickelt”, nicht jeder Song bleibt gleich stark hängen

DUST IN MIND liefern mit “HCNO” ein abwechslungsreiches Album ab, das zwischen Druck, Atmosphäre und Emotion pendelt. Die Band spielt mit Kontrasten, bewegt sich von Nu Metal über Dark-/Gothic-Einflüsse bis hin zu moderner Härte und schafft es, eingängige Refrains mit schweren Riffs zu verbinden. Vor allem Tracks wie ‘Downfall’, ‘A Faded Star’ und ‘Unbreakable’ stechen hervor und zeigen, dass hier Gefühl und Wucht gut zusammenfinden. “HCNO” ist ein Album, das definitiv seine Momente hat und vor allem dann funktioniert, wenn DUST IN MIND Härte und Atmosphäre sauber zusammenbringen.

Tobi Stahl vergibt 7,5 von 10 Punkten