BATTLEROAR – PETRICHOR

BATTLEROAR

Titel: PETRICHOR

Label: NO REMORSE

Spieldauer: 53:09 Minuten

VÖ: 24. April 2026

Gegründet 2000 in Athen, haben die Epic Metaller BATTLEROAR bisher fünf Alben veröffentlicht und legen in der Besetzung Michael Karasoulis (Vocals), George Tsinanis (Drums), Zack Kotsikis (Gitarre), Lukas Libertos (Bass), Alex Papadiamantis (Violine) und Kostas Tzortzis (Gitarre) ihr sechstes Studioalbum “Petrichor“ vor.

Kleiner Exkurs in Sachen Albumtitel: Petrichor bezeichnet den typischen Geruch von Regen auf trockener Erde, der nach einer Phase langer Trockenheit wahrgenommen werden kann. Der Begriff leitet sich von den beiden griechischen Wörtern „petros“ (Stein) und „Ichor“ (die Flüssigkeit in den Adern der Götter) ab.

Ich und Epic Metal, da ist so eine ganz merkwürdige Hassliebe mit verbunden. Muskelbepackte blonde Hünen singen über tapfere Krieger und legendäre, ruhmreiche Schlachten. Musikalisch gibt es atmosphärische Passagen, packende Melodien, kraftvolle Riffs, Doublebass Attacken gar, also eigentlich alles bestens, bis dieser übertrieben dramatische Gesang, gerne mit deutlichem Vibrato und viel Pathos einsetzt.

So auch bei den Songs von „Petrichor“, denn BATTLEROAR bleiben ihrem Signaturesound treu, den druckvolle Gitarren, treibende Drums, theatralische, getragene Vocals und vor allem ausladende Arrangements von sage und schreibe fünf Stücken, welche die Sieben-Minuten-Marke passieren, ausmachen. Und auch das ein oder andere Gitarrensolo ist erlaubt.

Und eine weitere Zutat macht den Sound der Band neben den langen, epischen Kompositionen besonders und wohl nahezu einzigartig: die atmosphärischen, mal melancholischen, mal dramatischen Klänge von Violinist Alex Papadiamantis.

Die Highlights hält hier vor allem die zweite Albumhälfte bereit, als da wären das intensive `What is Best in Life?´, das mitreißende `Chaosbane´ sowie der hymnische, facettenreiche Bonustrack `Storm Inside´.

Manchmal erwische ich mich sogar beim Mitwippen und -singen und recke mein imaginäres Schwert siegestrunken in die Höhe, manchmal schwanke ich aber auch ein wenig zwischen Belustigung und Langeweile. Sicherlich haben wir es aus den genannten Gründen hier mit einem überdurchschnittlichen Epic Metal Album zu tun, auch wenn es mich nicht vollends begeistert. Fans dürfen also bei der Bewertung getrost noch ein Pünktchen draufrechnen. Das liegt aber wie gesagt weniger an BATTLEROAR als an den genannten Eigenheiten des Genres. So bald wird der Autor dieser Zeilen jedenfalls keine Epic Metal Platte mehr besprechen.

Michael Gaspar vergibt 8 von 10 Punkten