SANDSTORM – DUNGEON OF DEATH

Sandstorm - Dungeon Of Death

SANDSTORM

Titel: DUNGEON OF DEATH

Label: Dying Victims Productions

Spieldauer: 22:57 Minuten

VÖ: 22. Mai 2026

Das 2017 gegründete schwedisch-kanadische Oldschool-Metal Trio SANDSTORM hat offenbar nicht so richtig Bock auf einen richtigen Longplayer und bleibt auf seinem dritten Output „Dungeon Of Death“ weiterhin lieber dem EP-Format treu.

Sandstorm

SANDSTORM bieten prinzipiell leicht kauzigen, meist hochmelodisch und eingängig gehaltenen Midtempo-Metal mit dezenten Epic- und NWoBHM-Anleihen, der desöfteren an Bands wie Heavy Load, alte Manilla Road oder auch Thor denken lässt – wobei ihr „Vintage-Gitarren-Sound“ gut mit den kanadischen Kollegen von Ice War vergleichbar ist.

Auf ihrer Debüt-EP „Time To Strike“ (dass mit knapp 35 Minuten immerhin fast auf Albumlänge kam) konnte mich die Band noch ziemlich gut mitnehmen. Das gerade mal 20-minütige „Desert Warrior“ (2021) fand ich danach aber sowohl song- als auch soundtechnisch leider eher altbacken – wie die zumeist mittelmäßigen Outputs von Ice War oder „Mega Colossus für Arme“.

Dungeon Of Death

Auf „Dungeon Of Death“ machen SANDSTORM mit einer Kurskorrektur Richtung NWoBHM und Hardrock jetzt ziemlich viel an Boden gut. So kommen alle sechs Songs der EP erstmals teilweise sehr deutlich unter fünf Minuten ins Ziel und gehen insgesamt weniger episch, dafür erheblich eingängiger, flotter, und hardrockiger ins Ohr.

Gleich der Opener/Titelsong ‚Dungeon Of Death‘ als auch die beiden folgenden ‚Slave To Sin‘ und ‚Death After Life‘ sind lupenreine, geil groovende und fast schon hitverdächtige Hardrocker im NWoBHM-Gewand. Solche Semi-Hits hätte ich so nicht von der Band erwartet – hier bekomme ich sofort Bock, live zu diesen Songs abzurocken!

Die zweite Hälfte ist dann etwas metallastiger, aber weiterhin mit derber NWoBHM-Schlagseite. Tatsächlich lassen mich die Songs ‚Close Combat‘, ‚Storm The Gate‘ und ‚The Bird‘ desöfteren an die genialen letzten Alben von Mega Colossus denken. War schon teilweise beim Vorgänger „Desert Warrior“ so – jetzt stimmen aber auch Songwriting und Drive.

Fazit

Bin absolut positiv überrascht: „Dungeon Of Death“ überzeugt mit sechs tollen Songs, die sich vielleicht nicht sofort ins Gedächtnis fräsen, aber wirklich mit jedem Hördurchgang wachsen. Findes es allensfalls schade, dass SANDSTORM wieder nur mit einer EP um die Ecke kommen, die selbst so ein vorbildliches Label wie Dying Victims aufgrund der Produktionskosten kaum günstiger als ein vollständiges Album anbieten kann.

Wer auf oben genannte Bands oder auch neuere Helden wie die Labelmates von Firmament, Freeways und Chalice oder auch Bands wie Konquest. Coltre und eben Mega Colossus steht, sollte SANDSTORM spätestens jetzt mal anchecken.

Joe Nollek vergibt 8 von 10 Punkten