AVON – BLACK ON SUNSHINE

Avon - Black On Sunshine

AVON

Titel: BLACK ON SUNSHINE

Label: GO DOWN RECORDS

Spieldauer: 32:26 Minuten

VÖ: 17. April 2026

„California Desert Rock“ nennen AVON ihren zwischen Stoner, Classic und Garage Rock schwankenden Sound und präsentieren uns mit „Black On Sunshine“ ihr mittlerweile drittes Album, das an Fans von Kyuss bis Monster Magnet gerichtet und mit zehn Songs und einer Spielzeit von knapp 33 Minuten doch recht kompakt gehalten ist.

Avon

Bandleader, Frontman und Gitarrist der Band ist der gebürtige Brite James Childs, der bereits Anfang der 90er mit der hierzulande wohl eher unbekannten britischen Rockband Airbus bereits einige Platten veröffentlicht hatte und danach u.a. auch mit Kyuss-Urbassist Chris Cockrell („Vic Du Monte“) in Sachen Country/Blues Rock oder mit den leicht metallischen bis punkrockigen Jinxremover unterwegs war.

Und tatsächlich vereinen AVON irgendwie alle Stile und Einflüsse seiner bisherigen Stationen. Das starke „Mad Marco“ (2017) und etwas durchwachsene „Dave’s Dungeon“ (2019) boten eine recht unterhaltsame, teilweise sogar echt starke Mischung aus 70er Rock, Psychedelic- und Stoner-Grooves, Garagenrock und etwas Proto-Punk.

Neu dabei ist jetzt Drummer Alfredo Hernández, der damals u. a. auch das letzte Kyuss-Album als auch das Debütalbum von Queens Of The Stone Age eingetrommelt hatte. Keine Ahnung, ob es an ihm liegt, aber auf „Black On Sunshine“ haben AVON jedenfalls wieder eine – ganz leicht – erhöhte Stoner-Schlagseite.

Black On Sunshine

Der Opener und Titelsong ‚Black On Sunshine‘ geht mit coolem Hippie-Stoner-Groove auch gleich gut ins Ohr, bedingt auch das punkig-stonernde ‚Awkwardness‘. Danach plätschern die meisten restlichen Tracks zwar weiterhin kurz und knackig, aber leider auch zunehmend beliebiger vor sich hin – irgendwo zwischen „Stoner light“ und semi-ambitionierten Garagenrock, ohne sich wirklich für eine Seite entscheiden zu können. Live werden solche kompakten Songs bestimmt durchaus Spaß machen – auf Konserve kommen sie allerdings doch oft etwas pomadig und leider auch austauschbar daher.

Die beiden mit Abstand besten Songs des Albums „verstecken“ AVON tatsächlich auf der zweiten Albumhälfte: ‚Super Furry Antidote‘ (wäre ein absoluter QoTSA-Hit) und ‚Strangest Love‘ (rockt wie Monster Magnet) sind zwei richtig mitreissende Kracher. Das stimmen die Grooves, die Gesangslinien und das ganze Songwriting einfach. Für ein ganzes Album mit solchen Songs würde ich locker eine 9-Punkte-Bewertung geben.

Fazit

Prinzipiell decken AVON eine stilistische Genrebreite ab, die persönlich absolut ja spannend finde. So richtig funktioniert das auf „Black On Sunshine“ aber nur bei einer Handvoll der zehn Tracks: Wenn es mehr Richtung 70er und Proto-Punk geht, fehlt meist der gewisse Arschtritt-Faktor, bei den Stoner-Tendenzen oft die konsequente Psychedelic-Knarzigkeit – und dazwischen dann einfach Songs, die länger im Ohr hängenbleiben. Leider gibt es gerade in beiden musikalischen Dunstkreisen als auch dazwischen heutzutage zahlreiche Bands, die hier insgesamt überzeugendere Alben abliefern.

Dass AVON richtige Knaller schreiben können, haben Sie vereinzelt schon auf den Vorgänger-Alben als auch diesmal mit ‚Super Furry Antidote‘ und ‚Strangest Love‘ eindrucksvoll bewiesen, die ich hier noch einmal ausdrücklich jedem Fan oben genannter Bands und Stilrichtungen ans Herz legen will. Großes Steigerungspotenzial für die Zukunft ist also absolut vorhanden – ich drücke die Daumen.

Joe Nollek vergibt 6,5 von 10 Punkten