AT THE GATES – THE GHOST OF A FUTURE DEAD

AT THE GATES

Titel: THE GHOST OF A FUTURE DEAD

Label: CENTURY MEDIA RECORDS

Spieldauer: 42:22 Minuten

VÖ: 24. April 2026

2025 war kein gutes Jahr für Metalfans bezogen auf große Frontmänner. Nicht nur der Madman Ozzy Osbourne verließ das irdische Leben auch – und dies ist in Anbetracht des Alters von gerade mal 52 Jahre – tragischerweise Tomas Tompa Lindberg. Zusammen mit den Björler Brüdern formtet er AT THE GATES seit 1990 als die wesentlichen Vertreter des schwedischen Death Metals der Göteborger Schule. Jener Schule, die im Vergleich zum Stockholmer Death Metal melodieorientierter und verspielter den Death Metal intoniert. Aber auch in vielen anderen Bands und Genres war Tompa aktiv. Grotesque war seine erste Band zusammen mit Necrolord in der er blasphemischen Ur-Death Metal zockte. Dazu war er in Liers in Wait, The Lurking Fear und The Crown aktiv. Auch im Crustcore (Skitsystem, Disfear) und Grindcore (Lock Up) war der Tausendsassa zuhause.

Nun folgt mit „The Ghost of a Future Dead“ die posthume Veröffentlichung. Das Lineup besteht aus den gleichen Protagonisten, die auch 1995 das vierte Album, Slaughter of the Soul, aufgenommen hat. Ob die neue Platte das Ende für die Göteborger Legende bedeutet ist mir unbekannt. Gleich der Eröffnungstrack zeigt wer hier musiziert. Eine düstere und bedrohliche Atmosphäre baut ‚The Fever Mask‘ auf. Lindbergs heiseres Gekeife und eine doppelläufige Gitarren lassen an selige Anfangstage erinnern. Tatsächlich weckt der Track ganz hohe Erwartungen an den Test der Scheibe. ‚Det Oerhada‘ ist ein mächtiger Midtempotrack, der es allerdings nicht schafft ein kompositorisch stimmiges Ende zu setzen. Da ist ‚A Ritual of Waste‘ deutlich besser strukturiert, mit flirrenden Gitarrenriffs und schönen Rhythmuswechseln versehen.

Das nächste Highlight verbirgt sich im Song ‚Of Interstellar Death‘, das mit unglaublich stimmungsvollen Soli und Gitarrenharmonien ausgestattet ist. Auch ‚The Unfathomable‘ überzeugt mit dynamischem Songaufbau und genialen Riffings. Der hätte auch auf dem Bandklassiker Slaughter of the Soul einen Platz gefunden. Das Instrumental ‚Forgangligheten‘ und ‚Black Hole Emission‘ beschließen das Album.

Man kann an dieser Stelle nur feststellen wie tragisch es ist, dass Tomas Lindberg verstorben ist. Mit dem leider auch schon verstorbenen Lars-Göran Petrov gehörte er sicherlich zu den Aushängeschildern der weltweiten Death Metal Szene. Sein Verlust schmerzt und umso dankbarer darf man für den Release von „The Ghost of a Future Dead“ sein, das möglicherweise keinen Klassikerstatus erreicht aber dennoch einige bärenstarke Songs aufweisen kann.

Danke Tomas Tompa Lindberg für dein Lebenswerk! Rest in Peace!

Ingo Holzhäuser vergibt 8 von 10 Punkten