DIABOLUS, MECUM SEMPERTERNE!
Titel: DIABOLUS, MECUM SEMPERTERNE!
Label: TERRATUR POSSESSIONS
Spieldauer: 44:12 Minuten
VÖ: 20. Februar 2026
Trondheim scheint ein unendlicher Quell neuer Black Metal Projekte zu sein. Protagonisten aus der Szene wie Kråbol (u.a. Misotheist, Schlagzeug), Azazil aka Kvitrim (u.a. Vemod, Choralgesang), K.R. (u.a. Whoredom Rife, Gesang) und T.Skei aka Cernunnus (u.a. Manes/Manii, Gitarren und Keyboards) feiern mit DIABOLUS, MECUM SEMPERTERNE! ihr Stelldichein. Die beiden Letztgenannten haben die Truppe ins Leben gerufen, die über Trondelags Haus- und Hoflabel Terratur Possessions ihr gleichnamiges Debütalbum veröffentlicht. Der Bandtitel bedeutet Teufel, immer mit mir!.
Das Album bietet fast eine Dreiviertelstunde Musik aufgeteilt in Prä-, drei Inter- und ein Postludium sowie vier schwarze Beschwörungen. Wie ein Oratorium allerdings als schwarze Messe verpackt, böse und im Klangbild als sei es in einer Kathedrale mit viel Raumklang aufgenommen worden. Wenn die Hohepriester den Fürsten der Dunkelheit heraufbeschwören bleiben solche Songs das beste Mittel – anders kann man das hier dargebotene kaum beschreiben.
Die Atmosphäre ist bedrückend, böse, infernal. Die Musik ist weithin als atmosphärisch zu verstehen wenngleich Riffing und Rhythmusfraktion in den oberen Temporegionen stattfinden. Die Songs sind erhaben, schwarzelbisch und düster. Choräle und Orgelornamente fassen den sphärischen Sound gut ein, Kråbols Schlagzeugbatterie feuert lagebzogen Trommelfeuer – zwischen Blastbeat und aggressiver Rhythmik. Das Riff nach gut vier Minuten in ‚Gratias Agamus Domino Infero Deo Nostro‘ ist nicht von dieser Welt. Grandios und apokalyptisch zugleich.
Ich bin zugegebenermaßen nicht der große Atmosphäriker beim Black Metal, aber was DIABOLUS MECUM SEMPERTERNE hier abzocken ist schwarze Teufelskunst auf höchstem Niveau. Die Band verwendet zwar nicht selten das Keyboard aber nicht in der oftmals anzutreffenden Klimpermanier, die das gesamte Soundkorsett zukleistert. Wenn es was zu bemängeln geben soll, wäre dies das Postludium, das man aufgrund der eh schon vorhandenen Stimmung durchaus hätte kürzen können. Definitiv eine Platte für die Top of the Bill Betrachtung am Ende des Jahres.
Ingo Holzhäuser vergibt 9 von 10 Punkten


