NUCTEMERON
Titel: DEMONIC SCEPTRE
Label: I Hate
Spieldauer: 41:15 Minuten
VÖ: 13. März 2026
Die Trierer Black/Speed Truppe NUCTEMERON hat bei der Namensfindung schon einmal vorab ein gutes Händchen bewiesen. Sollte man doch letztendlich zu der Überzeugung gelangen, da habe der ein oder andere unter ihnen ganz gerne Sodoms legendäres Debütalbum „Obsessed By Cruelty“ von 1986 gehört, dessen gleichnamiger Titel sicherlich Pate gestanden habe dürfte.
Ganz in der Tradition alter Nifelheim Klamotten gibt’s nach einem knapp dreiminütigen Intro auch direkt mit dem Opener ´The Bat´ fies und dreckig aufs Maul. Der krächzende, ungeschönt rotzige Gesang von Lunatic Aggressor steht gut zu den sympathisch polternd intonierten Drums eines Christhunters (Stumpf ist Trumpf!), um sich mit den fiesen Riffs von Exterminator zu paaren, während Volcanic Slut – und schon wieder die Sodom Mottenkiste, harhar – ihre verzerrten Basslines dazwischen legt. Das Rad erfinden NUCTEMERON ganz sicher nicht neu, dennoch liefern sie über zehn Jahre nach Bandgründung und etlichen Demos, EPs und Splits (u.a. Nunslaughter) mit „Demonic Sceptre“ ein amtliches Debütalbum ab. Songtitel wie `Fuck Off (In The Name Of Evil)`, `Metallic Thunder` oder `Burn My Skin To Leather` tun ihr Übriges, um das vor Klischees überbrodelnde Fass zu sprengen. Fans alter Venom, die mit einer bockstarken Version von `Angel Dust` ganz besondere Ehre erteilt bekommen, den ersten drei Bathory, Hellhammer oder auch aktuellerer Acts wie Witching Hour oder Diabolic Night kommen mit dem sympathischen Gerumpel der Moselfranken voll und ganz auf ihre Kosten.
Musikalische Schöngeister sollten sich natürlich woanders umschauen. Wer auf fiesen, vom Gehörten höchst selbst genehmigten Highspeed Metal steil geht: reinhören!
Marius Gindra vergibt 8 von 10 Punkten


