SIEGE PERILOUS – BECOMING THE DRAGON

SIEGE PERILOUS

Titel: BECOMING THE DRAGON

Label: CRUNCHTRONIC RECORDS

Spieldauer: 44:54 Minuten

VÖ: 27. März 2026

SIEGE PERILOUS aus Colorado verbinden Heavy/Power Metal mit ihrer dreifachen Gitarrenpower und orchestralen Elementen. Shaughnessy McDaniel übernimmt den Gesang, dabei stehen ihm die drei Axtmänner Scott Hancock, Cody Martinez und Ryan Flanagan zur Seite, während Eric Fischer Bass und Violine spielt. Drummer Mark Girard komplettiert das musikalische Sixpack. Produziert, gemischt und gemastert wurde das Album von Alex Carrillo, welcher die zehn neuen Tracks gekonnt in Szene setzt.

Der Gesang wirkt markant und kraftvoll, aber auch recht statisch und ein wenig eindimensional, um nicht zu sagen von begrenzter Range und Variabilität. Und wer nun Banger mit symphonischen Akzenten erwartet, wird ein wenig enttäuscht sein, wenn er die zwar durchdachten, aber doch eher wenig vielschichtigen und mitreißenden Kompositionen und vorhersehbaren Arrangements zu hören bekommt.

Kein Wunder also, dass vor allem zwei Kollaborationen mit hochkarätigen Gästen für die Glanzlichter einer ansonsten eher konventionellen und wenig überraschenden Scheibe sorgen. `As the Dragon Falls´ wird durch den unverkennbaren Gesang von Fabio Lione, die McDaniels Stimme kontrastiert, auf ein ganz anderes Niveau gebracht. Auch die eingängige Melodieführung und packende Gitarrenarbeit gehören hier zu den Highlights des Drehers.

Mit der melancholischen Düster-Ballade `Echoes of Home´ beweist die Band dann doch einmal ihr Händchen für atmosphärische Arrangements mit Tiefe. Kristin Starkey steuert den weiblichen Gesang bei, der dem Track eine stimmungsvolle Facette verleiht.

Daneben gibt es überwiegend durchschnittliche, gefällige Kost zwischen episch, klassisch und powermetallisch. Die packend-eingängige Hymne `Chieftan´ bietet da eine weitere hörens- und lobenswerte Ausnahme. Und schließlich leider bleibt auch das mächtige, knapp achtminütige Finale `Eschaton´ hinter den Erwartungen und in guten Ansätzen stecken.

Unter dem Strich nicht mehr als eine solide, handwerklich einwandfreie Scheibe, der es trotz aller Wucht, Epik und Dynamik doch an Schärfe, Memorabilität und Nachhall fehlt.

Michael Gaspar vergibt 6 von 10 Punkten