EXTINCTION
Titel: THE HORNED GOD
Label: PUNISHMENT 18
Spieldauer: 39:31 Minuten
VÖ: 27. März 2026
Mit einer richtig gut produzierten Old School Death-Schlagseite aus klassischem US Death, etwas altem Unleashed- und Benediction-Rotz sowie ein wenig Paradise Lost-Morbidität kommen die Italiener EXTINCTION auf ihrer vierten Scheibe „The Horned God“ um die Ecke.
EXTINCTION wurden bereits Mitte der 90er vom einzig verbliebenen Urmitglied und Gitarristen Danilo Bonuso gegründet, traten plattentechnisch aber erst nach ihrer Reaktivierung 2014 in Erscheinung. Während man das Debüt „The Monarch Slaves“ (2017) durchaus noch dem absoluten Mittelmaß zurechnen kann, hat mich bereits das mächtige Zweitwerk „The Apocalypse Mark“ (2019) aufgrund oben genannter Einflüsse sofort mitgenommen. Der 2023er Output „Cryogenesis“ war dann etwas speediger und komplexer und erinnerte mich dadurch desöfteren an den Death-Klassiker „Spiritual Healing“.
THE HORNED GOD
Auf „The Horned God“ haben EXTIINCTION besagte Death-Einflüsse teilweise ein wenig zurückgefahren und kommen jetzt wieder etwas midtempolastiger, damit aber auch mächtiger, insgesamt etwas origineller und mit einem druckvolleren Sound daher.
Nach einem stimmungsvollen Intro überrascht gleich der Opener und Titeltrack “The Horned God‘, der aufgrund toller Violineneinsätze wie ein geiler Bastard aus alten Gorefest oder Benediction und My Dying Bride klingt.
Alle sieben folgenden Songs bieten danach einfach abwechslungsreichen hochklassigen Oldschool-Death, der stets zwischen groovigem bis treibendem Midtempo, geschickt und dosiert eingestreuten schleppenden Passagen und zahlreichen kontrollierten Uptempo-Eskalationen (glücklicherweise ohne Blastbeats) mäandert.
Meine persönlichen Highlights sind dabei das eingängige und groovende ‚Jukai‘, das songtechnisch sicher nicht perfekte, aber mit genialen Thrash-Passagen gespickte ‚Llorona‘ sowie die beiden garstigen ‚Human Dolls‘ und ‚The Ruling Plague‘, die tatsächlich wieder Erinnerungen an Death-Klassiker von Spiritual Healing bis hin zu Symbolic hervorrufen, ohne plump zu kopieren. Selbst die im Direktvergleich nicht ganz so hochklassigen ‚Mania‘ und der Closer ‚Pan‘ glänzen noch mit vielen starken Passagen und bilden einen würdigen Album-Abschluss.
FAZIT
Wer auf kantigen klassischen Death Metal wie Gorefest, Benediction oder eben auch alte Death steht, sollte „The Horned God“ unbedingt mal anchecken. Das sonore Gegrowle bzw. vereinzelte Gekeife von Frontmann „Howling SStar“ Filippo hat vielleicht nicht den höchsten Wiedererkennungswert, passt dazu auch perfekt – und seine Bühnenqualitäten hat er unlängst beim diesjährigen FullMetal Osthessen eindrucksvoll bewiesen.
Aktuell fällt mir keine andere Band aus Italien ein, die Oldschool-Death so geil interpretiert wie EXTINCTION und damit auch im internationalen Vergleich absolut mithalten kann.
Joe Nollek vergibt 8 von 10 Punkten


