MESSTICATOR – TOTAL MASTERY

MESSTICATOR

Titel: TOTAL MASTERY

Label: Testimony Records

Spieldauer: 56:17 Minuten

VÖ: 13. März 2026

MESSTICATOR aus Hamburg haben ihren zweiten Longplayer “Total Mastery” am Start mit dem sie ihre Vision des Death- und Thrash-Metal weiter forcieren, mit dem sie bereits auf ihrem Debüt “Forthcoming Revelation” (2022) überzeugten und für offene Münder sorgten. Bereits damals wurde klar, dass die Nordlichter nicht einfach nur zwei Genres kreuzen, sondern einen eigenständigen Klang mit hohem Wiedererkennungswert formen, der gleichermaßen auf Eingängigkeit wie auf maximale Durchschlagskraft setzt und Old-School-Attitüde mit moderner Brutalität bündelt. Das Line-up besteht aus Thomas Thede (Vocals), Marvin Brühl (Guitar), Thorben “Tobbo” Lohmann (Bass) und Maik Weinhardt (Drums). Aufgenommen, gemischt und gemastert wurde die Scheibe von Timo Höcke in der Hamburger Wellenschmiede, während das Artwork aus der Feder von Andreas Christanetoff (Armaada Art) stammt – ein Gesamtpaket, das schon auf dem Papier vielversprechend klingt – hören wir uns an ob MESSTICATOR ihr Level noch einmal deutlich angehoben haben.

Das martialische Intro ‘The Pit Awaits…’ begrüßt in “herzlicher” Todesblei-Manier und mit ‘…The Pitslayer’ hauen MESSTICATOR ihren ersten knackigen Kick raus – volle Breitseite auf eure Stirn –, aber erst nach einem melodischen Instrumental-Part, der Punch in die Fresse muss sich ja lohnen. Blastbeats, fette Gitarren und brutale Screams/Growls erwarten euch in ‘High Ground’, der Mix aus Death und Thrash Metal ist wuchtig und die Grenzen fließend – sehr geil, was die Hansestädter da kredenzen, so darf es weitergehen. Mit fetten Bass-Lines startet das Groovemonster ‘One-Shot-Kill’, um euch zu fressen – oder zum Headbangen zu bewegen, denn die Geschwindigkeit nimmt im Verlauf ordentlich zu. ‘Ruins of Reason’ variiert in den Gesangsarten, MESSTICATOR setzen auf die bekannten Growls, es geht aber auch giftig und räudig keifend zur Sache, während die Jungs an den Instrumenten alles zerstören, was im Weg steht. Wenn man glaubt, es könnte nicht groovender gehen, kommt ‘Bloodsport’ um die Ecke und haut euch “my favorite Kind of Art” um die Ohren, ‘Mass Human Extinction’ hört sich genau nach dem an, was der Name des Liedes verspricht: Endzeitstimmung, aggressive Vocals, Schlagzeug-Bombardement und Gitarrengewitter. ‘Skeletal Thorns’, ‘Deathtouch’ und ‘The Tyrant’s Scepter’ bieten gewohnte Todeskost und Thrash-Geballer nach Art des Hauses und ‘Cougar Claws (Return of the Leathermilf)’ ist mein persönlicher Höhepunkt der Platte und absoluter Anspieltipp, denn hier vereinen MESSTICATOR alles, was ihre neue Schlachtplatte ausmacht: treibende Grooves, bockstarke Hooks, Eingängigkeit, grandiose Riffs und tiefe Growls.

Mit “Total Mastery” zünden MESSTICATOR die nächste Eskalationsstufe und hauen ein Death-/Thrash-Brett raus, das vom ersten bis zum letzten Ton Druck macht. Die Hamburger finden die richtige Genre-Mische für ihre Abrissbirne, die mi Groove und Wiedererkennungswert überzeugt. “Total Mastery” ist noch giftiger als das Debüt, hat die gleichen Old-School-Wurzeln, fette Riffs, treibende Drums, brutale Vocals und Hooks, die ins Schwarze treffen. Wer auf kompromisslosen, aber trotzdem eingängigen Extrem-Metal steht, bekommt hier ein verdammt starkes Album serviert, das live garantiert für kreisende Nacken sorgen wird.

Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten