UNIVERSUM25
Titel: DIE MASCHINEN WOLLEN LEBEN
Label: VERTIGO BERLIN/UNIVERSAL MUSIC
Spieldauer: 43:29 Minuten
VÖ: 20. Februar 2026
Es erscheint der Nachfolger des selbstbetitelten Debütalbums von UNIVERSUM25 aus dem Jahr 2023. “Die Maschinen wollen leben“ schließt musikalisch nahtlos an den erfolgreichen Vorgänger an und präsentiert zehn neue packende Stücke mit harten Riffs, treibenden Drumbeats und atmosphärischen, elektronischen Elementen sowie den typischen scharfsinnigen Texten der deutschen Supergroup.
Die einzigartige Band besteht aus Sänger Michael Robert Rhein (In Extremo), Pat Prziwara (Fiddlers Green/Gitarre), Gunnar Schroeder (Dritte Wahl/Gitarre), Rupert Keplinger (Eisbrecher, Antitype/Bass) sowie Drummer Alex Schwers (Slime). Komplettiert wird das Sextett durch den szenebekannten Produzenten und Songschreiber Jörg Umbreit (Principal Studios).
Thematisch liegt der postapokalyptische und dystopische Fokus diesmal auf dem angespannten Verhältnis von Mensch und Maschine, Künstlicher Intelligenz in einer zunehmend übertechnisierten Welt, während auch sozialkritische Momentaufnahmen sowie gesellschaftliche Missstände und Auswüchse in den bissigen und pointierten Texten nicht unerwähnt bleiben dürfen.
Maschinelles Wummern, Piepen, Dröhnen und Roboterstimmen erzeugen Atmosphäre und helfen, die Maschinen zu vermenschlichen und zu visualisieren. Schon im Opener `Wenn Roboter träumen´ erhalten sie eine Art Bewusstsein mit einem niederschmetternden Resultat (Textauszug: „Wenn Roboter träumen, dann von einer Welt ohne uns“.).
Nach der Eingängigkeit der ersten Nummer, kommt die sozialkritische Single `Gardinen zu´ mit einem wuchtig-bösen Bulldozer-Riff und zynischen Versen daher, bevor der treibende Titeltrack eine ideale zukünftige Welt beschreibt, in der die Apparate und Automaten ohne ihre Schöpfer weiterleben.
Der starke Punkhintergrund kommt nur noch in der bissigen Obrigkeitskritik `Zu deiner eigenen Sicherheit´ zum Tragen, aus dem ein überraschender Elektro-Punk-Kracher mit Party-Appeal wird. Sowohl musikalisch als auch nicht zuletzt wegen des lateinischen A-Capella-Refrain-Mantras “Cogito, Ergo Sum“ trägt `Ich Denke Also Bin Ich´ als einziger Track leicht folkige Tendenzen in sich.
Ein Highlight sowohl für die ausdruckstarke Reibeisenstimme von Michael Robert Rhein als auch durch die hohe, eindringliche Synthie-Melodie ist die Powerballade `Einsamkeit´, die bei jedem Durchlauf tiefer unter die Haut geht.
Dem gegenüber steht der vermutlich härteste Track des Schaffens der Band: `Ich geb Dir Mehr´, der sich mit dem Milgram-Experiment beschäftigt, einer psychologischen Versuchsanordnung aus den 60er Jahren, bei welcher der „Lehrer“ nach Anweisung einem „Schüler“ imaginäre Elektroschocks versetzt, wenn dieser einen Fehler begeht.
UNIVERSUM25 legen hier ein überzeugendes, homogenes zweites Album vor, das hörbar Einflüsse von allen Bands der beteiligten Musiker zu ihrem ganz eigenen Soundmix und großartigen Songs vereint, soziale Missstände in den fantastischen Texten ohne erhobenen Zeigefinger schonungslos anprangert und das spannende Thema Technik/KI interessant und unterhaltsam aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet.
Und obacht: die Erstauflage der CD/LP enthält eine exklusive Bonus CD/LP mit dem kompletten Livekonzert der Band auf dem Mera Luna Festival 2025.
Michael Gaspar vergibt 9 von 10 Punkten


