ENSANGUINATE
Titel: DEATH SATURNALIA
Label: Soulseller Records
Spieldauer: 42:04 Minuten
VÖ: 06. Februar 2026
Bei Soulseller Records erscheint das zweite Album der osteuropäischen Blackened-Death-Metal-Ritualisten ENSANGUINATE. Nach ihrem Debüt “Eldritch Anatomy”, dass am 07. Oktober 2022 erschien ist kommt mit Death Saturnalia” ENSANGUINATEs nächster düsterer Output, der sich dem okkulten Black/Death-Metal-Grimoire der alten Schule bedient und mit dem die Slowenen ihre dunkle Künste und finstere Klänge zelebrieren. Die Band aus der Hauptstadt Ljubljana besteht aus A.C. an Gitarre und Gesang, G.C. am Schlagzeug, J.C. an Gitarre und Orgel sowie K.O. am Bass.
Die Band kommentiert:
“Death Saturnalia” ist ein Denkmal für die weibliche Form im Okkultismus, ein so facettenreiches Thema, dass es eine erweiterte musikalische Palette erforderte. Unser Death Metal brennt nun mit noch mehr Eifer für die alten Traditionen und ist verstärkt durch eine Dosis Mystik der 70er und Black-Metal-Wut. Schließt euch uns in unserer fanatischen Ode an die brennende Liebe von Kali – Ereshkigal – Lilith an.
Die acht Songs teilen sich eine Spielzeit von 42 Minuten, das Cover stammt von Dávid Glomba – und nun legen wir “Death Saturnalia (With Temples Below)” unters Fallbeil.
‘Lámia’ ist das kurze und schauderhafte Intro der Scheibe die dann mit ‘Angel of a Thousand Poisons’ durchstartet. Die räudigen Vocals werden von wüsten Gitarren und schrammelten Drums supportet, zwischendrin servieren die Slowenen eine treibende instrumentale Passage, um dann in das “alte” Fahrwasser zurückzukehren. Munter weiter geht das Death Metal Gekloppe in ‘On Wings of Bone’, in dem euch die Jungs ihre Aggressivität schonungslos an die Stirn tackern. Um bei der bildhaften Sprache zu bleiben: Massiv getackert wird auch in ‘Rooted in Accursed Ground’ und ‘Savage Hunger Far Beyond’, wer zu diesen blutigen “Hackfleischschreddern”-Songs headbangen möchte dem wünsche ich Glück und einen guten Orthopäden. In ‘Gloaming’ geht es ähnlich zur Sache, aber hier haben ENSANGUINATE ihrem todesgeschwärzten Sound einen Hauch von Melodie verpasst und das räudige “Gloaaaaaaamiiiing” rasselt in den Ohren. Auch ‘The Whip and the Pendulum’ (neun Minuten Spielzeit) ist anders als die Eröffnungstracks, es sind Spuren von Klavierklängen, eine größere Portion akusstischen Gitarren und Orgelspielerei in der Rezeptur, die aber zunehmend von aggrosound gefressen werden. Der finale Schlag wird von ‘Daughter to Cain’ ausgeführt, bei dem ein ähnliches Tempo vorherrscht, die Vocals sind ein bisschen creepier als zuvor und der fast liturgische Gesang, den die Band in einer Passage kredenzt, verleihen ‘Daughter to Cain’ Tiefgang.
Mit “Death Saturnalia” haben ENSANGUINATE ein Zweitwerk am Start, das vor allem durch seine rohe Intensität und seine kompromisslose Grundhaltung überzeugt. Die Gitarren fräsen sich mit Nachdruck durch die Songs, das Schlagzeug hämmert unerbittlich und die Vocals verleihen dem Material die nötige räudige Boshaftigkeit. Gerade für Fans der ungeschliffenen, aggressiven Schule ist dieses Album ein gefundenes Fressen. Besonders stark sind die Momente, in denen die Band das Dauerfeuer aufbricht: Orgel, Clean-Vocals und die düsteren, fast zeremoniellen Passagen – etwa in ‘The Whip and the Pendulum’ oder ‘Daughter to Cain’ – sorgen für Tiefe und zeigen das Potenzial der Slowenen. Über die komplette Spielzeit hinweg hätte dem Album jedoch etwas mehr Melodie und eine ausgewogenere Dynamik gutgetan. Die permanente Attacke nutzt sich stellenweise leicht ab – hier hätte variables Songwriting manchen Tracks noch mehr (Nach)Druck verliehen. Dennoch ist “Death Saturnalia” ein gutes, ernsthaftes und druckvolles Album, das seine okkulte Vision konsequent umsetzt und vor allem dort glänzt, wo Brutalität und Atmosphäre Hand in Hand gehen. Für Genrefans absolut empfehlenswert.
Tobi Stahl vergibt 7,5 von 10 Punkten


