WRECK-DEFY
Titel: DISSECTING THE LEECH
Label: Massacre Records
Spieldauer: 49:58 Minuten
VÖ: 20. Februar 2026
Hinter der kanadischen Stahlschmiede WRECK-DEFY steckt Gitarrist Matt Hanchuck – ein absoluter Profi und Tausendsassa, der die Band 2016 gemeinsam mit Justin Steer (Gesang und Bass, ex-Alphakill) gründete. Seitdem haben sich die Thrasher aus Thunder Bay, Ontario, mit Nachdruck in der Szene festgebissen. Bis 2022 standen bereits vier Longplayer und eine EP zu Buche. Spätestens mit “The World Enslaved” (12/2021) war klar, dass die Kanada-Thrasher keine halben Sachen machen. Damals übernahm Greg “Wags” Wagner (Ex-Archetype, Ex-Shatter Messiah) das Mikro – eine brutal geniale Stimme, die perfekt zum kompromisslosen Thrash-Sound der Kanadier passt. Mit an Bord außerdem Greg Christian (u.a. Testament, Trauma, Hand of Fire) am Bass, Schlagzeuger David Allen sowie Mastermind Matt Hanchuck an der Gitarre. Die Diskographie liest sich wie eine Chronik stetiger Eskalation: Vom Debüt “Fragments Of Anger” (2017, Alone Records) über “Remnants Of Pain” (2019, Inverse Records) und “Powers That Be” (2020, zunächst als CD in Eigenregie, später auf Vinyl via Doc Gator Records) bis hin zu “The World Enslaved”, das innerhalb von nur drei Monaten geschrieben, arrangiert und aufgenommen wurde. Mit “Hybridized” (Eigenpressung, 14. April 2025) unterstrich WRECK-DEFY erneut den eigenen Anspruch auf Unabhängigkeit und ungebremsten Output.
Mit Massacre Records wurde man schließlich einig und so steht die Platte “Dissecting The Leech” in den Startlöchern (20. Februar 2026), für die auch schon die Singles ‘Under The Sun’, begleitet von einem Lyric-Video, und ‘Apocalypse Of Hope’ veröffentlicht wurden. ‘Under The Sun’ handelt von den Schrecken des Krieges und die psychologischen Narben, die diejenigen tragen, die ihn überlebt haben. “Dissecting The Leech” wird als CD-Digipak, limitierte Splatter-Vinyl-LP und in digitalen Formaten veröffentlicht. Das Album wurde von Matt Hanchuck und Juan Urteaga in den Trident Studios produziert und von Urteaga selbst gemischt und gemastert. Textlich setzen sich WRECK-DEFY mit Krieg,Trauma, Korruption, emotionalem Verfall und den unterdrückenden Kräften auseinander, die die heutige Gesellschaft prägen. Hören wir uns an, was Wags Wagner, Hanchuck, Christian und Allan mit und auf “Dissecting The Leech” abreißen – Feuer frei für die kanadischen Vollgas-Thrasher!
INFOKASTEN
“Dissecting The Leech” kann mit einer beeindruckenden Riege an Gastmusikern aufwarten. Mit dabei sind unter anderem Chris Poland, Stu Block, Amanda Kiernan, Mike Gilbert, Nikolay Atanasov, Scott Kroeker sowie Freddy DeMarco – und einige weitere namhafte Unterstützer, die dem Album zusätzliche Schlagkraft verleihen.
Mit der bereits erwähnten Single ‘Under the Sun’ geht das Stahlgewitter aus dem Hause WRECK-DEFY los, sehr geil ist die Fahrgeschwindigkeit der Nummer und die wechselnd intensiven Vocals – beide geben der Nummer Wucht und den nötigen Rotz. Zudem sorgt in dieser Nummer Gastsängerin Amanda Kiernan (THE ORDER OF CHAOS/INTO ETERNITY) für eine intensivere emotionale Wirkung. Brutale Drumeinschläge nebst fetten Riffs haben die Kanadier auch in ‘Do It Again’, ‘Millennial Dystopia’ und ‘Revolt’ auf Lager – hier wird vom Feinsten gewemst und euer Trommelfell mit dem Vorschlaghammer malträtiert. Schwer wabert der Bass zum Start des Titeltracks ‘Dissecting the Leech’, lässig setzen Gitarren und Drums ein, räudig und breitbeinig bellen die Vocals aus den Boxen – aber in Rottweiler-Manier. Im weiteren Verlauf des Kick-Ass-Tracks haben WRECK-DEFY knackige Soli auf Lager, die euch zwar nicht so den Arsch versohlen wie in anderen Nummern auf der Platte, aber trotzdem reinhauen. Nach dem Brecher ‘Another Day’ hauen euch Wags und Co. den “We break your Neck” Knaller ‘I Don’t Care’ in den Nacken. Die Nummer kommt mit deftigem Introfeuerwerk und groovt sich dann durch die Synapsen des Thrashheads bis zur Solo-Orgie der Instrumentalisten die den Song auf über sechs Minuten boostet. Mit der schnellste Pommesgabelbrecher ist ‘The Haunting Past’ und mit der etwas gediegenen Groovenummer ‘The Path’ biegen wir auf die Zielgerade von “Dissecting The Leech” ein, wo uns die brachial-brutale Schlüsselnummer ‘Apocalypse of Hope’ aufs Fressbrett geklatscht wird – Thrash-Geballer in seiner Reinform und eine abschließende Botschaft für Widerstand und Durchhaltevermögen.
Das “Thunder” in Thunder Bay passt wie die Faust aufs Auge, denn wenn WRECK-DEFY loslegen, bleibt kein Stein auf dem anderen. Auf “Dissecting The Leech” erzeugt das Line-Up Druck wie ein Presslufthammer auf Volllast und liefert 48 Minuten intensiven, scharfkantigen Thrash Metal mit Old-School-DNA und moderner Durchschlagskraft. Zwar wirken manche Songs durch ausgedehnte Soli etwas in die Länge gezogen, doch die sind schlicht zu stark, um ernsthaft Kritik zu üben. Unterm Strich ist “Dissecting The Leech” ein wuchtiges, kompromissloses Brett, das ihr euch direkt mehrmals hintereinander ballern solltet.
Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten


