BLACK LUNG
Titel: FOREVER BEYOND
Label: MAGNETIC EYE RECORDS
Spieldauer: 35:33 Minuten
VÖ: 06. März 2026
Mit ihrem fünften Album „Forever Beyond“ führen die Psychedelic Rocker BLACK LUNG aus Baltimore ihren bereits auf dem starken Vorgänger „Dark Waves“ eingeschlagenen musikalischen Weg konsequent weiter.
Black Lung
Auf ihren ersten Alben „Black Lung“, „See The Enemy“ und „Ancients“ überzeugten BLACK LUNG mit stonerndem bis doomigem Heavy Rock mit spacigen 70er-, Blues- und Southern-Rock-Einflüssen. Spätestens auf „Dark Waves“ 2022 fuhr die Band die klassischen Stoner- und Doom-Anteile merklich zurück und integrierte dafür etwas mehr modernen Indie/Alternative Rock und teilweise auch eher Sludge-artige Strukturen in ihren Sound. Auf „Forever Beyond“ präsentieren sich BLACK LUNG jetzt sogar noch einmal einen Zacken freier, luftiger und differenzierter.
Zur Orientierung hier einfach mal eine bunte Auflistung von Bands, die mir beim Hören des Albums abwechselnd in den Sinn kommen – ohne, dass ich jemals das Gefühl habe, dass die Band hier jemals billig kopiert: The Alligator Wine, The Intersphere, All Them Witches, Isis, Tool, Katatonia, Leprous, Danzig, Black Sabbath, Black Mountain, My Expensive Awareness, Queens of the Stone Age, Graveyard, Monster Magnet.
Forever Beyond
Gleich der treibend-stonernde Opener ‚Traveler‘ ist ein kleiner Hit, bei dem Sänger (und Gitarrist) Dave Cavalier ausnahms- aber passenderweise derb an Ozzy erinnert – saucool. Das nachfolgende ‚Death & Co.“ ist songtechnisch eigentlich gar kein Hit im klassischen Sinne – aber dieser spezielle, hypnotisch-treibende Psychedelic-Groove geht mir einfach nicht mehr aus dem Ohr. Mein persönliches Highlight.
Kaum weniger überzeugend sind ‚Follow‘, ‚Boarder Horder‘ sowie der coole achtminütige Abschluss ‚Scum‘, die stilistisch und in Sachen Dramatik stark an Bands wie Tool, Isis oder Mastodon erinnern. Der unbeschwerte Quasi-Titeltrack ‚Forever Beyond Me‘ kommt wie eine relaxed-groovende Mischung aus Monster Magnet und Danzig rüber. Einzig das etwas melancholische ‚Savior‘ will bei mir nicht richtig zünden.
Fazit
Stilistisch hat „Forever Beyond“ bei genauerem Hinhören eigentlich nur noch überraschend wenig mit den ersten Alben von BLACK LUNG zu tun. Trotzdem fühlt sich die musikalische (Weiter-)Entwicklung vom markigen Stonerrock zum psychedelischen, sludgigen Indierock über alle fünf Alben der letzten zwölf Jahre bis heute wunderbar organisch und nachvollziehbar an.
Alle bisherigen Fans, die schon mit „Dark Waves“ klar kamen, sollten auch „Forever Beyond“ mögen. Rein qualitativ und songtechnisch kann ich hier auch keinen persönlichen Favoriten benennen, da ich tatsächlich alle Alben der Band gleicherweise mag. Klar ist nur, dass BLACK LUNG mit ihrem Sound mittlerweile eher progressive Indierocker als klassische Stoner-Fans ansprechen dürften.
Joe Nollek vergibt 7,5 von 10 Punkten


