SERPENT ICON
Titel: TOMBSTONE STORIES (EP)
Label: EIGENPRESSUNG
Spieldauer: 20:23 Minuten
VÖ: 06. März 2026
SERPENT ICON sind eine neue Band aus Deutschland, ein Dreigespann bestehend aus Musikern von KINGS WINTER, NIGHT IN GALES und SYMBIONTIC, das sich dem Stil des vor fast vier Jahrzehnten entstandenen Gothenburg Sounds widmet – einer Spielart, die den Extreme Metal nachhaltig veränderte. Mit ihrer Debüt-EP wollen SERPENT ICON den Melodic Death Metal “auf seine reinste Form reduziert” zelebrieren. Statt moderner Synthesizer, Breakdowns oder Klargesang setzen die Musiker aus NRW auf die rohe Essenz, die dieses Genre einst prägte. So steht es in der Info zur 5-Track-EP “Tombstone Stories”, die sie in kompletter Eigenproduktion aufnahmen und anschließend über Bandcamp der Metal-Welt zum Hören übergaben.
Gegründet wurde das Projekt 2023 von Gitarrist und Songwriter Tobias Dahs (KINGS WINTER), der im Studio auch den Bass übernimmt. Erfahrungen im Genre sammelte er bereits mit seiner früheren Band LIVING ABYSS. Ebenfalls im Line-up stehen Schlagzeuger Hartmut Stoof (SYMBIONTIC, Ex-GLORYFUL) sowie Christian, Sänger von NIGHT IN GALES.
Dahs über SERPENT ICON und “Tombstone Stories”:
Unser Ziel war es definitiv nicht, innovativ zu sein oder den Melodic Death Metal in die Zukunft zu führen. Im Gegenteil: So sehr ich auch den modernen Ansatz mag, den viele Bands heute mit der DNA des Gothenburg Sounds verfolgen, vermisse ich dennoch oftmals die Magie, die die Klassiker des Genres aus den Neunzigerjahren bis heute auf mich ausüben.
So war die Idee klar, als ich 2021 meine vorherige Band LIVING ABYSS verlassen habe: zurück zu den Wurzeln zu gehen und mit frischen Songs den Bands Tribut zu zollen, die mich selbst so sehr beeinflusst haben. Mit Hartmut und Christian habe ich dabei die perfekten Mitmusiker gefunden; immerhin sind beide bereits seit den Neunzigern Teil der deutschen Melodic-Death-Szene und haben sofort verstanden, wohin ich mit dem Projekt gehen möchte.
Im Endeffekt ist “Tombstone Stories” dann die EP geworden, die ich aufnehmen wollte, seit ich als Teenager erstmals “The Jester Race” von IN FLAMES gehört habe. Es hat zwar lange gedauert, das Ganze umzusetzen, doch am Ende könnte ich mit dem Ergebnis nicht glücklicher sein. Ich hoffe, dass es vielen Fans des Gothenburg Sounds ebenso gehen wird.
Hören wir rein in die EP, die es sowohl als digitale Version als auch als CD mit 12-seitigem Booklet geben wird. Das Mastering von “Tombstone Stories” stammt von Michael „Freio“ Haas (Big Easy Studio), das Artwork von Dis-Art Design – los geht’s!
Mit ‘Circus Of Mankind’ eröffnen SERPENT ICON ihre fast 21-minütige EP druckvoll, wütend und in jenem klangvollen Rahmen, den man als Melo-Death-Fan schätzt. Die Growls von Christian klingen vertraut, wenn man NIGHT IN GALES kennt – was nun wirklich kein Nachteil ist. ‘Ashes’ und besonders der Titeltrack ‘Tombstone Stories’ knallen direkter und schlagen wuchtiger ein als der Opener. SERPENT ICON glänzen mit Dauerfeuer-Drums und fetten Riffs, während die Growls räudig in den Ohren liegen. ‘Final Witness’ nimmt die Intensität ein kleines Stück zurück, während das Trio mich bereits mit dem als Single veröffentlichten ‘Sirens And Sinners’ vollends überzeugte. Im letzten Song sowie bei ‘Ashes’ ist Jule Dahs (KINGS WINTER) als Gastsängerin mit von der Partie.
Auszug aus dem OBLIVEON-Interview mit Tobias Dahs:
Tobias:
Mit Jule ist auf “Tombstone Stories” auch deine Frau als Gastmusikerin vertreten. Wo genau ist sie auf der EP zu hören?Tobias D.:
Jule hat uns bei “Ashes” und “Sirens And Sinners” mit tollen Backingvocals ausgeholfen. Das war in diesem Fall tatsächlich Christians Idee, um beiden Songs noch den letzten Feinschliff zu verpassen. Einmal geben die klaren Stimmen im Hintergrund dem Refrain von “Ashes” etwas Hymnisches, das zuvor gefehlt hat. Bei “Sirens And Sinners” bot es sich dagegen bei der Textzeile ‘oh you sweet sirens – sing for us’ einfach an, hier die thematisierten Sirenen auch mit einer weiblichen Stimme noch einmal im Klangbild zu integrieren.
“Tombstone Stories” ist eine starke EP, die durchweg richtig gute Songs in eure Gehörgänge grätscht – was bei der Erfahrung der beteiligten Musiker kaum überrascht. SERPENT ICON liefern überzeugenden Gothenburg Death Metal aus NRW mit klaren AT THE GATES-, DARK TRANQUILLITY- und IN FLAMES-DNA-Anteilen, der Lust und stellenweise bereits Gier auf mehr macht. Die Spannung und Vorfreude auf die erste Langrille von SERPENT ICON ist angesichts dieser packenden EP, die als Hommage an den zeitlosen Gothenburg Sound verstanden werden darf, definitiv groß.
Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten


