WORM – NECROPALACE

WORM

Titel: NECROPALACE

Label: Century Media Records

Spieldauer: 62:51 Minuten

VÖ: 13. Februar 2026

WORM sind seit 2012 im Untergrund unterwegs und haben sich mit ihrem eigenständigen Mix aus Black, Death und Doom Metal einen festen Platz im düsteren Sektor des Extreme Metal erspielt. Nach diversen Demos, EPs und drei regulären Alben steht mit “Necropalace” nun Langrille Nummer vier ins Haus – und die zeigt Phantom Slaughter, Wroth Septentrion, Necreon und CK so fokussiert, finster und stilbewusst wie nie zuvor. Ihr “Necromantic Black Doom” wird konsequent verfeinert, vertieft und atmosphärisch maximal aufgeladen. Inhaltlich bringt Fronter Phantom Slaughter das passende Kopfkino gleich mit: “Willkommen im Reich des Schreckens, bekannt als NECROPALACE…”, heißt es, irgendwo zwischen verfluchter Festung, alptraumhafter Erinnerungsschleife und okkultem Horrortrip. Genau diese Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch das komplette Album und verleiht der Platte eine bedrückende, fast greifbare Atmosphäre. Dass dabei nicht nur Metal, sondern auch Kunstblut durch die Adern fließt, überrascht wenig: “Ein Großteil der Inspiration stammt aus meiner Vorliebe für Horrorfilme der 80er und 90er Jahre”, ergänzt Slaughter – und genau dieser morbide Retro-Spirit prägen den Sound und die Atmosphäre von “Necropalace” spürbar.

Produziert wurde der neue Output von Charlie Koryn, während Mix und Mastering in den Händen von Arthur Rizk lagen – eine Kombination, die der Platte ordentlich Druck, Tiefe und Durchschlagskraft eingeimpft hat – so viel sei gespoilert. Das Cover-Artwork von Andreas Marschall unterstreicht den okkulten Stil der Platte. Mit dem kurzen Intro ‘Gates to the Shadowzone’ öffnet sich das Portal nach “Necropalace”, das über sieben Songs und knapp 63 Minuten offen bleibt. Mit dem Titelsong ‘Necropalace’ tauchen wir ab, lassen uns tief in die Horrorästhetik von WORM ziehen, ohne Gegenwehr. ‘Halls of Weeping’ setzt auf schleichende Bedrohung und kalte Atmosphäre. Phantom Slaughters dunkle Vocals hängen wie ein Fluch über dem Song und graben sich langsam unter die Haut, bevor das Stück nach der Hälfte der Spielzeit in eine wuchtigere Richtung kippt – düster, schwer, aber stets mit einem Hang zum Morbiden. Mit ‘The Night Has Fangs’ ziehen WORM das Tempo spürbar an und liefern ordentlich Headbanger-Futter, ohne die dichte Grundstimmung aufzugeben. ‘Dragon Dreams’ schlägt anschließend ruhigere Töne an, klingt alptraumhaft gut und verbindet Melodiebögen aus mehreren Metal-Dekaden mit epischen instrumentalen Passagen, die tief in die Gothic- und Doom-Roots greifen. Nach ‘Blackheart’ folgt mit ‘Witchmoon – The Infernal Masquerade’ der 14-minütige Schlusspunkt, der alle genreübergreifenden Fäden zusammenführt: 80s-Metal, Goth, neoklassische und barocke Elemente, Cembalo, Klavier und dezente Death-Metal-Vibes verschmelzen zu einem finsteren Finale, das die Platte bockstark beschließt. Der Gastauftritt von Marty Friedman setzt dem Ganzen schließlich die Krone auf.

“Necropalace” ist ein Ausnahmealbum, das Atmosphäre, Songwriting und stilistische Vielfalt auf beeindruckend hohem Niveau vereint und WORM in die oberen Liga des extremen Doom- und Black-Metals ballert.

Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten