EYE OF PURGATORY – DARKBORNE

EYE OF PURGATORY

Titel: DARKBORNE

Label: Apostasy Records

Spieldauer: 33:49 Minuten

VÖ: 13. Februar 2026

Mit “Darkborne” melden sich EYE OF PURGATORY eindrucksvoll zurück. Das schwedisch-amerikanische Death-Metal-Trio um Rogga Johansson veröffentlicht am 13. Februar 2026 über Apostasy Records ihr neues Album, das tief im klassischen schwedischen Death Metal verwurzelt ist. Ursprünglich war EYE OF PURGATORY ein reines Soloprojekt, gegründet von Rogga, der aus Gamleby in der Region Kalmar (Schweden) stammt. Rogga Johansson zählt zu den umtriebigsten und prägendsten Musikern der Szene, mit dem klaren Ziel, erdigen, morbiden Death Metal mit einer leicht rätselhaften, atmosphärischen Note zu verbinden. Zu den bekanntesten und prägendsten Bands von Rogga Johansson zählen Paganizer, Ribspreader, Revolting, Putrevore und Leper Colony, mit denen er seit den 1990er-Jahren maßgeblich den schwedischen Death Metal mitgeformt, stilistisch erweitert und nachhaltig beeinflusst hat. Das EYE OF PURGATORY Debüt “The Rotting Enigma” erschien noch im Gründungsjahr als kompromisslose Ein-Mann-Produktion. Johansson übernahm sämtliche Instrumente sowie den Gesang und legte damit den Grundstein für den charakteristischen Sound von EYE OF PURGATORY, den man als roh, düster, intensiv und brachial kennt.

Mit dem zweiten Album “The Lighthouse” folgte 2021 der entscheidende Entwicklungsschritt hin zur festen Bandformation. Gemeinsam mit den US-Musikern Jeramie Kling am Bass und Taylor Nordberg, der Drums, Lead-Gitarre und Keyboards übernahm, gewann der Sound spürbar an Tiefe, Dynamik und Struktur, ohne den massiven Death-Metal-Kern aufzugeben. Rogga Johansson selbst zockt noch Gitarre und schmettert seine massiven Growls ins Mikrofon. Rückblickend beschreibt Johansson dieses Album als essenziellen Meilenstein: Der Wechsel vom Solo-Projekt zur echten Band brachte frische Energie, enormes musikalisches Können und neue kreative Impulse. “The Lighthouse” bildet für ihn das erste Kapitel einer Story, die mit “Darkborne” nun im gleichen Line-up konsequent fortgesetzt wird. Ziel war es, das neue Album atmosphärisch noch dichter, epischer und emotionaler zu gestalten – einen entscheidenden Anteil daran hat Taylor Nordberg, der die Keyboards diesmal deutlich stärker in den Sound integriert.

Die Platte wird eröffnet von ‘The Darkborn’, geilem Gitarrengewitter und den rauchigen Growls aus Roggas Kehle, die sofort klarstellen, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Auch danach bleiben die Einschläge düster, roh und typisch schwedisch, denn in ‘When The Beacon Turns Black’ gibt’s die brettharte Todesstahlfaust mitten an die Stirn geballert. In ‘The Rotting Temple’ schwingt Verfall mit, modrig, schwer und fies, ein echtes Fest für OSDM-Fans, die es dreckig und kompromisslos mögen. Nach dem zerstörerisch-brachialen ‘Bodyjumper’, bei dem sich der Refrain tief in die Hirnwindungen schraubt und dort festbeißt, ist ‘The Slithering’ an der Reihe, das – ebenso wie ‘Formless Figures Dance’ – bereits vorab als Single an hungrige Deathheads verfüttert wurde. Beide Tracks zeigen eindrucksvoll, wie viel Atmosphäre und Dynamik im Sound der Band steckt, ohne die Brutalität zu vernachlässigen. Zieht euch dazu unbedingt die animierten Videos rein – das Auge aus dem geilen Dan-Goldsworthy-Artwork wird euch verfolgen und sich direkt ins Gedächtnis brennen.

Headbanger und Mosher werden ‘Unbound By Flesh’ gnadenlos feiern, während man sich bei ‘The Best Of Them Bleed’ kurz zurücklehnen kann, um die mit Keys angereicherten, düster-melodischen Vibes aufzusaugen, bevor der nächste Schlag in die Magengrube folgt. Diese kurzen ruhigeren Phasen machen das Album noch intensiver, weil sie den Kontrast zwischen Atmosphäre und Abrissbirne perfekt ausspielen.

‘The Dark Departure’ ist leider schon das Finale von “Darkborne”, das so fett, brutal und kompromisslos endet, wie es mit dem Titeltrack gestartet ist. Mit “Darkborne” liefern EYE OF PURGATORY schwedisch geprägten Death Metal vom Feinsten, der dir erst ordentlich in die Fresse wemmst, dir kurz Luft gönnt und dann erneut gnadenlos durchzieht – und genau so muss das sein. Wer schon bei EDGE OF SANITY Blut geleckt hat, kommt an “Darkborne” und EYE OF PURGATORY nicht vorbei.

Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten