DISPYRIA
Titel: REDEMPTION PART: I - Twisted World
Label: El Puerto Records
Spieldauer: 46:25 Minuten
VÖ: 20. Februar 2026
DISPYRIA ist eine 2012 gegründete Metal-Band aus Kaiserslautern in der Westpfalz. Musikalisch ist die Band im Bereich Melodic Heavy und Power Metal angesiedelt und steht aktuell bei El Puerto Records unter Vertrag. Diese Review beschäftigt sich mit “Redemption: Part I – Twisted World”, dem vierten Kapitel der DISPYRIA-Saga, und konzentriert sich bewusst auf die musikalische Umsetzung. Handlung, Lore und inhaltliche Zusammenhänge bleiben außen vor, da mir die anderen Teile nicht vorliegen und ich leider erst vor Kurzem von DISPYRIA gehört habe. Das macht aber nichts, denn wenn man ein bisschen auf der Homepage der Band recherchiert, kommt man wohl in die Story, die aber den Review-Rahmen sprengen würde.
Im Infotext macht die Überschrift “Neue Helden. Neues Kapitel.” neugierig, und wie wir wissen, wird die Geschichte der DISPYRIA-Saga am 20. Februar 2026 fortgesetzt. Mit Scrumgrot, David Young und der mysteriösen Saephraenya werden drei neue zentrale Figuren in die Sage kommen. Gemeinsam mit dem Professor und dem Roten Wolf stehen sie im Zentrum von “Redemption: Part I – Twisted World”, dem ersten Teil des neuen Zweiteilers. Was die Handlung angeht, setzt sie nach der Auseinandersetzung zwischen Josh Devon und Aelyrea ein. Der Virus R.E.D. verschwindet, doch das dabei geöffnete Portal bringt neue Gefahren mit sich. Aus den Schatten erhebt sich Scrumgrot, der erste sogenannte Seelenreißer, der durch Aelyreas letzten Kuss verdammt wurde. Sein Ziel ist es, das Gleichgewicht zwischen den Welten zu zerstören. Gleichzeitig kehren Josh Devon, Katherine und Marion Dust zurück, um sich der neuen Bedrohung zu stellen.
Das Kern-Line-up von DISPYRIA setzt sich aus Jürgen Walzer an Gitarre und Bass, Sven Sommer am Fretless Bass, Markus Pfeffer an den Leadgitarren sowie Markus Teske an den Synth-Leads zusammen. Für “Redemption: Part I – Twisted World” konnte Jürgen Walzer mehrere Gastsängerinnen und Gastsänger gewinnen, wie Zak Stevens von SAVATAGE, Sabrina Roth, Damiano Libianci, Carolina Padrón von TRIBUS, Carsten “Lizard” Schulz von LAZARUS DREAM, Rob Lundgren von MENTALIST sowie Dennis Ohler von DRAGONSFIRE.
Um euch zu verdeutlichen, welche der zahlreichen (Gast-)Musiker wo am Start sind, habe ich hier eine Auflistung für euch:
‘After Dawn’: Lead Vocals: Zak Stevens, Sabrina Roth; Lead Guitars: Markus Pfeffer
‘I Am Nothing’: Lead Vocals: Sabrina Roth, Damiano Libianci; Fretless Bass*: Sven Sommer
‘Master Of Mirrors’: Lead Vocals: Carolina Padrón
‘The Revelation’: Lead Vocals: Zak Stevens; Lead Guitars: Markus Pfeffer
‘Father’: Lead Vocals: Carsten “Lizard” Schulz; Lead Guitars: Markus Pfeffer
‘David’s Nightmare’: Lead Vocals: Carolina Padrón
‘The First Of Its Kind’: Lead Vocals: Rob Lundgren; Lead Guitars: Markus Pfeffer
‘Light Of A Dream’: Lead Vocals: Zak Stevens
‘Red Requiem’: Lead Vocals: Dennis Ohler
‘Twisted World’: Lead Vocals: Carsten “Lizard” Schulz; Synth-Lead: Markus Teske
Was uns diese prominente Besetzung auf und mit “Redemption: Part I – Twisted World” bietet, hören wir uns jetzt an, beginnend sehr atmosphärisch mit ‘After Dawn’ und der stimmungsvollen Stimme von Sabrina Roth, die sich die Vocals mit Zak Stevens teilt. Das Lied hat einen einleitenden Charakter und geht nach etwa drei (von fast sieben Minuten) Spielminuten ins Tempo. Sehr gut anzuhören sind die mehrstimmigen Gesänge, die kurzzeitig durch eine weitere Erzählpassage unterbrochen werden. ‘I Am Nothing’ ist eine Ballade, bei der Sabrinas Stimme sehr gut mit dem Gesang von Damiano Libianci harmoniert, und im temporeichen ‘Master Of Mirrors’ ist die ecuadorianische Sängerin und Songschreiberin Carolina Padrón mit dabei, die mir vor allem in den schnelleren Parts gefällt. ‘The Revelation’ enthält tolle Melodiebögen, erfüllt von klangvollen Stimmen, die dem Hörer ein gutes und wohliges Gefühl geben, und trotzdem bin ich froh, dass es ‘Father’ ein bisschen knackiger angeht und man nicht die komplette Zeit eher ruhige Melodien zu hören bekommt. Die rockige Gangart hatte ich auch in ‘David’s Nightmare’ erwartet und bekomme sie ein paar Sekunden lang, denn diese – wohl als Traumsequenz gedachte – sehr kurze Nummer dauert nicht mal 120 Sekunden. ‘The First Of Its Kind’ eröffnet creepy, aber sehr zu meiner Freude wuchtig und druckvoll. Mit der schwedischen Rockröhre Rob Lundgren von MENTALIST ist erneut eine richtig starke Stimme am Start, die dem Lied einen besonderen Drive gibt. ‘Light Of A Dream’, ‘Red Requiem’ und ‘Twisted World’ sind allesamt im Stil der anderen Songs gehalten, kommen mal druckvoller aus den Boxen, mal symphonisch und melodisch – größere Überraschungen bleiben aus –, das hohe Niveau wird gehalten, was will man als DISPYRIA-Fan mehr!
DISPYRIAs neues Album “Redemption: Part I – Twisted World” ist ein sehr abwechslungsreiches, ausdrucksstarkes und atmosphärisch tiefgängiges Werk geworden. Die Sängerinnen und Sänger machen einen klasse Job, genauso wie alle Mucker an den Instrumenten. Es entsteht ein fast cineastischer Flair, der bei einer Livevorstellung sicherlich noch besser zur Geltung kommt. Hier und da dürfte es gern noch etwas druckvoller sein – ein bisschen mehr Power auf dem Kessel und ein Mü mehr Gas in der Pfälzer Weinschorle hätten dem Album gutgetan. Die Gefahr für “Redemption: Part I – Twisted World” sehe ich im Konzept: Wer die komplette Geschichte erleben und verstehen will, muss sich erst einmal durch die drei Vorgänger hören. Losgelöst davon liefern DISPYRIA mit “Redemption: Part I – Twisted World” ein starkes, rundes Album ab, das musikalisch wie atmosphärisch glänzen kann.
*Fretless Bass:
Fretless, also bundlos, zu spielen gilt bei vielen Bassisten als Meisterklasse der Intonation.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


