CASKET
Titel: IN THE LONG RUN WE ARE ALL DEAD
Label: NECKBREAKER RECORDS
Spieldauer: 42:24 Minuten
VÖ: 23. Januar 2026
Hossa, das noch junge Jahr 2026 fängt schon mit einem Highlight aus dem Death Metal Perimeter an. Die schwäbischen Urgesteine CASKET kredenzen uns ein ganz feines Filetstück, das im Ganzen aus dem Kadaver gerissen wurde. Schorsch (Vokills, Guitars), Susi (Bass) und Marinko (Drums), eines der stabilsten Line ups, das mir bekannt ist, zeigen was ne gepflegte Old School Harke ist.
Gleich der Opener `The Will To Comply` legt los wie die Feuerwehr. Flirriges Riffing, versetzt mit Blastbeats und stampfend zugleich. Schorsch klingt wie eine angestochene Wildsau. Fett! In dieser Marschrichtung setzen die Reutlinger ihre Performance fort, meist keulenden Death Metal mit genügend Tempovariationen und Abwechslungsreichtum. Interessant ist der leicht dumpfe Sound, der authentisch ist und aufzeigt, dass Hochglanzproduktionen zwar nett sind aber jeglichen Charme und Credibility vermissen lassen. Dazu gehört in jedem Fall die leicht blecherne Snare, die akzentuiert das Schlagzeug im Gesamtsound positioniert und Susis Bassarbeit geht auch runter wie heißes Frittenfett.
Weitere Highlights sind das äußerst mächtige ‚Hammer, Knife, Spade‘, ‚Mainstream Mutilation‘ und das abschließende und vernichtende ‚Graveyard Stomper‘. Der wesentliche Vorteil dieser Platte gegenüber anderen ist die wahnsinnig flexible Tempogestaltung. Klar gibt es hier klassisches Ufftata aber die Uptempoparts oder auch die verschleppten Tempi schaffen unglaublich viel Dynamik und erzeugen richtig Dampf auf dem Kessel.
Insgesamt ein absolut starkes Stück Death Metal aus dem Hause CASKET. Direkt, vorwärts, gut abgehangen und brutal! Besser geht es kaum. Vielleicht mit der letzten Carnal Tomb die beste Death Metal Scheibe aus Deutschland der letzten zehn Jahre. Erscheint wie schon der Vorgänger auf Martin Quasts exquisitem Neckbreaker Records Label.
Ingo Holzhäuser vergibt 9 von 10 Punkten


