CORONATUS
Titel: DREADFUL WATERS
Label: MASSACRE RECORDS
Spieldauer: 47:50 Minuten
VÖ: 23. Januar 2026
Das deutsche Symphonic-Metal-Kollektiv CORONATUS veröffentlicht bereits sein elftes (!) Studioalbum “Dreadful Waters“ an: „eine düstere und ambitionierte Reise und Erkundung der Geheimnisse, Gefahren und mythischen Kräfte des Meeres“.
Wasser wird zum Symbol für Tiefe, Gefahr, aber auch für Leben und Ehrfurcht und bietet reichlich Stoff für Mythen und emotionalen Metaphern. Musikalisch verbindet die Band erneut Symphonic Metal angereichert mit Folk-Elementen, dramatischen Orchestrierungen und weiteren vielseitigen Einflüssen.
Besonders markant sind dabei die gleich drei weiblichen Stimmen, die den Sound der Band maßgeblich prägen. Neben den beiden Mezzosopränen von Leni Eitrich und Sabine Prechtel die rauhe, melodische Rockröhre von Nemesis alias Brigitte Kaefer. Darüber hinaus drückt auch die Violine von Tine Jülich den Stücken oftmals ihren nicht unerheblichen Stempel auf, mal flott und unbefangen, mal sentimental oder melancholisch.
Die Scheibe bietet neun Kompositionen zwischen bombastisch, bedrohlich und erhebend. Der ausgekoppelte Opener `The Maelstrom´ zieht den Hörer direkt in stürmische Tiefen, während das folgende `Through The Brightest Blue´ einen tänzerisch-verspielten Ansatz wählt, wofür die drei Sängerinnen schier unendliche Variations- und Kombinationsmöglichkeiten eröffnen.
Die Songs bewegen sich zwischen opernhaften Passagen, metallischer Epik, Piraten Shantys und rockigen Elementen. Das gefühlvolle `Southern Cross´ bedient die Balladenfreunde und das epische `The Siren´ überrascht mit teilweise harschen Tönen, während der Chorus an Leaves´ Eyes erinnert.
Weitere Highlights sind der maritime Ohrwurm `A Seaman’s Yarn´, die düstere Single `Dark Ice´ sowie das abschließende, mystische `Die Hexe und der Teufel´, das mit viel Theatralik, einem deutschen Text und den männlichen Vocals des süddeutschen Baritons Friedrich Mack aufwartet.
CORONATUS stellen die elementare Kraft des Wassers mit ihren reichen musikalischen Mitteln abwechslungsreich, vielfältig und sehr unterhaltsam dar und sind eine weitere heimische Band, die definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. “Dreadful Waters“ ist eine großartige, stimmige, homogene Scheibe und im Vergleich mit dem direkten Vorgänger “Atmosphere“, den ich auch schon bewerten durfte, ein mehr als deutlicher Schritt nach vorne.
Michael Gaspar vergibt 8,5 von 10 Punkten


